Fallen Empires

Alben von Snow Patrol

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Das Glück liegt im goldenen Westen. Snow Patrol haben ihr neues Album in Kalifornien aufgenommen, um dort in sonniger Umgebung, neue Impulse für ihren Stadionrock zu finden.

(Foto: UMID)

Wenn gar nichts mehr geht, geht immer noch die Wüste. In der Vergangenheit haben bereits viele britische Bands der verregneten Heimat den Rücken gekehrt, um in der Sonne Kaliforniens neue Inspiration zu finden — so jüngst die Arctic Monkeys oder einst auch U2. Auch die Iren von Snow Patrol siedelten sich in der Nähe des Joshua Tree Nationalparks an, um zusammen mit Produzent Jacknife Lee (Bloc Party, Editors) Wege zu finden, ihren zuletzt etwas sehr routiniert abgeriebenen Hochglanz-Britpop, eine dezente Frischzellenkur zu verpassen. Fremdes Terrain sollte erkundet werden, ein neues Kapitel nach der erschienenen Greatest Hits-Platte aufgeschlagen werden.

Snow Patrol "Called Out In The Dark"


Die Band um den charismatischen Gary Lightbody zählt diesmal Größen wie Arcade Fire und LCD Soundsystem zu ihren Inspirationsquellen. Während erstere nicht überraschen dürften, scheint das Vorzeigeprojekt des New Yorker Elektronik-Labels DFA so gar nicht zu diesen häufig als "seicht" uns "schnulzig" verschrieenen Britpoppern zu passen. Doch Snow Patrol treibt es heraus aus der Comfort-Zone, bietet sich ja angesichts des Studiowechsels auch an. Schon der Opener "I'll Never Let Go" gibt sich druckvoll mit schnittigem Four-To-The-Floor-Beat und möchte Aufbruchsstimmung verbreiten. Die anschließende Vorabsingle "Called Out In The Dark" rückt Snow Patrol sowieso näher Richtung Tanzfläche, als je zuvor. Der Hochglanz bleibt erhalten, aber das Quintett erlaubt sich ein paar neue Freiheiten. Ein Percussion-Feuerwerk mit Disco-Beat auf dem Titeltrack kann da genauso einen Platz haben, wie das Instrumentalstück "Berlin" oder ein ganzer Gospel-Chor bei der neuen Single "This Isn't Everything You Are".

Auf einigen Tracks fungiert auch die UK-Pop-Newcomerin Lissie als Background-Sängerin und gibt den Songs dadurch noch eine interessante Note. Nach dem halbgaren "A Hundred Million Suns" aus dem Jahr 2008 geht die Qualitätskurve der Iren also wieder nach oben. Snow Patrol leben weiterhin das große Gefühl. Sie freuen sich, wie man sich nur freuen kann und leiden halt so heftig, wie man nur leiden kann. Das funktioniert auch, weil Frontmann Lightbody grundsympathisch daherkommt und halt am Ende immer noch ein toller Songwriter ist. Neben dem ewigen Thema der Liebe, geht es auch um das persönliche Suchen und Finden des Zustandes "Heimat". Auch vor privaten Themen, wie der eigenen Kindheit oder dem Leben der Kinder von Jacknife Lee macht er nicht Halt.

Snow Patrol - "This Isn't Everything You Are"
Manchmal muss man als Band oder Person halt erst in die Ferne schweifen, um herauszufinden, was für einen selbst wirklich wichtig ist. Puristen können sich gern an der aalglatten Produktion der Platte stören. Es könnte jedeoch schlicht und ergreifend auch festgehalten werden, dass Snow Patrol sehr hörenswerte Popmusik machen – glaubwürdig und seriös. "Fallen Empires" stellt ein neues, extrem kurzweiliges Kapitel in der Bandhistorie dar. Vielseitig, überraschend, aber am Ende noch routiniert und eingängig genug, um möglichst wenig Menschen vor den Kopf zu stoßen. Die Zukunft schaut rosig aus, das Projekt "Californication" kann als Erfolg verbucht werden.


Norman Fleischer

VÖ: 11.11.11

Label: Polydor / Universal

Tracklist:

01. I'll Never Let Go
02. Called Out In The Dark
03. The Weight Of Love
04. This Isn't Everything You Are
05. The Garden Rules
06. Fallen Empires
07. Berlin
08. Life-ning
09. New York
10. In The End
11. Those Distant Bells
12. The Symphony
13. The President
14. Broken Bottles Form A Star (Prelude)


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