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Motorpsycho
Motorpsycho: The Death Defying Unicorn
- Künstlerseite: Motorpsycho
- Motorblog: "Nun ja, langweilig war es jedenfalls nicht" – Motorpsycho im Conne Island
- motor.de: "Wir sind eine Band, die ständig auf der Suche nach Entwicklung ist" - Motorpsycho im motor.de-Interview
- Motorblog: DESERTFEST (mit MOTORPSYCHO, ORANGE GOBLIN, COLOUR HAZE, u.v.m.) vom 19. - 21. April 2012 in Berlin
Die jazzig-spacige ProgRock-Opera-Vertonung einer dem Unheil geweihten Odyssee par excellence. Obendrein eine fantastische Motorpsycho-Platte: "The Death Defying Unicorn".

(Foto: Kim Ramberghaug)
Die umsichtigste Herangehensweise an ein neues Motorpsycho-Album ist seit jeher der Versuch, das Unerwartete zu erwarten, da die Vorweginformationen über das Schaffen der drei Norweger zumeist etwas irrige Vorstellungen wecken. So lauteten diese diesmalig, dass es sich bei "The Death Defying Unicorn" um ein Kollaborationswerk mit dem Jazz-Keyboarder Ståle Storløkken mit Jazzorchester und Streicher-Oktett im ganz großen konzeptuellen Prog-Rock Stile handele. So weit, so gut, doch reicht diese Umschreibung nicht einmal ansatzweise an die kaum glaublich grandiosere Realität heran.
Wie jüngst im motor.de-Interview bereits angemerkt, war das Grundgerüst für das Konzeptalbum in seiner ursprünglichen, orchestraleren Form für das Trio ein Novum, an das sie dann noch einmal verrockte Hand angelegt haben. Das Endprodukt kann nur als fantastische Synthese aus klassischen, jazzigen und rockigen Elementen bezeichnet werden, das sich in keiner Sekunde in die generisch-überkandidelter-ProgRock-Schublade versenken lässt. "The Death Defying Unicorn" ist die Geschichte einer Odyssee, die keinen besonders glücklichen Verlauf nimmt. Klanglich wundervoll untermalt; latente Bedrohung und Verzweiflung sind durchweg spürbar, jeder Ausbruch in akustischem Bombast nach dräuendem Spannungsaufbau gestaltet sich geradezu als eine Erlösung.
Motorpsycho & Ståle Storløkken - "Into The Gyre"
Da es sich um ein wunderbar rundes Konzeptwerk handelt, fällt es besonders schwer einzelne Stücke herauszugreifen, und dies, obschon die Einteilung in dreizehn Tracks gegenüber einer Spielzeit von 84 Minuten für Motorpsycho geradezu zivile Verhältnisse sind. Die arg trippigen Rockgewitter in "Through The Veil", "Into The Gyre" und den Abschluss-Tracks "Mutiny!" und "Into The Mystic" schicken ungeheuer kraftvoll nach sehr weit draußen, während die instrumentalen und jazzlastigen Parts, wie im Opener "Out Of The Woods" unglaublich Nerven aufreibende und fast schon klaustrophobische Zustände hervorrufende Bedrohung implizieren. Neben den Streichern leisten hier die Bläser sehr gute Dienste, alleine die Klarinette sorgt für eine ganz neue Ebene der spookiness.
Trotz seiner Länge ist "The Death Defying Unicorn" jedoch ungemein kurzweilig. Während die Platte beim ersten Durchlauf noch etwas schwieriger greifbar zu sein scheint, löst sich dieser Schwebezustand der Ungewissheit spätestens beim zweiten in absolutes Wohlgefallen auf und was in dieser norwegischen Alchemistenhütte so formvollendet an Epischem zusammengebraut wurde, gerät sehr schnell zum Suchtmittel.
Motorpsycho & Ståle Storløkken - "Into The Mystic"
Wohl liegen Analogien zwischen diesem Album und Werken von King Crimson und den frühen Genesis gar nicht einmal so fern, zumal es wirklich viele hübsch eingeschweißte Anlehnungspunkte an den klassischen ProgRock bietet. Allerdings geht es noch weit darüber hinaus: Es ist eine Motorpsycho-typisch untypische Platte. Die Lust am Spiel, am Experiment, am Eingehen einiger wohltaxierter Wagnisse ist zu jedem Zeitpunkt deutlich zu vernehmen und ein Angebot, von dem sich nicht alleine eingefleischte Psychonauten werden mitreßen lassen. "The Death Defying Unicorn" ein verflixt gutes Album.
