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Selah Sue
Selah Sue: Selah Sue
NeoSoul-Reggae-Ragga-Singer/Songwriter-Pop-Debüt mit furiosem Start und flauem Nachgeschmack.

Mit einer expliziten Dub-Bassline startet Selah Sue in ihr Debüt, man muss das gleich mal anmerken, weil im Verlauf des Albums fast in Vergessenheit zu geraten droht, was diese junge Belgierin eigentlich ausmacht, was sie unterscheidet von all den anderen jungen Frauen mit einer Gitarre und einer wie für Neo-Soul prädestinierten großvolumigen und deutlich angerauten Charakterstimme.
Selah Sue – „Raggamuffin“
Es ist der schmale Grat zwischen dem ganz großen Mainstream-Appeal und einer untergründigen Widerborstigkeit, den die Karriere von Selah Sue sowieso ausmacht. Belgien ist klein und die Spanne vom Nachwuchswettbewerb bis zum Support von Landsmann Milow ist denkbar kurz. Irgendwann im Verlauf des Albums – bei „Explanations“ – klingt sie denn auch einfach nur wie eine der unzähligen Tracy-Chapman-Klampfen-Wiedergängerinnen, bevor mit dem Cee-Lo Green-Duett „Please“ denn auch gleich noch der nach Marketing- Gesichtspunkten vielleicht interessanteste aber musikalisch am wenigsten inspirierende Moment nachgeschoben wird. Ungleich spannender ist da halt ein „This World“, der Opener, der mit seinem deutlich weniger auf Gefälligkeit ausgerichteten Offbeat-Start, dem langsamen Wachsen hin zum Hymnischen, den Oldschool-Bläsern und einer cleveren Dramaturgie ein großes Versprechen macht, das letztendlich nur teilweise eingehalten wird.

Dieser Eingangs-Spirit zieht sich noch über einige Songs, bietet einen puristisch trocken klopfenden Beat oder eine hektisch herausgeschossene Ragga-Salve hier, dezente Dancehall-Basics mit Patois-Reimen da, ohne einerseits den ganz nach vorn gerückten Popappeal in Frage zu stellen oder andererseits in anbiedernde Peinlichkeit abzudriften, wie das mit Reggae-Pop sonst ja gang und gäbe ist. Das passiert auch danach nicht, jedoch verliert sich die Eigenartigkeit dieser Songs zunehmend zu Gunsten einer viel breiter angelegten aber eben nicht wirklich eindrucksvolleren Machart, die unverhohlen auf das Erfolgspotenzial im Neo-Soul-Boom des Post-Adele-Universums schielt. In dem kann Selah Sue handwerklich gut mithalten, das gilt für die Produktion ebenso wie für ihre Songs und die wirkmächtige Stimme – aber es ist halt die dünne Stelle des Bretts.
Augsburg
VÖ: 24.6.2011
Label: Because Music / Warner
Tracklist:
1. This World
2. Peace of Mind
3. Raggamuffin
4. Crazy Vibes
5. Black Part Love
6. Mommy
7. Explanations
8. Please (feat. Cee-Lo Green)
9. Summertime
10. Crazy Sufferin Style
11. Fyah Fyah
12. Just Because I Do

Mit einer expliziten Dub-Bassline startet Selah Sue in ihr Debüt, man muss das gleich mal anmerken, weil im Verlauf des Albums fast in Vergessenheit zu geraten droht, was diese junge Belgierin eigentlich ausmacht, was sie unterscheidet von all den anderen jungen Frauen mit einer Gitarre und einer wie für Neo-Soul prädestinierten großvolumigen und deutlich angerauten Charakterstimme.
Selah Sue – „Raggamuffin“
Es ist der schmale Grat zwischen dem ganz großen Mainstream-Appeal und einer untergründigen Widerborstigkeit, den die Karriere von Selah Sue sowieso ausmacht. Belgien ist klein und die Spanne vom Nachwuchswettbewerb bis zum Support von Landsmann Milow ist denkbar kurz. Irgendwann im Verlauf des Albums – bei „Explanations“ – klingt sie denn auch einfach nur wie eine der unzähligen Tracy-Chapman-Klampfen-Wiedergängerinnen, bevor mit dem Cee-Lo Green-Duett „Please“ denn auch gleich noch der nach Marketing- Gesichtspunkten vielleicht interessanteste aber musikalisch am wenigsten inspirierende Moment nachgeschoben wird. Ungleich spannender ist da halt ein „This World“, der Opener, der mit seinem deutlich weniger auf Gefälligkeit ausgerichteten Offbeat-Start, dem langsamen Wachsen hin zum Hymnischen, den Oldschool-Bläsern und einer cleveren Dramaturgie ein großes Versprechen macht, das letztendlich nur teilweise eingehalten wird.

Dieser Eingangs-Spirit zieht sich noch über einige Songs, bietet einen puristisch trocken klopfenden Beat oder eine hektisch herausgeschossene Ragga-Salve hier, dezente Dancehall-Basics mit Patois-Reimen da, ohne einerseits den ganz nach vorn gerückten Popappeal in Frage zu stellen oder andererseits in anbiedernde Peinlichkeit abzudriften, wie das mit Reggae-Pop sonst ja gang und gäbe ist. Das passiert auch danach nicht, jedoch verliert sich die Eigenartigkeit dieser Songs zunehmend zu Gunsten einer viel breiter angelegten aber eben nicht wirklich eindrucksvolleren Machart, die unverhohlen auf das Erfolgspotenzial im Neo-Soul-Boom des Post-Adele-Universums schielt. In dem kann Selah Sue handwerklich gut mithalten, das gilt für die Produktion ebenso wie für ihre Songs und die wirkmächtige Stimme – aber es ist halt die dünne Stelle des Bretts.
Augsburg
VÖ: 24.6.2011
Label: Because Music / Warner
Tracklist:
1. This World
2. Peace of Mind
3. Raggamuffin
4. Crazy Vibes
5. Black Part Love
6. Mommy
7. Explanations
8. Please (feat. Cee-Lo Green)
9. Summertime
10. Crazy Sufferin Style
11. Fyah Fyah
12. Just Because I Do
kai-uwe.weser
vor 334d 5h
Nachtrag: Eben erst gemerkt, dass die Video-Version nicht mit dem "Top Of The World"-Zitat startet... Schade!
kai-uwe.weser
vor 334d 5h
Zumindest "Raggamuffin" sollte noch hervorgehoben werden - ist ja auch als Clip eingebettet. Insbesondere der Start mit seinem liebevollen Zitat des Rascalz/Barrington Levy-Hits "Top Of The World": http://www.dailymotion.com/video/x4i3g4_rascalz-feat-barrington-levy-k-os-t_music


Aber wen's interessiert: http://www.youtube.com/watch?v=r4qrhNS7wLU
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