Myths Of The Near Future

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Im Sommer letzten Jahres fiel der Startschuss. Gerade mal ein halbes Jahr jung, krempelten Jamie Reynolds, Simon Taylor und James Righton die englische Musikwelt mit ihrer Mischung aus Punk, Indie, Disco und ein paar elektronischen Klängen um. Die Vorboten "Atlantis To Interzone" und "Gravity's Rainbow" waren rau, ungestüm, durch Falsettgesang und Lautstärke gekennzeichnet und verpassten dem Indie-Genre ein neues Gesicht.
Dilettantismus wurde bei den Klaxons groß geschrieben, und der NME liebte sie dafür. Zum Dank kreierte das Blatt das neue Genre "New Rave'" das fortan in einem Atemzug mit den neuen englischen Überfliegern benutzt wird.
Dilettantisch fällt "Myths Of The Near Future" nicht aus. Die alten Songs wie "Atlantis To Interzone", "Gravity's Rainbow" und "Four Horsemen Of 2012" wurden überarbeitet und klingen opulenter den je. Das Remake des alten Rave-Hits von Grace "It's Not Over Yet" erinnert kaum mehr ans Original und zeigt uns die Pop-Seite der Klaxons.

Aber beginnen wir doch lieber von vorne. Wie einst schon Bloc Party starten auch Jamie, Simon und James langsam. "Two Receivers" agiert verdeckt und gönnt dem noch unwissenden Hörer eine Verschnaufpause, bevor es mit Sirenegeheul, stampfenden Beats und gehetztem Gesang in das bereits bekannte "Atlantis To Interzone" mündet. Das Fest ist eröffnet und wer mag, kann die Leuchtstäbe oder auch gleich das Smiley-Shirt rausholen. Und weil es gerade so schön war, wechselt man gleich die Gangart und liefert die erstklassige Pop-Hymne "Golden Skans" ab, die rein gar nichts mehr mit Elektronik gemein hat und der jungen Combo ihre hohe Chartsplatzierung in UK einbrachte. Auch mit Indie hat diese Nummer nur noch marginal etwas zu tun. Radiokompatibler könnte ein Song nicht ausfallen.

"Myths Of The Near Future" kommt einem Wechselbad der Gefühle gleich. Mal gibt man sich minimalistisch ("Isle Of Her"), mal gefällig wie eine typische Indie-Nummer ("Forgotten Works"), mal überladen ("Four Horsemen Of 2012") und dann wieder treibend wie ein Schäfer ("Totem On The Timeline"). Langeweile ist was anderes! Mitverantwortlich dafür ist James Ford a.k.a. ein Teil der Simian Mobile Disco, der schon bei den Mystery Jets und jüngst bei den Arctic Monkeys hinter dem Regler saß. Der übermäßige Presserummel rund um die Klaxons war nicht unbegründet. Das Debüt "Myths Of The Near Future" besticht durch seine Vielfalt und jeder Hype um diese Band ist begründet.

Text: Tanja Hellmig

VÖ: 23.03.07

Label: Polydor / Universal

Tracklist:

01. Two Receivers
02. Atlantis To Interzone
03. Golden Skans
04. Totem On The Timeline
05. As Above, So Below
06. Isle of Her
07. Gravity's Rainbow
08. Forgotten Works
09. Magick
10. It's Not Over Yet
11. Four Horsemen of 2012
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