Nur was nicht ist, ist möglich - Die Geschichte der Einstürzenden Neubauten

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von Max Dax und Robert Defcon

Wer hätte das gedacht? "Stahlschlagzeug spielen ist gar nicht gesund" und "Japanische Schrottplätze sind sehr gut sortiert und sauber aufgeräumt." Zwei Weisheiten, die dem Interviewband "Nur was nicht ist, ist möglich - Die Geschichte der Einstürzenden Neubauten" entnommen werden können.
25 Jahre Bandgeschichte rollen die Autoren Max Dax, künftiger Chefredakteur der nach Berlin umziehenden Spex, und Kollege Robert Defcon darin auf: von den Westberliner Kellern auf die Theaterbühnen, von der auf Schrott und Altmetall herumhämmernden Lärmcombo hin zu den Lieblingen des überregionalen Feuilletons, von "Kollaps" bis "Grundstück".

 

 

49 Einzelgespräche mit Bandmitgliedern und Wegbegleitern wie ZickZack-Labelchef Alfred Hilsberg, dem Grafiker Fritz Brinckmann oder "Berlin-Babylon"-Regisseur Hubertus Siegert waren die Basis für diesen Band.

Die Zitate wurden thematisch sortiert und zu rund 300 Seiten Mammutgesprächsrunde zusammengefügt. Für Dax, der einst der 2004 eingestellten Interview-Zeitschrift Alert vorstand, mutmaßlich ein feuchter Traum.

Was erst so wirkt, als wären die Macher nur zu faul gewesen, ein "richtiges" Buch zu schreiben, zeigt schnell seine Vorteile. Lassen sich auf diese Weise doch ergänzende und mitunter grundverschiedene Ansichten der Beteiligten in Bezug auf Arbeitsansätze, Erlebtes und Ideale gegenüberstellen.

Die beeindruckende Fleißarbeit hätte lediglich ein bisschen mehr Lektorat vertragen können. Einige Passagen lesen sich durch die gelegentliche Nähe zur Sprechsprache ein wenig holprig, und der Wunsch, die "wahre Geschichte" der Band zu erzählen, lässt mitunter die Grenze zwischen amüsantem Detail und Belanglosigkeit verschwimmen. So muss man beispielsweise schon sehr großer Fan sein, um den mitunter seitenlangen und immer wiederkehrenden Drogengeschichten gesteigertes Interesse entgegenzubringen. Auch welche Videos die Herren Hacke und Bargeld Mitte der Achtziger ausgeliehen und dann nicht geguckt haben, dürfte nur die wenigsten Leser interessieren.
Dank der überbordenden Fülle an Informationen bleibt trotzdem ein informativer Einblick in das Schaffen, Wirken und Wollen einer der einflussreichsten Bands, die dieses Land je hervorgebracht hat.

Text: Moritz Honert

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