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Portugal.The Man
Portugal.The Man: The Satanic Satanist
Portugal. The Man sind auf der Flucht. Mit „The Satanic Satanist“ gelingt es ihnen aber nicht nur, der Realität zu entkommen, sondern auch der Routine.

Stillstand ist der Tod und Routine der größte natürliche Feind der Kreativität, das wissen auch Portugal. The Man und da Unberechenbarkeit auf deren Agenda seit jeher höchste Priorität genießt, schmissen sie für die Entstehung des neuen Albums mal eben so ziemlich alle Konstanten im Band-Universum über Bord, auf dass neue Energien freigesetzt werden. Paradoxerweise ist das Ergebnis "The Satanic Satanist" das wohl so ziemlich vorhersehbarste Portugal. The Man-Album geworden, ein Hybrid der den Bogen von den Beat-Loops und dem Mellow Soul des Debüts bis hin zu den hippieesk-psychedelischen Leisetretereien des letzjährig erschienenen "Censored Colours" schlägt und damit die erste PTM-Platte ist, die nicht versucht, neues Terrain zu erobern!
Die Experimentierfreude, den spielwütigen 70er Heavy-Rock und leider auch die designierten Hits des bisherigen Backkatalog-Highlights "Church Mouth", haben die Exil-Alaskaner weitestgehend außen vor gelassen. Glaubt man den Aussagen von Bandhäuptling John Baldwin Gourley, ist die verhältnismäßig konventionelle Note des Albums zu großen Teilen der Unsicherheit der Band gegenüber der neuen Situation, zum ersten Mal nicht zu Hause und mit Menschen aufzunehmen, die nicht dem eigenen Freundeskreis entstammen, geschuldet! "Wir haben uns vorher ziemlich in die Hosen gemacht, weil wir nicht wussten ob das für uns funktionieren würde", gibt der schmächtige Frontmann, dessen Tonfall sich übrigens nicht wesentlich von seiner prägnant hohen Sing-Stimme unterscheidet, unumwunden zu. Schließlich hat man mit Paul Q. Kolderie und Adam Taylor, welche u.a. schon die Pixies, Radiohead, Lemonheads und die Dresden Dolls betreut haben, sowie Cornershop-Gitarrist/Keyboarder Anthony Safferty auch absolute Profis für die Produktion engagiert. "Zum ersten Mal haben wir versucht 'richtige' Songs zu schreiben, wie 'normale' Bands, das war eine ziemlich Herausforderung für uns." umschreibt Gourley, den Songwriting-Prozess.
Portugal. The Man - Colors (acoustic)
Eine Premiere war auch, dass man versucht hat, mit komplett fertigen Songs ins Studio zu gehen. "Wie besessen" habe man bereits im Vorfeld der Studio-Phase gearbeitet um auch ja nichts dem Zufall zu überlassen und nicht das Risiko eines Inspirationsloches einzugehen. Laut Gourley haben er und seine Jungs bei den Vorgängern immer eher auf die bewährten Jamsessions und das eigene Bauchgefühl vertraut. Das Resultat erinnert den Schöpfer vor allem an seine Kindheit und Jugend: "Ich bin immer noch überrascht, wie 90er das Album für mich klingt, vor allem die Beats erinnern mich an die Hip-Hop Sachen die wir während unserer Highschool-Zeit sehr viel gehört haben." Weitaus augenscheinlicher sind aber wohl die Assoziationen zu den klassischen Oldies-Radio-Sendern, die für einen Großteil der musikalischen Sozialisation Mr. Gourleys verantwortlich waren, egal ob das jetzt wie bei "People Say" nach John Lennon, nach den Beach Boys bei "The Sun" oder wie bei "The Woods" nach Marvin Gaye klingt.
Portugal. The Man - Everyone Is Golden (Preview)
Auch textlich und Artwork-technisch haben sich Portugal. The Man diesmal eine Art Konzept überlegt, auch wenn allein der Begriff dem Sänger Magenschmerzen bereitet: "Konzept würde ich das nicht nennen, das klingt immer so antiquiert und überambitioniert. Es geht eigentlich hauptsächlich darum, der grauen Realität zu entfliehen und zurück in die bunten Phantasiewelten deiner Kindheit abzutauchen." Wie auch immer, "The Satanic Satanist" ist wieder ein durchweg überzeugendes Portugal. The Man-Album geworden, wenngleich auch nicht ihr bestes. Ein wenig vermisst man dann doch das Feuer der Anfangstage. Dass den nimmermüden Portländern eine Pause vom auszehrenden Album-Tour-Rhythmus eventuell ganz gut täte, um neue Kraft zu schöpfen, sieht John Baldwin Gourley zwar ähnlich, wirklich damit rechnen wird aber wohl niemand, er selbst am wenigsten: "Weißt du mein Hirn ist etwas überaktiv, es passieren immer zehn Sachen gleichzeitig, die alle rauswollen."
