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The Black Keys
The Black Keys: Magic Potion
Wer jetzt immer noch White Stripes schreit, verliert! Trotzdem ist es gut, dass die Black Keys ohne Bass spielen. Wäre auf dem dritten Album des Duos aus Akron, Ohio auch noch ein Tieftöner zu hören, man würde wohl schon beim Opener "Just Got To Be" denken, es handele sich um auf wundersame Weise aufgetauchte Lost Tapes von Jimi Hendrix.
Und schon sind die Koordinaten abgesteckt: Urbaner Blues, mehr Chicago als Mississippi Delta, bildet nach wie vor die Basis. Haupt-Inspirationsquelle dürften indes jene Blues-Adepten der auslaufenden Sechzigerjahre gewesen sein, denen Pioniere wie Muddy Waters damals einen späten Lohn ihrer initialen Mühen verdankten: Cream, Van Morrison und natürlich Hendrix. Dass Black Keys-Sänger Dan Auerbach mitunter eine zum Verwechseln ähnliche Klangfarbe in seiner Stimme hat wie der Gitarrengott aus Seattle, ist dabei nur eine glückliche Fügung des Schicksals.
Keineswegs jedoch handelt es sich bei Auerbach und Kollege Pat Carney (Drums) um Ewiggestrige. Geprägt wurden beide, wie so viele dieser Generation, zuerst durch die reichhaltigen Plattensammlungen ihrer 68er Väter und später durch den Indie-Rock der Achtziger und frühen Neunziger. Von letzterem geblieben ist der Punk-Ethos, den das Duo konsequent umsetzt: No bullshit lautet die stets präsente Parole.
Realisiert werden Black Keys-Platten im Rahmen eines überaus effektiven und überschaubaren Low-Budget-Netzwerks aus Vertrauten und Bekannten. So entstand auch "Magic Potion" in Patrick Carneys Keller während im Raum nebenan die Waschmaschine lief. Fürs Cover-Artwork ist der Bruder zuständig, auf Gäste und übertriebene Produktionsetats wird verzichtet.
So entstand einmal mehr und nun bereits zum dritten Mal ein Werk, dem man die Liebe zur Musik und die Aufrichtigkeit, mit der die Black Keys ihre musikalischen Forschungsarbeiten betreiben, in jeder Note anhört.
Bei all der detaillierten Stiltreue und der einmal mehr praktizierten Liebe zum Minimalismus fällt einem zunächst gar nicht auf, was für begnadete Songwriter Auerbach und Carney natürlich auch sind. Sie machen es einem ja auch nicht unbedingt leicht: Der spröde Charme von "You're The One" oder "Strange Desire" gibt sich alle Mühe, den diesen Aufnahmen innewohnenden melodiösen Charme nicht preiszugeben. Am Ende aber siegt natürlich die ingeniöse Eingängigkeit dieser superben Tunes.
Dass dieses zuletzt immer mehr Leuten aufgefallen ist, und die Black Keys nun auf ausdrücklichen Wunsch von Pearl Jam und Radiohead gar als Vorband für die aktuellen Tourneen der beiden Alternative-Dinosauerier gebucht wurden, ist beinahe als eine Art Betriebsunfall zu werten. Mit Sicherheit verdankt sich die dem Duo zuteil werdende Aufmerksamkeit jedoch keinem clever ausgetüfteltem Marketing-Konzept. Die Gelegenheit, ihre Musik erstmals einem derart großen Publikum präsentieren zu dürfen, nehmen die Black Keys mit, wie sie bislang alles mitgenommen haben: Ohne Aufregung, den Kern des Ganzen nicht vergessend. Und der ist für Carney und vor allem Auerbach nun einmal der Blues.
Text: Torsten Groß
Und schon sind die Koordinaten abgesteckt: Urbaner Blues, mehr Chicago als Mississippi Delta, bildet nach wie vor die Basis. Haupt-Inspirationsquelle dürften indes jene Blues-Adepten der auslaufenden Sechzigerjahre gewesen sein, denen Pioniere wie Muddy Waters damals einen späten Lohn ihrer initialen Mühen verdankten: Cream, Van Morrison und natürlich Hendrix. Dass Black Keys-Sänger Dan Auerbach mitunter eine zum Verwechseln ähnliche Klangfarbe in seiner Stimme hat wie der Gitarrengott aus Seattle, ist dabei nur eine glückliche Fügung des Schicksals.
Keineswegs jedoch handelt es sich bei Auerbach und Kollege Pat Carney (Drums) um Ewiggestrige. Geprägt wurden beide, wie so viele dieser Generation, zuerst durch die reichhaltigen Plattensammlungen ihrer 68er Väter und später durch den Indie-Rock der Achtziger und frühen Neunziger. Von letzterem geblieben ist der Punk-Ethos, den das Duo konsequent umsetzt: No bullshit lautet die stets präsente Parole.
Realisiert werden Black Keys-Platten im Rahmen eines überaus effektiven und überschaubaren Low-Budget-Netzwerks aus Vertrauten und Bekannten. So entstand auch "Magic Potion" in Patrick Carneys Keller während im Raum nebenan die Waschmaschine lief. Fürs Cover-Artwork ist der Bruder zuständig, auf Gäste und übertriebene Produktionsetats wird verzichtet.
So entstand einmal mehr und nun bereits zum dritten Mal ein Werk, dem man die Liebe zur Musik und die Aufrichtigkeit, mit der die Black Keys ihre musikalischen Forschungsarbeiten betreiben, in jeder Note anhört.
Bei all der detaillierten Stiltreue und der einmal mehr praktizierten Liebe zum Minimalismus fällt einem zunächst gar nicht auf, was für begnadete Songwriter Auerbach und Carney natürlich auch sind. Sie machen es einem ja auch nicht unbedingt leicht: Der spröde Charme von "You're The One" oder "Strange Desire" gibt sich alle Mühe, den diesen Aufnahmen innewohnenden melodiösen Charme nicht preiszugeben. Am Ende aber siegt natürlich die ingeniöse Eingängigkeit dieser superben Tunes.
Dass dieses zuletzt immer mehr Leuten aufgefallen ist, und die Black Keys nun auf ausdrücklichen Wunsch von Pearl Jam und Radiohead gar als Vorband für die aktuellen Tourneen der beiden Alternative-Dinosauerier gebucht wurden, ist beinahe als eine Art Betriebsunfall zu werten. Mit Sicherheit verdankt sich die dem Duo zuteil werdende Aufmerksamkeit jedoch keinem clever ausgetüfteltem Marketing-Konzept. Die Gelegenheit, ihre Musik erstmals einem derart großen Publikum präsentieren zu dürfen, nehmen die Black Keys mit, wie sie bislang alles mitgenommen haben: Ohne Aufregung, den Kern des Ganzen nicht vergessend. Und der ist für Carney und vor allem Auerbach nun einmal der Blues.
Text: Torsten Groß
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