Noah's Ark

Alben von Coco Rosie

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Als Noah damals seine Arche mit Tieren gefüllt hat, waren von jeder Art zwei an Bord. Nur vom Einhorn nicht, das daraufhin ausgestorben ist. Sagen zumindest die Geschwister Bianca und Sierra Cassidy.

Was das mit der Musik von CocoRosie - ihrem Alter Ego - zu tun hat? Keine Ahnung. Aber das Einhorn und andere Fabelwesen haben die Schwestern auf ihrer zweiten Platte schwer inspiriert. Als CocoRosie vor gut einem Jahr "La Maison de Mon Reve" veröffentlichten, umgarnten die beiden Schwestern ihre Hörer mit schönen Melodien, hinter denen sich teilweise extrem düstere Texte verbargen. Aber auch so Zeilen, wie jene, wo sie davon singen, dass sie sich verliebt hätten, weil ein grauer Himmel plötzlich blau geworden ist. Welch ein Versprechen! "Noah's Ark" gibt solche Versprechen nicht, die Platte macht - in den falschen Momenten gehört - Angst. Die zwölf Lieder klingen, als wären sie an nass-kalten Winterabenden in einsamen Hotelzimmern entstanden. Als wären die jungen Männern, in die sie sich am ersten Frühlingstag des Jahres verliebt hatten, plötzlich unerreichbar. Und so gibt es nur aus der Ferne die "Beautiful Boyz" zu bestaunen, über die sie gemeinsam mit Anthony Johnson in dem gleichnamigen Lied (übrigens der eindeutige Höhepunkt dieser Platte) singen. "Noah's Ark" bleibt - da ist das Album eine Fortsetzung des Debüts - ein Sammelsurium ungewöhnlicher Instrumente. Auch Spielzeug und Katzen (oder die Imitation einer Katze) können hier Musik machen. Das klingt wunderschön. Aber es macht, wie gesagt, auch Angst. Ein Widerspruch? Nicht bei "Noah's Ark".

Text: Dietmar Stork

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