Ein Mann, ein Wort

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Mehr noch als durch sein Debütalbum 'Blut Gegen Blut' aus dem Jahr 2006 wurde der in Berlin wohnende „Ghettoredakteur” Massiv vor allem durch die gewaltsamen Angriffe auf ihn bekannt. Letzten Sommer wurde er während eines Konzertes in eine Massenschlägerei verwickelt, Anfang diesen Jahres wurde sogar auf ihn geschossen. Doch auch er teilt gerne kräfig aus – zumindest verbal und auf seiner neuen CD 'Ein Mann, Ein Wort'.

Dabei klingt Massiv zum Beispiel auf der Single 'Weißt Du Wie Es Ist' durchaus versöhnlich, wenn er im Refrain für mehr Verständnis gegenüber Anderen und ein friedliches Miteinander plädiert: „Dieses Lied ist wie ein Tagebuch./ Denn nur Gott entscheidet, welche Seele er sich in den Himmel ruft./ Des Menschen Schicksal ist wie 'n leeres Buch./ Verberge niemals deine Tränen, du musst stark sein, wenn du Frieden suchst!“

Allerdings klingt die Art und Weise, wie er für Frieden sorgen will, in anderen Stücken eher unangenehm. Da erklärt er über Beats von DJ Desue, m3&Noyd, Woroc, Brisk Fingaz und Shuko, dass er schon „Nazis verprügelt“ hat (gut!), aber gerne auch Gegner aufhängt „wie 'ne Wäscheklammer“ (aha!) oder ihr „Blutgefäß vom Schulterblatt bis Fußgelenk” zertrennt (lecker!), dass er „dir das Ghetto mit 'ner Bombe auf dein Trommelfell“ bombt (bumms!) und „Redakteure an die Wände“ tackert (upps!). Besonders originell klingt das erstmal nicht, doch trotzdem haben in der Vergangenheit schon alle möglichen MCs gerne mit ihm zusammen gearbeitet – von Godsilla und B-Tight über MOK und MC Bogy bis hin zu Sido.

Vielleicht liegt es daran, dass er eigentlich auch anders kann, wie unter anderem sein Lied 'Es Tut Mir Leid' über eine verflossene Liebe zeigt („Unsere Liebe war wie Fackeln im Wind./ Mit den Tränen in den Augen halt ich wackelnd das Bild./ Es fällt mir schwer, dass dieses Mädchen mich hasst./ Hab' ihr die Ewigkeit versprochen, doch in Wahrheit verkackt.“). Ein anderes Beispiel ist 'Wir Sind Alle Gleich', mit dem er ebenfalls betont, dass er eigentlich ein ganz lieber Kerl ist: „Bau jedem eine Brücke, klär alles mit 'nem Handschlag./ Ich helf der Oma aus 'm Bus raus./ Drück mit all meiner Kraft meinen Frust aus der Brust raus.“

Ob aber solche Textideen wirklich ausreichen, um sich von der Masse der mittelmäßigen Gangsterrapper abzuheben, ist jedoch eher unwahrscheinlich. Dafür ist 'Ein Mann, Ein Wort' dann doch noch etwas zu durchschnittlich geraten.

Text: Holger Muster

Label: Columbia SonyBMG
VÖ: 01.02.2008

Tracklist:
1. Intro - Prototyp Kanacke
2. Ich habe meine Träume wahr gemacht
3.
Ein Mann - ein Wort
4. Wir sind alle gleich
5. Teledin
6. Es tut mir leid
7. Weißt du wie es ist
8. 2 Redakteure
9. Mama
10. Wir sind Kanacken
11. Der die Träume bewahrt
12. Palastine
13. Ich bin kein Berliner
14. Das ist mehr als nur Strassenrap
15. Der Löwe
16. Zur Erinnerung
17. Ende der Zeit
18. Leichenwagen
19. Der Araber
20. 9mm breit
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