Sei's drum, wenn so entspannt charmante Platten wie diese dabei herauskommen, kann man immer noch gut damit leben.
Thomas Müller
VÖ: 24.07.09
Label: Defiance (Cargo Records)
Tracklist:
01. People Say
02. Work All Day
03. Lovers in Love
04. The Sun
05. The Home
06. The Wood
07. Guns and Dogs
08. Do You
09. Everyone is Golden
10. Let You Down
11. Morning

Stillstand ist der Tod und Routine der größte natürliche Feind der Kreativität, das wissen auch Portugal. The Man und da Unberechenbarkeit auf deren Agenda seit jeher höchste Priorität genießt, schmissen sie für die Entstehung des neuen Albums mal eben so ziemlich alle Konstanten im Band-Universum über Bord, auf dass neue Energien freigesetzt werden. Paradoxerweise ist das Ergebnis "The Satanic Satanist" das wohl so ziemlich vorhersehbarste Portugal. The Man-Album geworden, ein Hybrid der den Bogen von den Beat-Loops und dem Mellow Soul des Debüts bis hin zu den hippieesk-psychedelischen Leisetretereien des letzjährig erschienenen "Censored Colours" schlägt und damit die erste PTM-Platte ist, die nicht versucht, neues Terrain zu erobern!
Portugal. The Man - Colors (acoustic)
Eine Premiere war auch, dass man versucht hat, mit komplett fertigen Songs ins Studio zu gehen. "Wie besessen" habe man bereits im Vorfeld der Studio-Phase gearbeitet um auch ja nichts dem Zufall zu überlassen und nicht das Risiko eines Inspirationsloches einzugehen. Laut Gourley haben er und seine Jungs bei den Vorgängern immer eher auf die bewährten Jamsessions und das eigene Bauchgefühl vertraut. Das Resultat erinnert den Schöpfer vor allem an seine Kindheit und Jugend: "Ich bin immer noch überrascht, wie 90er das Album für mich klingt, vor allem die Beats erinnern mich an die Hip-Hop Sachen die wir während unserer Highschool-Zeit sehr viel gehört haben." Weitaus augenscheinlicher sind aber wohl die Assoziationen zu den klassischen Oldies-Radio-Sendern, die für einen Großteil der musikalischen Sozialisation Mr. Gourleys verantwortlich waren, egal ob das jetzt wie bei "People Say" nach John Lennon, nach den Beach Boys bei "The Sun" oder wie bei "The Woods" nach Marvin Gaye klingt.
Portugal. The Man - Everyone Is Golden (Preview)
Auch textlich und Artwork-technisch haben sich Portugal. The Man diesmal eine Art Konzept überlegt, auch wenn allein der Begriff dem Sänger Magenschmerzen bereitet: "Konzept würde ich das nicht nennen, das klingt immer so antiquiert und überambitioniert. Es geht eigentlich hauptsächlich darum, der grauen Realität zu entfliehen und zurück in die bunten Phantasiewelten deiner Kindheit abzutauchen." Wie auch immer, "The Satanic Satanist" ist wieder ein durchweg überzeugendes Portugal. The Man-Album geworden, wenngleich auch nicht ihr bestes. Ein wenig vermisst man dann doch das Feuer der Anfangstage. Dass den nimmermüden Portländern eine Pause vom auszehrenden Album-Tour-Rhythmus eventuell ganz gut täte, um neue Kraft zu schöpfen, sieht John Baldwin Gourley zwar ähnlich, wirklich damit rechnen wird aber wohl niemand, er selbst am wenigsten: "Weißt du mein Hirn ist etwas überaktiv, es passieren immer zehn Sachen gleichzeitig, die alle rauswollen."
Sei's drum, wenn so entspannt charmante Platten wie diese dabei herauskommen, kann man immer noch gut damit leben.
Thomas Müller
VÖ: 24.07.09
Label: Defiance (Cargo Records)
Tracklist:
01. People Say
02. Work All Day
03. Lovers in Love
04. The Sun
05. The Home
06. The Wood
07. Guns and Dogs
08. Do You
09. Everyone is Golden
10. Let You Down
11. Morning
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