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Patrick Wolf
Patrick Wolf: Lupercalia
Vom Werwolf zum Kuschelteddy: Große Gefühle mit großem Pathos und ganz viel Musik drumherum.

Man war ja schon vor einigen Monaten gewissermaßen vorgewarnt durch die erste Singleauskopplung. „Time Of My Life“ bot mit seinen omnipräsenten Streichern, den dramatischen Pianoanschlägen, Handclaps und ausgreifenden Melodiebögen eine neue Phase in der Selbsterfindungsgeschichte des Londoner Exzentrikers. Vorbei die Berichte aus den als Werwolf-Werdung verbrämten Leidenswirren der Adoleszenz, die rockistischen oder Neon-Anleihen, es geht jetzt um Liebe. Und das bedeutet bei Patrick Wolf natürlich alles andere als stille Freude oder Leid.
Patrick Wolf – „The City“
„The City“, zweite Single und Opener des Albums, packt dann auch gleich noch einen ordentlichen Packen an Herzschmerz-Simplizität drauf. Mit seiner sturen Bumm-Bumm-Ästhetik, dem schlimmen Achtziger-Saxophon im Hintergrund und seinem wie immer pathetisch gesättigten Gesang gemahnt es an die nicht so rühmenswerten Phasen eines Neil Diamond oder Tom Jones, als die noch weit entfernt von jeglicher Alterscredibilität waren und eher Mittelklassehausfrauen becircten. Für große Gefühle und große Auftritte auf großen Bühnen war Patrick Wolf indessen schon immer zu haben. Mit „Lupercalia“ wirft er nur den – aus jetziger Sicht – Ballast der bisher immer deutlich mitschwingenden Widerborstigkeit ab und tut weitgehend in Reinform, was er immer am Besten konnte und wofür ihn seine naturgemäß vorwiegend weibliche Fangemeinde eh am meisten geliebt hat: emotional aufzutrumpfen und im Zweifelsfall stets auf Breitwand zu setzen.

Er kann das gut, das beweist dieses fünfte Album. Als orchestrales Großwerk soll „Lupercalia“ in die Discografie einziehen, von Allem gibt es hier viel, Zartheit lässt sich zwar im Songwriting durchaus reichlich entdecken – allerdings muss man sich erst durch den bombastischen Sound wühlen, der vollgepackt ist mit allem, was Synthie-, Bläser- und Streicherteppiche herzugeben vermögen. Keine Schmerzgrenze gibt es natürlich auch bei den Lyrics, die sich im Kaliber von „This is the greatest peace I’ve ever known, only your love makes house a home“ wohlfühlen und bei denen man irgendwann nicht mehr wirklich genau wissen will, welche tiefschürfenden Seelenoffenbarungen Patrick Wolf uns noch mitteilen will.
Es ist zweifelsfrei ein Album, das jene lieben werden, die an Patrick Wolf die überbordende Geste, das unbedingte Alles-oder-Nichts schätzen. Emotional weniger Engagierte werden sich wie immer fragen, was eigentlich die Faszination dieses Dauer-Jungspunds ausmacht.
Augsburg
VÖ: 17.6.2011
Label: Hideout / Universal
Tracklist:
1. The City
2. House
3. Bermondsey Street
4. The Future
5. Armistice
6. William
7. Time Of My Life
8. The Days
9. Slow Motion
10. Together
11. The Falcons

Man war ja schon vor einigen Monaten gewissermaßen vorgewarnt durch die erste Singleauskopplung. „Time Of My Life“ bot mit seinen omnipräsenten Streichern, den dramatischen Pianoanschlägen, Handclaps und ausgreifenden Melodiebögen eine neue Phase in der Selbsterfindungsgeschichte des Londoner Exzentrikers. Vorbei die Berichte aus den als Werwolf-Werdung verbrämten Leidenswirren der Adoleszenz, die rockistischen oder Neon-Anleihen, es geht jetzt um Liebe. Und das bedeutet bei Patrick Wolf natürlich alles andere als stille Freude oder Leid.
Patrick Wolf – „The City“
„The City“, zweite Single und Opener des Albums, packt dann auch gleich noch einen ordentlichen Packen an Herzschmerz-Simplizität drauf. Mit seiner sturen Bumm-Bumm-Ästhetik, dem schlimmen Achtziger-Saxophon im Hintergrund und seinem wie immer pathetisch gesättigten Gesang gemahnt es an die nicht so rühmenswerten Phasen eines Neil Diamond oder Tom Jones, als die noch weit entfernt von jeglicher Alterscredibilität waren und eher Mittelklassehausfrauen becircten. Für große Gefühle und große Auftritte auf großen Bühnen war Patrick Wolf indessen schon immer zu haben. Mit „Lupercalia“ wirft er nur den – aus jetziger Sicht – Ballast der bisher immer deutlich mitschwingenden Widerborstigkeit ab und tut weitgehend in Reinform, was er immer am Besten konnte und wofür ihn seine naturgemäß vorwiegend weibliche Fangemeinde eh am meisten geliebt hat: emotional aufzutrumpfen und im Zweifelsfall stets auf Breitwand zu setzen.

Er kann das gut, das beweist dieses fünfte Album. Als orchestrales Großwerk soll „Lupercalia“ in die Discografie einziehen, von Allem gibt es hier viel, Zartheit lässt sich zwar im Songwriting durchaus reichlich entdecken – allerdings muss man sich erst durch den bombastischen Sound wühlen, der vollgepackt ist mit allem, was Synthie-, Bläser- und Streicherteppiche herzugeben vermögen. Keine Schmerzgrenze gibt es natürlich auch bei den Lyrics, die sich im Kaliber von „This is the greatest peace I’ve ever known, only your love makes house a home“ wohlfühlen und bei denen man irgendwann nicht mehr wirklich genau wissen will, welche tiefschürfenden Seelenoffenbarungen Patrick Wolf uns noch mitteilen will.
Es ist zweifelsfrei ein Album, das jene lieben werden, die an Patrick Wolf die überbordende Geste, das unbedingte Alles-oder-Nichts schätzen. Emotional weniger Engagierte werden sich wie immer fragen, was eigentlich die Faszination dieses Dauer-Jungspunds ausmacht.
Augsburg
VÖ: 17.6.2011
Label: Hideout / Universal
Tracklist:
1. The City
2. House
3. Bermondsey Street
4. The Future
5. Armistice
6. William
7. Time Of My Life
8. The Days
9. Slow Motion
10. Together
11. The Falcons
Links
Max
vor 346d 17h
Scheiß Typ, scheiß Mucke! Alles dislike....





Ob ich den Troll füttern soll?
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