Let The Dominoes Fall

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Ganze sechs Jahre haben sie sich Zeit gelassen. Nun kommen die vier Punk-Rocker mit einem abwechslungsreichen Album von Hardcore bis Folk zurück.

Rancid ist eine der einflussreichsten Bands des 90er Jahre Punk-Revivals. Sänger/Gitarrist Tim Armstrong und Bassist Matt Freeman gründeten die Band 1991 in Kalifornien. Zusammen mit Lars Frederiksen an der Gitarre und Brett Reed am Schlagzeug nahmen sie sechs Studioalben auf. Aufgrund einer Erkrankung des Bassisten Matt legte Rancid danach eine Pause ein. 2007 kündigen die Musiker ein neues Album an, jedoch verschiebt sich die Produktion aufgrund eines Mitgliederwechsels am Schlagzeug. Branden Steineickert ist der neue Mann hinter den Trommeln und mit ihm kommt nun auch das siebte Studioalbum „Let The Dominoes Fall“.

Auf ihrem neuesten Werk präsentieren Rancid vor allem Vielseitigkeit. In 19 Songs bekommt der Hörer zahlreiche Facetten unterschiedlicher Musikstile zu hören. Das Besondere dabei ist, dass Rancid diese nicht wahllos zusammenwürfeln, sondern getrennt voneinander in einzelne Lieder verpacken. Für den ersten Moment fühlt man sich jedoch aufgrund der Fülle etwas erschlagen.

In den typischen Punkrock-Songs, wie dem Opener „East Bay Night“, der ersten Single „Last One To Die“ und „Bravest Kids“ überzeugen Rancid mit simplen Songstrukturen, verzerrten Gitarren, schnellem Beat und eingängigen Melodien. Die Ska-Titel „Up To No Good“, „Liberty And Freedom“ und „That Is Just The Way It Is“ sind getragen von röhrenden Hammond-Orgeln und verbreiten schnell gute Laune. Generell klingen fast alle Songs von „Let The Dominoes Fall“ fröhlich, obwohl es meist um ernsthafte Inhalte geht. Hauptthema bildet das Überleben in verschiedenen Situationen. Immer wieder tauchen Zeilen wie „der Weg ist das Ziel“, „Hör nicht darauf, was andere Leute sagen“ und „Vertrau dir selbst“ auf. Inhaltlich weist das Album somit eine gewisse Einseitigkeit auf.

Weitere Musikstile findet man im hardcorelastigen „This Place“, einen Country-Einschlag Dank „Civilian Ways“ und sogar Folk im Titel „Highway“. Außerdem sind Elemente des Rockabilly, 60s-Beat und Skate-Punks vertreten. Die Stimme des Leadsängers Tim Armstrong klingt auf Dauer etwas eintönig, was nicht zuletzt daran liegt, dass die meisten Strophen im Sprechgesang gehalten sind. Aber auch hier hat Rancid vorgesorgt: erstmalig übernehmen die anderen drei Mitglieder den Gesang einiger Strophen, wodurch letztlich doch noch für Abwechslung gesorgt wird.

Rancid - Last One To Die


In den 19, meist um die zwei Minuten langen Songs zeigt Rancid jede Facette ihres Daseins. Mehr musikalische Variation geht kaum. Die Texte könnten jedoch mehr Themenvielfalt vertragen. Die sechs Jahre Arbeit haben sich dennoch gelohnt. Herausgekommen ist eine Platte, die für die unterschiedlichsten Geschmäcker etwas bietet. Und trotz der vielen Stile in „Let The Dominoes Fall“ bestätigen Rancid erneut ihren Ruf, als Größe im Punk- und Skabereich.

Katrin Bähnisch



VÖ:
29. Mai 2009
Label: Epitaph / Indigo

Tracklist:

01. East Bay Night
02. This Place
03. Up To No Good
04. Last One To Die
05. Disconnected
06. I Ain't Worried
07. Damnation
08. New Orleans
09. Civilian Ways
10. The Bravest Kids
11. Skull City
12. L.A. River
13. Lulu
14. Dominoes Fall
15. Liberty And Freedom
16. You Want It, You Got It
17. Locomotive
18. That's Just The Way It Is Now
19. The Highway

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