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Little Dragon
Little Dragon: Ritual Union
Damon Albarns Lieblingsband Little Dragon sind Alleskönner: Auf "Ritual Union" erschaffen die Schweden einen futuristischen Pop, der nicht nur mit der Tanzfläche flirtet.

Ein Hauch von 1968 weht durch die Biografie dieser Band. Denn wird man mit dem Wort Künstler-Kommune konfrontiert, dürften die vorschnellen Assoziationen ungefähr so aussehen: wir stellen uns eine morbide, drogen-versiffte, hyper-pazifistische Wohngemeinschaft vor. Ein Hort, wo dem Eskapismus gefrönt wird. Wo man auf die große Idee wartet, die letztlich – wie sollte es anders sein – die ganze Welt verändern wird. Dass diese Vorstellung dermaßen gestrig ist, beweist einmal mehr die Band Little Dragon. In Göteborg kennengelernt, wuchs das schwedische Quartett zwar in einer kreativen Umgebung auf. Dort, und damit ist die Kommune "Seal Colony" gemeint, wurde die Idee der Zivilisierung jedoch in eine gemeinsame, kollaborative Beflügelung überführt.
Little Dragon geht es jedoch um die Zukunft. Genauer gesagt: die Zukunft des Pop. Auf ihrem Album "Ritual Union" reduzieren sie ihre elektronische Musik nochmals und heben sie gleichsam auf eine neue Ebene: mehr Uptempo statt Downtempo, mehr Fusion statt Trennung. Der Volksmund würde sagen, dass die Schweden auf den elf neuen Songs experimentieren. Dabei geht es ihnen vielmehr um Verschmelzung, so als ob die einzelnen Zutaten zu einem phonetischen Amalgam zusammengeführt werden. Schon beim Titeltrack werden zahlreiche Synthesizer- und Keyboardschichten gekonnt übereinander gelegt, ehe Yukimi Naganos wundersame Stimme von endlosen Beat-Loopings eingehüllt wird.
Little Dragon – "Ritual Union" (live)
Little Dragon – "When I Got Out"
Dass Damon Albarn das Quartett für das letzte Gorillaz-Album ins Studio lud, überrascht nicht wirklich, ist der Brite doch unentwegt am alternativen Pop und seiner Durchdringung interessiert. Mit "Ritual Union" hinterlassen Little Dragon einen nicht zu vernachlässigenden Fußabdruck im Bereich des elektronischen Pops. Und um es der Vollständigkeit halber zu erwähnen, man hört hier Prince, Lali Puna und Róisín Murphy – ja, aber vor allen Dingen Little Dragon.
Sebastian Weiss
VÖ: 15.07.2011
Label: Peaceforg / Rough Trade
Tracklist:
01. Ritual Union
02. Little Man
03. Brush the Heat
04. Shuffle a Dream
05. Please Turn
06. Crystalfilm
07. Precious
08. Nightlight
09. Summertearz
10. When I Go Out
11. Seconds

Ein Hauch von 1968 weht durch die Biografie dieser Band. Denn wird man mit dem Wort Künstler-Kommune konfrontiert, dürften die vorschnellen Assoziationen ungefähr so aussehen: wir stellen uns eine morbide, drogen-versiffte, hyper-pazifistische Wohngemeinschaft vor. Ein Hort, wo dem Eskapismus gefrönt wird. Wo man auf die große Idee wartet, die letztlich – wie sollte es anders sein – die ganze Welt verändern wird. Dass diese Vorstellung dermaßen gestrig ist, beweist einmal mehr die Band Little Dragon. In Göteborg kennengelernt, wuchs das schwedische Quartett zwar in einer kreativen Umgebung auf. Dort, und damit ist die Kommune "Seal Colony" gemeint, wurde die Idee der Zivilisierung jedoch in eine gemeinsame, kollaborative Beflügelung überführt.
Little Dragon geht es jedoch um die Zukunft. Genauer gesagt: die Zukunft des Pop. Auf ihrem Album "Ritual Union" reduzieren sie ihre elektronische Musik nochmals und heben sie gleichsam auf eine neue Ebene: mehr Uptempo statt Downtempo, mehr Fusion statt Trennung. Der Volksmund würde sagen, dass die Schweden auf den elf neuen Songs experimentieren. Dabei geht es ihnen vielmehr um Verschmelzung, so als ob die einzelnen Zutaten zu einem phonetischen Amalgam zusammengeführt werden. Schon beim Titeltrack werden zahlreiche Synthesizer- und Keyboardschichten gekonnt übereinander gelegt, ehe Yukimi Naganos wundersame Stimme von endlosen Beat-Loopings eingehüllt wird.
Little Dragon – "Ritual Union" (live)
Ist es beim Opener ein poppiger Soul, so mausert sich "Little Man" mit seinen 8-Bit-Bässen zu einem futuristischen Boogie. Unbeschwert, leichtfüßig, sexy – Little Dragon machen aus wenig äußerst viel. Der Grund für das überzeugend bunte Potpourri geht auf eine einfache Formel zurück: Durch die Symbiose aus analogem Equipment und digitalen Fertigkeiten werden zunächst pointierte Kulissen aufgebaut, die nach und nach mit lebhaften Ideenreichtum gefüllt werden.
Little Dragon – "When I Got Out"
Dass Damon Albarn das Quartett für das letzte Gorillaz-Album ins Studio lud, überrascht nicht wirklich, ist der Brite doch unentwegt am alternativen Pop und seiner Durchdringung interessiert. Mit "Ritual Union" hinterlassen Little Dragon einen nicht zu vernachlässigenden Fußabdruck im Bereich des elektronischen Pops. Und um es der Vollständigkeit halber zu erwähnen, man hört hier Prince, Lali Puna und Róisín Murphy – ja, aber vor allen Dingen Little Dragon.
Sebastian Weiss
VÖ: 15.07.2011
Label: Peaceforg / Rough Trade
Tracklist:
01. Ritual Union
02. Little Man
03. Brush the Heat
04. Shuffle a Dream
05. Please Turn
06. Crystalfilm
07. Precious
08. Nightlight
09. Summertearz
10. When I Go Out
11. Seconds
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