153 online
- Melt! Festival
- The Shins
- Michael Kiwanuka
- Various Artists
- Die Ärzte
- Santigold
- Tenacious D
- Hot Chip
- Totally Enormous Extinct Dinosaurs
- Greenville Festival
- Simian Mobile Disco
- Young Man
- Here We Go Magic
- Die Selbstkritik der Woche
- Dossier: Echo-Verleihung
- Grimes
- Nicolas Jaar
- MS Dockville
- Marbert Rocel
- Damon Albarn
- Sufjan Stevens
- iamamiwhoami
- We Are Augustines
- Enno Bunger
- Giana Factory
- Tanlines
- IAMDYNAMITE
- Soulsavers
- Best Coast
- Beach House
- Soulsavers
- Beyoncé
- 2Raumwohnung
- Adele
- Abba
- Wizo
- Soko
- Wolf Parade
- SebastiAn
- The Kooks
- 1990s
- Neil Young
- A
- The Ting Tings
- Slipknot
- Taylor Swift
- Annie
- Winson
- The Last Shadow Puppets
- Jennifer Rostock
- Katy Perry
- Basia Bulat
- Machine Head
- Die Ärzte
- The Black Atlantic
- Wir sind Helden
- Angus & Julia Stone
- Lil Wayne
- Simple Plan
- Mount Eerie
Los Campesinos!
Los Campesinos!: Hello Sadness
Die Los Campesinos! scheinen gemeinsam mit ihren Alben erwachsen zu werden. Doch ob die Band sich ihren Reifeprozess als empfindsamen Abschied von einer Herzensdame des Frontmannes Gareth Campesinos! vorgestellt hat, bleibt fraglich.

So verließ im letzten Jahr der Schlagzeuger Ollie und vor der Veröffentlichung der aktuellen Platte die Violinistin Harriet die Band. Seit 2006 existiert die siebenköpfige Truppe aus dem walisischen Cardiff. Als das Septett ihr 2008er Debüt "Hold On Now, Youngster" veröffentlichte, schien die Welt noch in Ordnung zu sein. Mit verschmitztem Lächeln besangen sie die Art, beziehungsweise Unart, mit der getanzt wird, sie wünschten sich augenzwinkernd den eigenen Bandtod und die Herzen der Indiefans jubilierten, ob der feinsinnigen Ironie der Texte und der immer etwas sympathisch-schief klingenden Instrumentalisierung. Und das man zu den unbeschwerten Indie-Rhythmen feiern konnte, machte das ganze Unterfangen nicht weniger erfolgreich.
Nun erscheint mit "Hello Sadness" das mittlerweile vierte Album der Band. Und es ist unverkennbar, dass die Gruppe sich nicht mehr um Hautausschläge oder an sich selbst gerichtete Todesdrohungen kümmert, sondern speziell Leadsänger Gareths Liebesleben die Richtung vorgibt. Die Unbeschwertheit und der Mut — oder sogar die Lust — zum verqueren Sound wichen nämlich auf der aktuellen Sammlung fast vollständig – der Frontmann rückt weiter in den Fokus der Musik. Gab es noch auf den Vorgängern eine große Anzahl an Chorälen, massiver und mitunter schräg klingender Streichereinsatz und eine große Zahl an tanzbaren Songs, so präsentiert sich die Neue aus der Diskographie als feinsäuberlich produziert, mit ans Schwülstige grenzenden Titeln, die manchmal die altbekannte Campesinos-Linie vermissen lassen. Klar, die Band wird sicher nicht das Konzept verfolgt haben, ein fröhlich-tanzbares Indie-Pop-Album zu machen. Das liegt in der Natur der Sache, wenn man sich den Verlust der Liebe als Thema auswählt. Trotzdem scheint es, als bemitleide sich der Vorsänger in seiner Situation. Das ist verwunderlich, dachte man doch, dass der feine Witz, den das Septett bisher an den Tag legte und der einem ans Herz gewachsen ist so schnell nicht aus dem Kompositionsbuch verschwindet. Und auch die liebgewonnen, ins Chaotisch wuchernden Soli der einzelnen Akteure, die so viel vom speziellen Charme ausmachten, mussten weichen.
Los Campesinos! - "Hello Sadness"
Oder anders: Hörte man einst einen strubbeligen Teddybären, den man einfach mögen musste, vernimmt man jetzt ein sehr sauber produziertes Spielzeug à la Barbie-Puppe. Zwar werden immer noch Geigen, Glockenspiel und viele weitere Instrumenten aufgefahren, diese fügen sich aber alle akkurat in das Gesamtgefüge ein.
