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OMNI

Alben von Minus the Bear

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Vom Math-Rock zum Indie-Pop: Minus The Bear haben ihren Sound auf „OMNI“ hörbar weiter entwickelt. Das Ergebnis ist jedoch bestenfalls durchwachsen.

Minus The Bear aus Seattle haben sich in der Vergangenheit stets durch Experimentierfreude und Innovationskraft aus dem schwer zu überblickenden Indie-Jungle hervor getan. Mit ihrem letzten Album „Planet Of Ice“ etwa haben sie 2007 ein vielbeachtetes Prog-Rock-Werk geschaffen, das neben den elektronischen Spielereien von Keyboarder Matt Bayles auch hörbare Jazzeinflüsse zu den Markenzeichen der Band werden ließ. Vergleicht man den Sound der neuen und mittlerweile fünften Platte „OMNI“ mit dem des Vorgängers, kann man dem Quartett zwar immer noch eine gewisse Innovationsfreude attestieren, auf dem aktuellen Werk geben sich Minus The Bear nämlich deutlich popaffiner als noch auf „Planet Of Ice“, allerdings dürften nicht wenige Fans der Band ihre Probleme mit dieser musikalischen Entwicklung haben.

Der Opener „My Time“ ist dann auch ein für Minus The Bear-Verhältnisse ungewohnt eingängiger Popsong, den man mit viel Wohlwollen noch als angenehm sommerlichen Tune bezeichnen könnte, der auf der anderen Seite aber ziemlich belanglos daher kommt. Und auch der folgende Track „Summer Angel“ hat mit progressivem Math Rock nicht mehr viel am Hut. Vielmehr handelt es sich um einen weiteren Popsong, der lediglich in der heißen Jahreszeit funktioniert. Vor allem der Text ("My Summer Angel keeps me on the run") kommt dabei recht cheesy daher. Oder um es plakativer auszudrücken: Minus The Bear klingen auf „OMNI“, als hätte Sting ein Coveralbum mit Maroon 5-Songs aufgenommen. Der ehemalige The Police-Frontmann dient nämlich als unverkennbare Referenz für den Gesang von Minus The Bear-Sänger Jake Snider, was durchaus als Kompliment gemeint ist. Jedoch sind dessen stimmliche Qualitäten eben auch eingebettet in ein Sound-Korsett, das eher an die ebenfalls genannten Mainstream-Rocker erinnert.

Auch die abgedroschenen 80er-Synthies, die auf den meisten Songs des Albums zu vernehmen sind, fangen nach einer Weile an zu nerven. Eine positive Ausnahme stellt „Secret Country“ dar, das von einem Led Zeppelin-Riff getragen wird, zu dem im Hintergrund verhallte Gitarrenmotive erklingen, die an The Police zu „Regatta De Blanc“-Zeiten erinnern. Als geeigneteres Aushängeschild für diese Platte eignet sich aber „Hold Me Down“, dessen Strophe arg an Frankie Goes To Hollywood oder gar Patrick Swayzes musikalische Eskapaden („She’s Like The Wind“) angelehnt ist. Der Refrain des Tracks ist dann zwar solider Indie-Rock inklusive Frickelbeat und tanzbaren Gitarren, jedoch sollten die Ansprüche für eine talentierte Band wie Minus The Bear höher liegen. Gipfel der Dreistigkeit ist schließlich „The Thief“, in dem Jake Snider ernsthaft eine pubertäre Textzeile wie „You have a rich daddy, who hates every boy like me“ zum Besten gibt. Spätestens an dieser Stelle fragt man sich, ob man es hier wirklich mit den echten Minus The Bear zu tun hat.

So lässt sich trotz weniger positiver Ausnahmen fest halten, dass Minus The Bear mit ihrer Version von Popmusik nicht wirklich zu überzeugen wissen. Die Songs auf „OMNI“ sind zwar allesamt voll gekleistert mit einer dicken Soundschicht aus Gitarren, Keyboards und Synthies, jedoch klingen die Amerikaner im Jahre 2010 über weite Strecken seltsam uninspiriert.

Thomas Kasperski

VÖ:
23.08.2010

Label: Universal Music

Tracklist:

01. My Time
02. Summer Angel
03. Secret Country
04. Hold Me Down
05. Excuses
06. The Thief
07. Into The Mirror
08. Animal Backwards
09. Dayglow Vista Rd.
10. Fooled By The Night
11. Your Private Sky
12. Broken China

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