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Playfellow
Playfellow: Carnival Off
Tolle Melodien, viel Herz und jede Menge Gänsehaut. Playfellow legen mit "Carnival Off" ein gutes Album vor und etablieren sich als ernstzunehmende Band.

Playfellow aus Chemnitz gründeten sich vor sechs Jahren und erspielten sich schnell einen hervorragenden Ruf in der ostdeutschen Musikszene. Im Jahr 2007 unterzeichnete man einen Deal bei Sweet Home Records, ein Jahr später erschien das viel beachtete Debüt "Penumbra". Nun legt das Quintett mit "Carnival Off" das Nachfolgealbum vor, welches den nächsten Schritt nach vorn darstellt und die Genres Indie und Postrock eindrucksvoll verbindet.
Es überrascht, mit welcher Leichtigkeit und Abgeklärtheit Playfellow auf "Carnival Off" agieren. Der Opener "Your Ghost" nimmt den Hörer mit zartem Gitarren-Intro und der warmen Stimme von Toni Niemeier sofort gefangen. Nach und nach gesellen sich Schlagzeug und sanfte Synthesizer-Klänge hinzu und leiten zu einem ausufernden Klangteppich hin, bevor sich alles in verträumt-zweistimmigem Gesang auflöst. Vor allem Niemeiers Leistung muss dabei hervorgehoben werden: Der Frontmann singt mal zerbrechlich-klagend, dann wieder kraftvoll und dynamisch und vermag es auf diese Art und Weise, den Songs eine ganz persönliche Note zu verleihen.
Playfellow - "Echoes"
Das stimmungsvolle "Another Weird Place" kann zunächst mit wunderbarer Jazzclub-Atmosphäre überzeugen, bevor elegische Streicher den zweiten Teil des Songs einleiten, in dem es wesentlich flotter und poppiger zu Werke geht. Hier beweisen Playfellow viel Fingerspitzengefühl beim Arrangement.
"Voices From Downstairs" mit seinem emotionalen Mittelteil oder das kurze "Sad Families", auf dem Niemeier lediglich von einer Akustikgitarre begleitet wird, sind weitere Höhepunkte. Zu erwähnen sei außerdem noch das über zehn Minuten lange "Carnival", welches in bester Postrock-Manier vom leisen Rauschen zur großen Wand heranwächst und das Album atmosphärisch ausklingen lässt.
Der Großteil der Songs auf der Platte sprengt ohnehin das herkömmliche Radioformat, was für das Postrock-Genre nicht untypisch ist. Allerdings liegt hier das Problem der Platte: Nummern wie "All's Asleep" und "No Melodies" bieten etwas zu viel Leerlauf, so dass man das Gefühl bekommt, dass beim Songwriting das letzte Quäntchen Konsequenz gefehlt hat. So verharrt man bis zum letzten Ton in hoffnungsvoller Erwartung, wird letztendlich aber etwas enttäuscht. Dies ist aber der einzige Kritikpunkt an einer ansonsten emotionalen und vor allem sehr stimmigen Platte.
Anton Kostudis
VÖ: 26.11.2010
Label: Sweet Home Record
Tracklist:
1. Your Ghost
2. Echoes
3. No Melodies
4. Another Weird Place
5. All's Asleep
6. Where April Woods Are Red
7. Voices From Downstairs
8. Sad Families
9. Carnival

Playfellow aus Chemnitz gründeten sich vor sechs Jahren und erspielten sich schnell einen hervorragenden Ruf in der ostdeutschen Musikszene. Im Jahr 2007 unterzeichnete man einen Deal bei Sweet Home Records, ein Jahr später erschien das viel beachtete Debüt "Penumbra". Nun legt das Quintett mit "Carnival Off" das Nachfolgealbum vor, welches den nächsten Schritt nach vorn darstellt und die Genres Indie und Postrock eindrucksvoll verbindet.
Es überrascht, mit welcher Leichtigkeit und Abgeklärtheit Playfellow auf "Carnival Off" agieren. Der Opener "Your Ghost" nimmt den Hörer mit zartem Gitarren-Intro und der warmen Stimme von Toni Niemeier sofort gefangen. Nach und nach gesellen sich Schlagzeug und sanfte Synthesizer-Klänge hinzu und leiten zu einem ausufernden Klangteppich hin, bevor sich alles in verträumt-zweistimmigem Gesang auflöst. Vor allem Niemeiers Leistung muss dabei hervorgehoben werden: Der Frontmann singt mal zerbrechlich-klagend, dann wieder kraftvoll und dynamisch und vermag es auf diese Art und Weise, den Songs eine ganz persönliche Note zu verleihen.
Das stimmungsvolle "Another Weird Place" kann zunächst mit wunderbarer Jazzclub-Atmosphäre überzeugen, bevor elegische Streicher den zweiten Teil des Songs einleiten, in dem es wesentlich flotter und poppiger zu Werke geht. Hier beweisen Playfellow viel Fingerspitzengefühl beim Arrangement.
"Voices From Downstairs" mit seinem emotionalen Mittelteil oder das kurze "Sad Families", auf dem Niemeier lediglich von einer Akustikgitarre begleitet wird, sind weitere Höhepunkte. Zu erwähnen sei außerdem noch das über zehn Minuten lange "Carnival", welches in bester Postrock-Manier vom leisen Rauschen zur großen Wand heranwächst und das Album atmosphärisch ausklingen lässt.
Der Großteil der Songs auf der Platte sprengt ohnehin das herkömmliche Radioformat, was für das Postrock-Genre nicht untypisch ist. Allerdings liegt hier das Problem der Platte: Nummern wie "All's Asleep" und "No Melodies" bieten etwas zu viel Leerlauf, so dass man das Gefühl bekommt, dass beim Songwriting das letzte Quäntchen Konsequenz gefehlt hat. So verharrt man bis zum letzten Ton in hoffnungsvoller Erwartung, wird letztendlich aber etwas enttäuscht. Dies ist aber der einzige Kritikpunkt an einer ansonsten emotionalen und vor allem sehr stimmigen Platte.
Anton Kostudis
VÖ: 26.11.2010
Label: Sweet Home Record
Tracklist:
1. Your Ghost
2. Echoes
3. No Melodies
4. Another Weird Place
5. All's Asleep
6. Where April Woods Are Red
7. Voices From Downstairs
8. Sad Families
9. Carnival
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Für alle Freunde von "Ok Computer" ein absolutes Muss im Plattenschrank. Sehr gelungenes Album!
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