Vom Feuer der Gaben

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Nach fast dreijähriger Arbeit haben Klez.e ihr drittes Album endlich fertig gestellt. Mit „Vom Feuer der Gaben“ ist ein Stück Musik entstanden, das überraschen und polarisieren wird.



„Ist das alles? Der schönste Moment?“, fragt Tobias Siebert gleich zu Anfang im Opener „Wir ziehen die Zeit“. Nein. Da kommt noch viel, viel mehr: Streicherkaskaden, üppige Bläserarrangements, Kirchenorgel, mehrstimmige Chöre, alte Druckermaschinen, Waldzithern, Didgeridoos, Elektrobeats und bildende Kunst. Es wurde ordentlich geklotzt für das neue Klez.e-Album. Als gebundenes Hardcoverbüchlein erscheint es, mit je einem von externen Künstlern angefertigten Bild pro Song.
Auch textlich wird hier mit großen Themen hantiert: Gott und der Mensch, Revolutionen von unten, Glaube, Liebe, Hoffnung, Natur. Ein Konzeptalbum zur deutschen Romantik könnte man meinen. „Im Raum mit Toten“ riecht nach Vormärz und Sturm und Drang, in „Der Garten“ ist die blaue Blume zum Greifen nahe, „Madonna“ ist ein Aufruf zu mehr Religiösität. Doch aus der Bedeutungsschwere wird mit Choralheftchen und Kirchenorgel plötzlich so eingängiger Pop, dass man fast fragen möchte: „War das nicht schon immer so?“. Und was hätte dies nicht alles für die Zukunft des deutschsprachigen Pop zu bedeuten: Die Möglichkeit einer Öffnung hin zur Klassik, eine Selbstverständlichkeit des musikalischen Zitats und vor allem auch eine des hemmungslosen Stilmixes, gar der Überführung von als „altbacken“ eingestuften Kulturgütern in die Gegenwart.

Choraufnahmen zu "Vom Feuer der Gaben"


Hier wird nicht nur ein überraschend komplexes Album abgeliefert, sondern auch ein Diskurs ins Rollen gebracht. Man fühlt sich an 1999 erinnert, als Blumfeld mit „Old Nobody“ die deutsche Popwelt durcheinander wirbelten, indem sie Schlageraphorismen für die Indie-Generation aufbereiteten und in Folge dessen ungeheuer an Popularität gewannen. Wie sieht es da mit den Berlinern von Klez.e aus? Nach den geschmackvoll-vertrackten ersten Alben „Leben Daneben“ und „Flimmern“ jetzt Konzerthaus oder Staatsoper statt Indieschuppen? Gar Endstation Polarkreis 18? Musikalisch sind die Wogen jetzt geglättet und pompös mit Blattgold ausgeschmückt, es prunkt an allen Ecken und Enden.

Klez.e im Motor.de-Interview


Die komplexen Arrangements sind zwar geblieben, fügen sich aber jetzt zu wohliger Harmonie zusammen. Das kann man gut und gern als Kurswechsel betrachten und sollte sich auch in den Verkaufszahlen positiv bemerkbar machen. Mehr von allem heißt in diesem Zusammenhang vor allem mehr Pop. Ein zweigespaltenes Echo wird sich da wohl kaum vermeiden lassen. „Was hier fehlt wird nun mehr klar: Es ist die Balance, die um uns war“, singt Tobias Siebert in „Hier, wo du strahlst“ und genau diese Balance wird Presse und Fans in der nächsten Zeit beschäftigen.
Denn Vielleicht hätte auch ein bisschen weniger „Schönheit“ dem Album ganz gut getan, ein bisschen weniger verkrampfte Anachronismen in den Texten, dafür ein wenig mehr Ecken und Kanten. Vielleicht bietet das Album aber auch genau das, was im deutschen Independent-Bereich lange fehlte – Mut zur Größe, zum Überschwang, zu hymnischer Melancholie, zu wirklich großem Pop, der dennoch genug Ideen und Originalität besitzt und selten so gut hörbar war wie auf „Vom Feuer der Gaben“.

Arne Hirsemann

VÖ: 30.01.2009

Label: Loob Musik

Tracklist:
1. Wir ziehen die Zeit
2. Der Saal
3. Die große Einfachheit
4. Madonna
5. Hier, wo Du strahlst
6. Der Garten
7. Vom Feuer der Gaben
8. Im Raum mit Toten
9. In Gold
10. Am Grund der tiefgrünen See
11. Der Welt ein Ort
12. Gebet für mehr



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aberaber
aberaber vor 1233d 21h 

Sängers so zärtlich und so oft weinerlich, die dominiert. Das Ganze wird mit den kleinen Erzählungen über Leid und Liebe, Hochs und Tiefs, Gott und Teufel, Glaube und Zweifel abgerundet.

Madame et Monsieurs! Fetes vos jeux! Rien ne va plus!!! Nicht in diesem Jahr jedenfalls!

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aberaber
aberaber vor 1233d 21h 

Wenn es jemals in Deutschland eine fast perfekte Rock-Pop Platte geboren wurde, war es eben diese. "Vom Feuer der Gaben" ist umwerfend, atemberaubend und wirkt mit jedem Durchgang tiefer und tiefer.

Sie ist vollkommen komplex und intensiv, aber in keinem Moment überladen. Schöne Harmonien, die durch rockige Arrangements stets rechtzeitig gekontert werden (eigentlich schon fast das Klez.e-Merkmal), verrückte Bassverläufe flankiert durch Schlagzeug-Beats, die wie beunruhigende Lava pulsieren. Das unglaubliche Instrumentarium im Hintergrund, bei dem man denkt, dass es nie möglich sein dürfte, es zu zügeln. Und doch! Es ist die Stimme des

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