The Defamation Of Strickland Banks

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Nach einem Ausflug ins Filmgeschäft steht Ben Drew alias Plan B wieder auf der Bühne - und beweist mit "The Defamation Of Strickland Banks", dass er dort goldrichtig ist.



Ben Drew will eine große Nummer werden. Dem Musiker, der schon auf seinem Debüt "Who Needs Action When You Got Words" als Plan B und dort noch mit britischem Garagenrap von sich reden machte, reichte nicht, was er da erschuf. Schon diese ewigen Vergleiche mit Mike Skinner! Prompt verdingte er sich als Regisseur und Schauspieler zweier Filme.
Das war 2006. Jetzt holt er, zurück auf der Bühne, mit "The Defamation Of Strickland Banks" zum großen Wurf aus.


Die Eckpfeiler von Plan B scheinen schnell markiert zu sein: Da mag einer Michael Jackson, Prince, Marvin Gaye, Motown und Grime und traut sich, den HipHop zum Popobjekt zu erheben. Was aber das erfrischend leicht zugängliche Konzeptalbum "The Defamation Of Strickland Banks" erst so besonders macht, ist seine Erscheinung in Person.

Plan B - She Said


Wenn Plan B auftritt, steht da ein unscheinbarer, aber wohlgekleideter junger Mann auf der Bühne, von dem man erst nicht weiß, ob er dir gleich eine Versicherung verkaufen oder um die Hand deiner Tochter anhalten will. Dann kommt eine Band, die so auf den Punkt spielt, als wolle jedes Mitglied dem Dasein als Studiomusiker auf immer entfliehen, ein Backgroundchor aus dicken, dunkelhäutigen Stimmgewalten, und ein Mikrofon für Ben Drew, der in dem Moment in nichts anderem als seinem Element ist, so unwirklich das auch aussieht.



All das wird hier erzählt, um die Qualität der Songs von "The Defamation Of Strickland Banks" zu illustrieren. Jeder der 13 Stücke, die auf Platte höchstens hier und da mal eine Spur zu glatt klingen, funktionieren im Club bei 40 C° und im Autoradio gleichermaßen. Weil es Pop ist, der sich gar nicht bemühen muss, welcher zu sein.

In heimischen Vereinigten Königreich hat "The Defamation Of  Strickland Banks" längst die Spitze der Charts erreicht, hierzulande enterte die Single "She Said" auch die Heavy Rotations der Radiosender. Nicht dass das ein Gradmesser für Qualität wäre. Aber für Massenkompatibilität. Und wenn die einer mit soviel Esprit, Vision und Stil umzusetzen weiß und sein Gesicht dadurch nicht verliert, sondern sich eines macht, und wenn er sich seine Musik auch in Zukunft nicht zu einfach macht, dann ist er auf dem richtigen Weg. Da sag noch mal einer, Weißbrote hätten keinen Soul im Blut. Ben Drew wird eine große Nummer.

Fabian Soethof


VÖ: 30.07.2010

Label: Warner

Tracklist:
01. Love Goes Down
02. Writing's On The Wall
03. Stay Too Long
04. She Said
05. Welcome To Hell
06. Hard Times
07. The Recluse
08. Traded In My Cigarettes
09. Prayin'
10. Darkest Place
11. Free
12. I Know A Song
13. What You Gonna Do
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