Stephan Sauer
VÖ: 10.02.2012
Label: Stickman Records / Soulfood
Tracklist:
CD I:
01.Out Of The Woods
02.The Hollow Lands
03.Through The Veil
04.Doldrums
05.Into The Gyre
06.Flotsam
CD II:
01.Oh, Proteus – A Prayer
02.Sculls In Limbo
03.La Lethe
04.Oh, Proteus – A Lament
05.Sharks
06.Mutiny!
07.Into the Mystic

(Foto: Kim Ramberghaug)
Die umsichtigste Herangehensweise an ein neues Motorpsycho-Album ist seit jeher der Versuch, das Unerwartete zu erwarten, da die Vorweginformationen über das Schaffen der drei Norweger zumeist etwas irrige Vorstellungen wecken. So lauteten diese diesmalig, dass es sich bei "The Death Defying Unicorn" um ein Kollaborationswerk mit dem Jazz-Keyboarder Ståle Storløkken mit Jazzorchester und Streicher-Oktett im ganz großen konzeptuellen Prog-Rock Stile handele. So weit, so gut, doch reicht diese Umschreibung nicht einmal ansatzweise an die kaum glaublich grandiosere Realität heran.
Wie jüngst im motor.de-Interview bereits angemerkt, war das Grundgerüst für das Konzeptalbum in seiner ursprünglichen, orchestraleren Form für das Trio ein Novum, an das sie dann noch einmal verrockte Hand angelegt haben. Das Endprodukt kann nur als fantastische Synthese aus klassischen, jazzigen und rockigen Elementen bezeichnet werden, das sich in keiner Sekunde in die generisch-überkandidelter-ProgRock-Schublade versenken lässt. "The Death Defying Unicorn" ist die Geschichte einer Odyssee, die keinen besonders glücklichen Verlauf nimmt. Klanglich wundervoll untermalt; latente Bedrohung und Verzweiflung sind durchweg spürbar, jeder Ausbruch in akustischem Bombast nach dräuendem Spannungsaufbau gestaltet sich geradezu als eine Erlösung.
Motorpsycho & Ståle Storløkken - "Into The Gyre"
Da es sich um ein wunderbar rundes Konzeptwerk handelt, fällt es besonders schwer einzelne Stücke herauszugreifen, und dies, obschon die Einteilung in dreizehn Tracks gegenüber einer Spielzeit von 84 Minuten für Motorpsycho geradezu zivile Verhältnisse sind. Die arg trippigen Rockgewitter in "Through The Veil", "Into The Gyre" und den Abschluss-Tracks "Mutiny!" und "Into The Mystic" schicken ungeheuer kraftvoll nach sehr weit draußen, während die instrumentalen und jazzlastigen Parts, wie im Opener "Out Of The Woods" unglaublich Nerven aufreibende und fast schon klaustrophobische Zustände hervorrufende Bedrohung implizieren. Neben den Streichern leisten hier die Bläser sehr gute Dienste, alleine die Klarinette sorgt für eine ganz neue Ebene der spookiness.
Trotz seiner Länge ist "The Death Defying Unicorn" jedoch ungemein kurzweilig. Während die Platte beim ersten Durchlauf noch etwas schwieriger greifbar zu sein scheint, löst sich dieser Schwebezustand der Ungewissheit spätestens beim zweiten in absolutes Wohlgefallen auf und was in dieser norwegischen Alchemistenhütte so formvollendet an Epischem zusammengebraut wurde, gerät sehr schnell zum Suchtmittel.
Motorpsycho & Ståle Storløkken - "Into The Mystic"
Wohl liegen Analogien zwischen diesem Album und Werken von King Crimson und den frühen Genesis gar nicht einmal so fern, zumal es wirklich viele hübsch eingeschweißte Anlehnungspunkte an den klassischen ProgRock bietet. Allerdings geht es noch weit darüber hinaus: Es ist eine Motorpsycho-typisch untypische Platte. Die Lust am Spiel, am Experiment, am Eingehen einiger wohltaxierter Wagnisse ist zu jedem Zeitpunkt deutlich zu vernehmen und ein Angebot, von dem sich nicht alleine eingefleischte Psychonauten werden mitreßen lassen. "The Death Defying Unicorn" ein verflixt gutes Album.
Stephan Sauer
VÖ: 10.02.2012
Label: Stickman Records / Soulfood
Tracklist:
CD I:
01.Out Of The Woods
02.The Hollow Lands
03.Through The Veil
04.Doldrums
05.Into The Gyre
06.Flotsam
CD II:
01.Oh, Proteus – A Prayer
02.Sculls In Limbo
03.La Lethe
04.Oh, Proteus – A Lament
05.Sharks
06.Mutiny!
07.Into the Mystic
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