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Ok Go
Ok Go: Of The Blue Colour Of The Sky
Den Augen gefiel das Video zu „Here It Goes Again“ scheinbar besser als den Ohren. Mit ihrem neuen Album will die Band mit dem Laufbandvideo die Verhältnisse wieder richten. Ob OK Go das gelingt?

Ihr Laufband-Tanz machte die Indie-Popper in kürzester Zeit zu YouTube-Stars, was zur Folge hatte, dass kein Artikel über virales Marketing mehr ohne ihre Erwähnung auskam. Die Musik blieb da im Gegenzug schon mal auf der Strecke. Bei großer Begeisterung von der ausgefallenen, choreographischen Idee rückte die musikalische Werschätzung von „Here It Goes Again“ eher in den Hintergrund. Dabei hatten OK Go, so Sänger Damian Kulash, eigentlich gar nicht vor, als Marketing-Wunder in die Geschichte einzugehen. Lag die Stärke der Band bisher also eher im nicht-musikalischen Sektor, versuchen sie nun mit „Of The Blue Colour Of The Sky“ das Gegenteil zu beweisen, was ihnen nicht ausschließlich glückt.
So ruft das Mitte Januar veröffentlichte Video zu "This Too Shall Pass" prompt alte Muster hervor, denn obwohl das Stück durchaus eingängig ist, wird es von der großartigen Inszenierung der im Clip als kleine Marschkapelle verkleideten Musiker übertrumpft. Die Steigerung durch noch mehr orchestrale Musiker, die auf einer offenen Wiese ein grandiosen Schauspiel inszenieren, macht dieses musikfilmische Meisterwerk zu einem würdigen Nachfolger für die Laufbandidee. Auch wenn es um das Booklet ihres neuen Langspielers geht, haben OK Go nicht mit Kreativität gegeizt. Auf dem Cover repräsentiert jeder einzelne Strich eine Textzeile, die jeweils nach einer thematischen Klassifizierung eingefärbt ist - ein wahrer Blickfang, mit dem man erneut Gefahr läuft, sich in der visuellen Welt zu verlieren, während der Silberling im Spieler sich fleißig weiterdreht.
„Of The Blue Colour Of The Sky“ enthalte laut Band ihre bislang "tanzbarsten, hymnischsten und ehrlichsten Songs". Und tatsächlich haben sie sich einen Schritt vom poppigen College-Rock wegbewegt. Schon der erste Song "WTF?" lässt kein langes Rätselraten um den einflussgebenden Musiker zu, dem OK Go hier huldigen: Prince. Bei ihm hat sich die Band nicht nur den markanten Falsettgesang abgeguckt, sondern auch sein Groove-Verständnis übernommen. Die Gitarren beschränken sich auf ein paar funkige Einwürfe, Bass und Drums ordnen sich dem Groove unter, bis kaum etwas übrig bleibt, was man noch reduzieren könnte. Wunderschön vorgeführt etwa in "Skyscraper".
Allerdings wird diese neue Liebe bis in fragwürdige Geschmacksbereiche weiter geführt, wie im komplett Vocoder-gesungenen "Before The Earth Was Round". Wesentlich moderater klingt die darauf folgenden Akustikgitarren-Nummer "Last Leaf", die für wohlige Entspannung sorgt.
Es ist gut für OK Go, dass sie sich schon eine gewisse Bekanntheit erspielt haben, denn "Of The Blue Colour Of The Sky" läuft nicht sofort leicht rein. Kein Stück empfiehlt sich so richtig als radiotauglicher Instant-Hit. Dafür bleibt es auf voller Länge spannend und ist Zeugnis einer spielerisch und künstlerisch deutlich gereiften Band. Wenn das nur ein kleiner Teil der YouTube-Konsumenten wahrnimmt, könnten sie ja schon ganz zufrieden sein.
