Stade 2

Alben von Mr. Oizo

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Acid ohne Hoffnung auf Erlösung, Electro ohne Chance auf Dancefloor – ein kaltschnäuzig gewagtes Experiment in Nichtanbiederung.

Puh. "I don’t know what is it exactly", heißt es passenderweise gleich im Intro und es fällt nach einem ersten Eindruck ein wenig schwer, auch dem zweiten Teil des Satzes vorbehaltlos zuzustimmen: "… but I love it." Dass Quentin Dupieux – aka Mr. Oizo – Frankreichs Vorzeige-Electro-Exzentriker ist, weiß man ja. Seit Jahr und Tag lässt er sich zumindest auf Platte von den Erwartungen an ihn kaum beirren, die immer noch auf dem ein Dutzend Jahre alten "Flat Beat"-Mythos beruhen. Er bedient sie immer mal wieder, nach Lust und Laune, scheint es, und zuletzt – auf dem Cover des regulären Vorgängeralbums "Lambs Anger" – gar nur noch als kokettes Surrealismus-Zitat à la Buñuel und Dalí. (Bei der Kunst bleibt es allerdings: Diesmal muss mit "Portrait Of An Artist" ein berühmtes David Hockney-Gemälde als Cover-Inspiration herhalten.)

Musikalisch ist "Stade 2" ein sehr kurz gehaltenes Statement voller trockener Soundarbeit, bar jeder Putzigkeit und nicht eben leichte Kost. Bis auf den Kern heruntergebrochene Acid-Knarzerei bestimmt die Tracks, ohne jedoch auf den erlösenden Break hoffen zu lassen. Allein diese Reduktion auf das reine Soundhandwerk lässt einen in hoffnungslos kalt gefärbter Atmosphäre allein zurück, etwas ratlos vielleicht ob der unbarmherzigen Nichtanbiederung. Sehr viel geschlossener als man das bisher kannte, gibt sich das Album, es gibt da nicht den einen Track mit Ansage, der einem den greifbaren Ausweich-Hit bietet, anhand dessen man sich halbwegs versöhnt fühlen darf.

Mr. Oizo – "France7"

Man muss schon genauer hinhören, sich förmlich in diese Tracks verbeißen, um einen übergeordneten Rhythmus wahrzunehmen, eine antizyklische Struktur, die sich aus dem Sequenzergeholze dann doch herausschälen lässt. Es ist die ständig andauernde Spannung zwischen der kurzatmigen Kleinteiligkeit der Stücke und dieser größeren Klammer abstrakter Konstruktionsarbeit, die letztendlich für Nachhaltigkeit sorgt. Ohne diesen mühsam erarbeiten Lerneffekt bleibt an "Stade 2" nur ein kurzes Wundern über die Kaltschnäuzigkeit eines Mr. Oizo. Das ist gewagt, Respekt.


Augsburg

VÖ: 18.11.2011

Label: Ed Banger / Al!ve

Tracklist:
1. Introeil
2. Camelfuck
3. Douche Beat
4. Datsun
5. Ska
6. EDN
7. Cheeree
8. Oral Sax
9. France7
10. Chiffon
11. Pompe
12. Stade2
13. Druide


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