This Atom Heart Of Ours

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Von Indie-Kommerzialisierung verletzte Seelen konnten sich an der Bandgeschichte von Naked Lunch bislang nur laben. Die Klagenfurter standen nach einem geplatzten Major-Deal vor dem Nichts, Sänger Oliver Welter befand sich vor dem letzten Album am Rande der Obdachlosigkeit. Dann gerann ihr Martyrium in "Songs For The Exhausted" zu sehr traurigen Songs.

Die hatten Erfolg, das munterte auf. Und als Pressenotizen verlautbarten, man habe den Zynismus abgelegt, sahen Freunde der heilsamen Schmollmusik schon die Felle davon schwimmen.

 


Doch keine Angst, das sind Männer jenseits der 30, da braucht es für Euphorie schon etwas mehr. Das neue Album besitzt jedenfalls keine, höchstens Knospen davon. Formal fühlt man sich an Pink Floyds "Atom Heart Mother" erinnert, auf dessen Cover eine Kuh prangt. Auf "This Atom Heart of Ours" ist eine Bergwiese zu sehen, mit viel Platz, aber ohne grasende Benutzer. Das Vieh sind wir, doch wir haben uns verkrochen. Denn Welters brüchige Zeilen, die nebenher wabernde Notwist-Elektronik und schüchterne Akkorde lassen wenig Ausbrüche zu. Leider vielleicht, schließlich kommt an den lauten Schmerz der Single "God" von 2004 hier kein Stück heran. Sagen wir es doch einfach: "Songs For The Exhausted" war besser, aber "This Atom Heart Of Ours" ist trotzdem gut. Hat ja auch nicht so weh getan.

Philipp Kohl

 

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