Robert Goldbach
VÖ: 19.02.10
Label: EMI
Tracklist:
1. WTF?
2. This Too Shall Pass
3. All Is Not Lost
4. Needing/Getting
5. Skyscrapers
6. White Knuckles
7. I Want You So Bad I Can't Breathe
8. End Love
9. Before The Earth Was Round
10. Last Leaf
11. Back From Kathmandu
12. While You Were Asleep
13. In The Glass

Ihr Laufband-Tanz machte die Indie-Popper in kürzester Zeit zu YouTube-Stars, was zur Folge hatte, dass kein Artikel über virales Marketing mehr ohne ihre Erwähnung auskam. Die Musik blieb da im Gegenzug schon mal auf der Strecke. Bei großer Begeisterung von der ausgefallenen, choreographischen Idee rückte die musikalische Werschätzung von „Here It Goes Again“ eher in den Hintergrund. Dabei hatten OK Go, so Sänger Damian Kulash, eigentlich gar nicht vor, als Marketing-Wunder in die Geschichte einzugehen. Lag die Stärke der Band bisher also eher im nicht-musikalischen Sektor, versuchen sie nun mit „Of The Blue Colour Of The Sky“ das Gegenteil zu beweisen, was ihnen nicht ausschließlich glückt.
So ruft das Mitte Januar veröffentlichte Video zu "This Too Shall Pass" prompt alte Muster hervor, denn obwohl das Stück durchaus eingängig ist, wird es von der großartigen Inszenierung der im Clip als kleine Marschkapelle verkleideten Musiker übertrumpft. Die Steigerung durch noch mehr orchestrale Musiker, die auf einer offenen Wiese ein grandiosen Schauspiel inszenieren, macht dieses musikfilmische Meisterwerk zu einem würdigen Nachfolger für die Laufbandidee. Auch wenn es um das Booklet ihres neuen Langspielers geht, haben OK Go nicht mit Kreativität gegeizt. Auf dem Cover repräsentiert jeder einzelne Strich eine Textzeile, die jeweils nach einer thematischen Klassifizierung eingefärbt ist - ein wahrer Blickfang, mit dem man erneut Gefahr läuft, sich in der visuellen Welt zu verlieren, während der Silberling im Spieler sich fleißig weiterdreht.
„Of The Blue Colour Of The Sky“ enthalte laut Band ihre bislang "tanzbarsten, hymnischsten und ehrlichsten Songs". Und tatsächlich haben sie sich einen Schritt vom poppigen College-Rock wegbewegt. Schon der erste Song "WTF?" lässt kein langes Rätselraten um den einflussgebenden Musiker zu, dem OK Go hier huldigen: Prince. Bei ihm hat sich die Band nicht nur den markanten Falsettgesang abgeguckt, sondern auch sein Groove-Verständnis übernommen. Die Gitarren beschränken sich auf ein paar funkige Einwürfe, Bass und Drums ordnen sich dem Groove unter, bis kaum etwas übrig bleibt, was man noch reduzieren könnte. Wunderschön vorgeführt etwa in "Skyscraper".
Allerdings wird diese neue Liebe bis in fragwürdige Geschmacksbereiche weiter geführt, wie im komplett Vocoder-gesungenen "Before The Earth Was Round". Wesentlich moderater klingt die darauf folgenden Akustikgitarren-Nummer "Last Leaf", die für wohlige Entspannung sorgt.
Es ist gut für OK Go, dass sie sich schon eine gewisse Bekanntheit erspielt haben, denn "Of The Blue Colour Of The Sky" läuft nicht sofort leicht rein. Kein Stück empfiehlt sich so richtig als radiotauglicher Instant-Hit. Dafür bleibt es auf voller Länge spannend und ist Zeugnis einer spielerisch und künstlerisch deutlich gereiften Band. Wenn das nur ein kleiner Teil der YouTube-Konsumenten wahrnimmt, könnten sie ja schon ganz zufrieden sein.
Robert Goldbach
VÖ: 19.02.10
Label: EMI
Tracklist:
1. WTF?
2. This Too Shall Pass
3. All Is Not Lost
4. Needing/Getting
5. Skyscrapers
6. White Knuckles
7. I Want You So Bad I Can't Breathe
8. End Love
9. Before The Earth Was Round
10. Last Leaf
11. Back From Kathmandu
12. While You Were Asleep
13. In The Glass
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