"Wir haben eindeutig zu viel Eier." - Papa Roach im Interview

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Papa Roach-Sänger Jacoby Shaddix über Zukunftsvisionen, das Verhältnis zu den Black Eyed Peas, Beischlaf mit seiner Frau und das Touren mit zu viel Eiern.

17 Jahre Musikbusiness haben sie mittlerweile in den Knochen. Mit "Last Resort" gelang ihnen einst der Durchbruch. Nur müde werden sie nicht. Ein voller Tourkalender bis Spätsommer nächsten Jahres zeugt von reichlich Energiereserven. Wir trafen Papa Roach-Sänger Jacoby Shaddix anlässlich ihres musikalischen Deutschlandaufenthaltes in Freiburg. Dabei blickte er auf eine lange Karriere zurück und wusste von gutem deutschen Essen und unterhaltsamen Ausflügen ins Fersehgeschäft zu berichten.

motor.de:
17 Jahre nach Gründung eurer Band seid ihr jetzt wieder auf Tour. Fühlt es sich noch an wie am ersten Tag?

Jacoby: Nein, es fühlt sich eher wie eine Ewigkeit an, als ob ich schon immer hier wäre. Nichts desto trotz haben wir  immernoch viel Spaß an der Musik, raus auf die Bühne zu gehen und unterwegs neue Ideen für zukünftige Aufnahmen zu sammeln. Wir machen das zwar schon 17 Jahre, aber der kreative Prozess etwas Neues zu probieren ist weiterhin reizvoll für uns.

motor.de:
Ihr schreibt neue Songs unterwegs während Jam-Sessions im Bus, stimmt das?

Jacoby: Ja, überall. Backstage in der Umkleide, im Bus oder auch während des Sound-Checks. Wir sammeln Ideen und nehmen sie mit nach Hause, um dort alles zu ordnen.

motor.de: In Deutschland kommt es nicht so oft vor, dass mehrere Bands gemeinsam auf Tour gehen. In den USA ist das ja schon fast Standard. Ihr seit momentan mit den befreundeten Bands, Disturbed, Buckcherry und Halestorm unterwegs. Wie kann man sich einen Tourtag bei so vielen Herren (und einer Dame) vorstellen?

Jacoby: Yeah, wir haben eindeutig zu viel Eier. Aber das passt schon. Wir haben eine sehr gute Zeit zusammen. Es ist einfach cool die ganze Zeit mit Freunden abzuhängen, so wie gestern Abend als wir mit den Jungs von Buckcherry schön, traditionell deutsch essen waren. Es macht einfach Spaß mit so vielen verschiedenen Leuten aus verschiedenen Bands.

motor.de: Was gab es denn Leckeres?

Jacoby: Lass mich überlegen: Schweineschnitzel mit Kartoffeln und Rotkohl. Großartig!

motor.de: Euer letztes komplettes Studio-Album „Metamorphosis“ kam im März 2009 raus, danach folgte eine Best Of – seit kurzem gibt’s das neue Album „Time For Annihilation“ – eine Mischung aus Live- und neuen Songs. Hattet ihr nicht genug neues Material für ein komplettes Album oder was wolltet ihr mit der Mischung live und neu erreichen?

Jacoby: Nein. Weißt Du, wir hatten ein paar neue Songs fertig und wollten nicht wie zuletzt diese wieder auf eine EP packen. Außerdem hatten wir vor ein Live-Album rauszubringen. So war es für uns die perfekte Mischung, ein Live-Album mit Bonustracks zu veröffentlichen. Uns war es einfach auch wichtig ein Longplayer fertig zu haben, bevor wir wieder auf Tour gingen.

motor.de: Und das nächste Studio-Album? Wie lange sollten sich die Fans gedulden?

