Berge Versetzen

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Meine Schwester ist arbeitsbedingt fast den ganzen Tag im Auto unterwegs und hört unentwegt Radio. Schlechtes Radio. Chartsradio. Als musikorientierter Mensch sah ich daher meine Aufgabe darin, ihr eine Compilation zusammenzustellen, die ihren Tag um ein paar Popperlen reicher machen sollte. Alles abseits des Mainstream-Radios und dennoch irgendwie erbaulich, dachte ich mir. Stolz also gab ich ihr die mühevolle Arbeit von zwei ganzen Tagen. Ein paar Wochen später dann die Hiobsbotschaft in Form der Frage, ob es denn nicht ein wenig optimistischer ginge. Songs zum Mitsingen, wären toll. Gerne auch auf deutsch. Stilrichtung egal. Was das mit dem neuen Klee-Album zu tun hat? Viel. Viel Arbeit zum Beispiel, die ich mir hätte ersparen können. Liefern Klee doch mit „Berge Versetzen“ ein Album ab, das alles hat, was das Herz meiner Schwester begehrt.

Da wären zum einem die wunderbar leichten, beschwingten Gitarren-Nummern mit Popappeal und Hitpotential wie der Opener „Zwischen Glaube Und Vertrauen“, „Ich Lass Ein Licht An Für Dich“ oder auch „Wie Weit“. Für ruhigere Momente ist mit der Herzschmerz-Ballade „Weine Nicht“ und dem verletzlichen Duett „Wie Das Wetter“ gesorgt. Alles dazwischen können Klee sowieso („Du Und Ich“, „Weil Es Liebe Ist“) und mitsingbar waren sie schon immer. Hier werden sicherlich viele Kritiker einsteigen und Worte wie glatt, berechenbar oder auch belanglos benutzen wollen, doch haben Klee denen Einiges entgegenzuhalten. Zum einen die beatlastige Singleauskopplung „Zwei Herzen“ und zum andern den ausgewachsen Diskokracher „Die Königin“. Ja, Studio54-Disko inklusive Glockenschlägen und imaginären Glitzerkostümen. Das liest sich seltsamer, als es auf der Platte klingt, passen Diskobeats doch wunderbar ins Kleesche Klanguniversum und geben die nötige Kantigkeit, um nicht im Einheitspop unterzugehen. 

Klee - Zwei Herzen


Sie sind einen langen Weg gegangen vom kühlen Elektrosound der Anfangsjahre hin zu erdig-warmen Gitarrenpop und scheinen nun mit „Berge Versetzen“ da angekommen zu sein, wo sie schon immer sein wollten. Wirkten die Songs auf den Vorgängern manchmal unentschlossen, haben Klee ihre Sprache, die man am ehesten noch zwischen 2raumwohung oder „Ich+Ich minus männlicher Gesang“ verorten kann, nun gefunden. Unaufdringlich und leicht will man sein und schafft es auch. Die Momente einfangen, die Menschen verbinden; die Liebe und alle ihre Höhen und Tiefen. Schwere, nein, das war und ist nichts für Klee. Hörbarer Optimismus schon eher. "Wir strengen uns richtig an, eine echte Leichtigkeit in unsere Musik zu weben", beschreibt Keyboarder Sten die Klee-Idee. Herzlichen Glückwunsch, Mission erreicht.

Erinner Dich“, hieß es in einem früheren Titel von Klee. Ja, lang ist es her. Die Zeiten des Elektropop, kaum mehr als eine Erinnerung, und so können sie die Fans aus „Neue Heimat“-Tagen auch mit diesem Album vielleicht nicht zurückgewinnen. Fans von gut gemachtem, luftigem Gitarrenpop, der nichts anderes will als Emotionen zu schaffen und Leichtigkeit zu verströmen, hingegen schon. Und so werden sich Klee mit Sicherheit im Auto meiner Schwester wiederfinden, entweder auf CD oder spätestens im Radio.

Anna-Christin Voigt

VÖ: 01.08.2008

Label: Universal Music

Tracklist: 
01. Zwischen Glauben Und Vertrauen
02. Zwei Herzen
03. Wie Weit
04. Weil Es Liebe Ist
05. Weine Nicht
06. Dun Und Ich
07. 7 Schritte
08. Ich Lass Ein Licht An Für Dich
09. Die Königin
10. Offene Wunden
11. Mein Vertrauen
12. Berge Versetzen
13. Wie Das Wetter
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Finca
Finca vor 1337d 1h 

Klee versetzen Berge, ich war vor einigen Jahren beim Nena Konzert und Klee sangen als Vorband. Seitdem kaufe ich jede Single und CD von Klee! Vielen Dank das Euch gibt Ronny aus Mallorca

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