Aber – und das ist das Gute – darin liegt auch das Schöne des neuen Langspielers. Die Los Campesinos! wagen es, mit sich selbst zu brechen. Sie sind eben doch älter, erwachsener geworden und das kann man ihrer Musik anhören. Für Menschen, die noch keine Los Campesinos!-Fans sind und die Waliser zum ersten Mal hören, eröffnet sich ein feines, mitunter melancholisch-langsames Album. Und auch die Choräle, die Überinstrumentierung gibt es noch, nur eben nicht mehr so unordentlich und verspielt. So scheiden sich — Wohl oder Übel — an "Hello Sadness" die Fans der erwachseneren und die der jungen Campesinos!
Heiko Saul
VÖ: 11.11.2011
Label: PIAS UK/Turnstile (rough trade)
Tracklist:
01. By Your Hand
02. Songs About Your Girlfriend
03. Hello Sadness
04. Life Is A Long Time
05. Every Defeat A Divorce (Three Lions)
06. Hate For The Island
07. The Black Bird, The Dark Slope
08. To Tundra
09. Baby I Got The Death Rattle
10. Light Leaves, Dark Sees Pt. II

So verließ im letzten Jahr der Schlagzeuger Ollie und vor der Veröffentlichung der aktuellen Platte die Violinistin Harriet die Band. Seit 2006 existiert die siebenköpfige Truppe aus dem walisischen Cardiff. Als das Septett ihr 2008er Debüt "Hold On Now, Youngster" veröffentlichte, schien die Welt noch in Ordnung zu sein. Mit verschmitztem Lächeln besangen sie die Art, beziehungsweise Unart, mit der getanzt wird, sie wünschten sich augenzwinkernd den eigenen Bandtod und die Herzen der Indiefans jubilierten, ob der feinsinnigen Ironie der Texte und der immer etwas sympathisch-schief klingenden Instrumentalisierung. Und das man zu den unbeschwerten Indie-Rhythmen feiern konnte, machte das ganze Unterfangen nicht weniger erfolgreich.
Nun erscheint mit "Hello Sadness" das mittlerweile vierte Album der Band. Und es ist unverkennbar, dass die Gruppe sich nicht mehr um Hautausschläge oder an sich selbst gerichtete Todesdrohungen kümmert, sondern speziell Leadsänger Gareths Liebesleben die Richtung vorgibt. Die Unbeschwertheit und der Mut — oder sogar die Lust — zum verqueren Sound wichen nämlich auf der aktuellen Sammlung fast vollständig – der Frontmann rückt weiter in den Fokus der Musik. Gab es noch auf den Vorgängern eine große Anzahl an Chorälen, massiver und mitunter schräg klingender Streichereinsatz und eine große Zahl an tanzbaren Songs, so präsentiert sich die Neue aus der Diskographie als feinsäuberlich produziert, mit ans Schwülstige grenzenden Titeln, die manchmal die altbekannte Campesinos-Linie vermissen lassen. Klar, die Band wird sicher nicht das Konzept verfolgt haben, ein fröhlich-tanzbares Indie-Pop-Album zu machen. Das liegt in der Natur der Sache, wenn man sich den Verlust der Liebe als Thema auswählt. Trotzdem scheint es, als bemitleide sich der Vorsänger in seiner Situation. Das ist verwunderlich, dachte man doch, dass der feine Witz, den das Septett bisher an den Tag legte und der einem ans Herz gewachsen ist so schnell nicht aus dem Kompositionsbuch verschwindet. Und auch die liebgewonnen, ins Chaotisch wuchernden Soli der einzelnen Akteure, die so viel vom speziellen Charme ausmachten, mussten weichen.
Los Campesinos! - "Hello Sadness"
Oder anders: Hörte man einst einen strubbeligen Teddybären, den man einfach mögen musste, vernimmt man jetzt ein sehr sauber produziertes Spielzeug à la Barbie-Puppe. Zwar werden immer noch Geigen, Glockenspiel und viele weitere Instrumenten aufgefahren, diese fügen sich aber alle akkurat in das Gesamtgefüge ein.
Aber – und das ist das Gute – darin liegt auch das Schöne des neuen Langspielers. Die Los Campesinos! wagen es, mit sich selbst zu brechen. Sie sind eben doch älter, erwachsener geworden und das kann man ihrer Musik anhören. Für Menschen, die noch keine Los Campesinos!-Fans sind und die Waliser zum ersten Mal hören, eröffnet sich ein feines, mitunter melancholisch-langsames Album. Und auch die Choräle, die Überinstrumentierung gibt es noch, nur eben nicht mehr so unordentlich und verspielt. So scheiden sich — Wohl oder Übel — an "Hello Sadness" die Fans der erwachseneren und die der jungen Campesinos!
Heiko Saul
VÖ: 11.11.2011
Label: PIAS UK/Turnstile (rough trade)
Tracklist:
01. By Your Hand
02. Songs About Your Girlfriend
03. Hello Sadness
04. Life Is A Long Time
05. Every Defeat A Divorce (Three Lions)
06. Hate For The Island
07. The Black Bird, The Dark Slope
08. To Tundra
09. Baby I Got The Death Rattle
10. Light Leaves, Dark Sees Pt. II
Links

