Grace/Wastelands

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Pete Doherty möchte ab sofort Peter genannt werden. Ein Zeichen, dass er erwachsen wird? Sein gelungener Alleingang "Grace/Wastelands" liefert zumindest Grund zu dieser Annahme.

Peter Doherty, der durch die Medien eher mit "Drogen-Skandalen" und seiner bewegten Beziehung mit Top-Model Kate Moss bekannt wurde, veröffentlicht mit Grace/Wastelands sein Solo-Debüt. In Zusammenarbeit mit Smith-Produzenten Stephen Street, Blur-Gitarristen Graham Coxen, Songschreiberin Dot Allison sowie den Bandmitglieder der Babyshambles erarbeitete er ein überraschendes Werk.

"Grace/Wastelands" eröffnet mit bescheidenen Akustik-Gitarren-Klängen, die lediglich von einem Besen geschlagenem Drumset begleitet werden. Dieser feingliedrige Anfang entpuppt sich schnell als fröhlich gesungene Geschichte. "Arcadie" begeistert durch Leichtigkeit und handelt vom imaginären Paradies Dohertys, welches rein und unverfälscht zu sein scheint. Es folgt seine erste Single-Auskopplung "Last Of The English Roses", in der er von Kindertagen berichtet. Es ist ein sehr ausdrucksstarker Titel: Die Rassel reiht sich zum Takt der drückenden Drums, die kräftig gespielte Akustik-Gitarre zum dupfen Bass und ein durchdringender in Erinnerungen schwelgender Doherty bedankt sich bei einer Freundin, die zu damaligen Zeiten auf gleicher Wellenlänge lag.
Eine Swing-Nummer fließt durch "The Sweet By and By" ins Album ein. Mit 20iger Jahre Piano, Trompete, Akustik-Gitarre und Kontrabass entsteht schnell ein fließender Rhythmus, zu dem der Brite mit überzeugend lässiger Stimme eine Hommage an seinen Libertines-Freund Carl Barât abliefert. Er erinnert an gemeinsame Tage und Shows.

Peter Doherty - Last Of The English Roses



Auch seine Zeit mit Kate Moss verarbeitet Peter Doherty auf Grace/Wastelands. Textpassagen wie "Sie öffnete ihr Herz einem Rabauken, er war voller Narben und Herion" lassen den Hörer im Duett-Stück "Sheep Tearaway" an seine letzte Beziehung zurückdenken. In diesem tragischen Liebeslied unterstützt die schottische Singer-Songwriterin Dot Allison mit sanfter Stimme Peters Gesangs und gibt dem Titel eine sehr traurige und emotionale Note. Das Album endet in einer idealistischen Version von Leidenschaft und Vertrauen: Mit "Lady, Don´t Fall Backwards" beschwört Doherty die Angebetete, sich in seine Arme fallen zu lassen - ein romatischer Abschluss.

Im größtenteils akustisch aufgenommenem Debüt gibt Peter Doherty Einblicke in seine Seele. Mit viel Gefühl singt er über seine Vergangenheit und scheint somit einen Weg gefunden zu haben, Persönliches zu verarbeiten. Das Solo-Album birgt mehr Tiefe als seine Babyshambles- oder Libertines-Stücke und offenbart nicht die drogenabhängige Person aus den Schlagzeilen, sondern einen begabten Singer-Songwriter.

Sebastian Wiczak

VÖ: 13.03.2009

Label: EMI Records Ltd.

Tracklist "Grace/Wastelands"
01. Arcadie
02. Last Of The English Roses
03. 1939 Returning
04. A Little Death Around The Eyes
05. Salome
06. Through The Looking Glass
07. Sweet By And By
08. Palace Of Bone
09. Sheepskin Tearaway
10. Broken Love Song
11. New Love Grows On Trees
12. Lady, Don’t Fall Backwards

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