Jacoby: Im Moment haben wir mit "Burn" und "No Matter What" zwei Songs die wir gerade veröffentlichen. Jetzt werden wir aber erst einmal bis nächsten Spät-Sommer auf Tour sein. Wir werden noch in den USA und in Kanada unterwegs sein und danach für ein paar Festivals nach Europa zurückkehren. Wie Du siehst, wird das also noch eine Weile dauern.

motor.de: Hat man als Band, die schon so lang im Geschäft ist, denn noch irgendwelche Wünsche oder Träume, die man erreichen will?

Jacoby: Ja, natürlich. Ein paar von uns würde gerne ein paar CDs produzieren.

motor.de: Gibt es denn da ein paar Bands, die ihr unterstützen wollt oder habt ihr ganz und gar schon ein eigenes Label?

Jacoby: Nein, haben wir noch nicht und im Moment fokussieren wir uns eher auf unseren Vollzeit-Job: Papa Roach.

motor.de: Ok, was war denn die erste CD/LP die du dir gekauft hast und welche die Letzte?

Jacoby: "Poison" war die erste CD. Wilder 80er Jahre Haar-Rock und zuletzt habe ich mir die aktuelle My Chemical Romance geleistet.

motor.de: Du warst ja auch Moderator der Sendung "Scarred" bei MTV....

Jacoby: Lief das hier in Deutschland?

motor.de: Ja, ich glaube es lief bis letztes Jahr.

Jacoby: Cool. Ja, ich hatte eine sehr coole Zeit da. Es war eine verrückte Show. Eine dieser Sendungen, die du eigentlich nicht sehen willst, aber auch nicht aufhören kannst sie zu schauen.

motor.de: Ihr wart ja als Feature auf dem Album "Elephunk" von den Black Eyed Peas bei einem Song dabei – arbeitet ihr gern mit anderen Bands zusammen, die nicht aus dem selben Genre kommen?

Jacoby: Es war eine Riesenerfahrung. Wir kannten die Leute von den Black Eyed Peas seit Jahren. Wir gingen gemeinsam in den Clubs von Los Angeles ein und aus. Eines Tages beschlossen wir einen geilen Song zu machen. Also gingen wir nach Sacramento in unser Home-Studio um die Basis für den Song aufzunehmen, bevor der Track mit Gesang in New York vervollständigt wurde.

motor.de: Also seid ihr Freunde?

Jacoby:
Weißt Du, ich habe sie schon eine ganze Weile nicht gesehen. Jeder macht so sein Ding. Wir touren, sie touren, da ist schwierig zu vereinbaren. Aber es wäre defintiv cool sie mal wieder zu sehen.

motor.de: Und gibt es da weitere Pläne für Zusammenarbeiten mit anderen Künstlern?

Jacoby: Nicht wirklich. Es gibt zwar einige Künstler, wie The Prodigy, mit denen ich gerne mal etwas machen würde, aber geplant ist im Moment nichts, nein.

motor.de:
Was hälst du davon, dass viele Bands derzeit ein Comeback wagen? Viele 80er Jahre Bands feiern gerade ihr Revival...

Jacoby: Ich habe Respekt davor. Ich liebe es wenn die 80er Jahre Bands zurückkehren und es krachen lassen. Wir hatten letztens ein paar Gigs mit Guns 'n' Roses, ok es war nur Axl Rose, aber was solls, es war fett.

motor.de: Cool. Seit 17 Jahren gibt es euch nun schon, denkst du wir werden in 17 Jahren wieder hier sitzen?

Jacoby: Oh, halts Maul. (lacht) Aber ich kann mir wirklich nichts anderes vorstellen als irgendwas mit Musik zu machen. Musik ist in meinem Blut, in meinen Knochen und da gibt es eigentlich nichts besseres für mich, außer vielleicht Beischlaf mit meiner Frau zu betreiben. (lacht)

Interview und Fotos: Ben Pakalski


Ben Pakalski ist freier Fotograf und hat sich vor allem auf Band- und Live-Fotografie spezialisiert. Für motor.de ist er in den Konzerthallen des ganzen Landes unterwegs. Mehr von ihm könnt ihr auf der Homepage des Fotografen aus Mannheim und Ludwigshafen sehen.


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