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Trail Of Dead
Trail Of Dead: So Divided
So ist das also: Da haben wir all die Jahre schön Trail Of Dead-Platten gekauft, waren, mal mehr mal weniger, aber insgesamt doch eigentlich immer ziemlich begeistert und jetzt wird klar – wir wurden die ganze Zeit über belogen! Ohne rot zu werden. Man glaubt es kaum.
Und alles nur, um jetzt endgültig Tacheles zu reden! Aber der Reihe nach: Conrad Keely, dieser rätselhafte, genialische Geist und klar der Kopf der texanischen Klang-Titanen Trail Of Dead, ließ jüngst verlauten, er habe schon früh erkannt, dass die meisten Leute belogen werden wollen. Und diese Haltung pflichtschuldig zu bedienen, sei als Entertainer eben seine Aufgabe gewesen. Nun aber habe er Songs geschrieben, die nach Wahrheit verlangen. Legt man die düstere Grundstimmung des erhabenen Werkes zugrunde, könnte das sogar durchaus stimmen. Und so ist denn „So Divided“ die angeblich erste aufrichtige Trail-Of-Dead-Platte.
Witzigerweise beginnt das Album wie eine Live-Show. Mit der typischen Geräuschkulisse eines Theaters oder Varietees – keine Mehrzweckhalle!. Kurz bevor das Licht aufgeht, wenn der surrende Pegel aufgekratzter Gespräche am höchsten ist. Langsam drückt sich eine Gitarre von hinten zwischen einsetzendes Klatschen und deplatzierte Geschwätzigkeit der Ignoranten. Ehe schließlich beides – Klatschen und Gitarren – endgültig alles in Beschlag nimmt. Und dann bricht der Sturm los. Mit einer vor Unheil dräuenden Wall Of Sound, an der wohl auch Phil Spector seinen Spaß gehabt hätte.
Einmal mehr ist „So Divided“ als episches Breitwand-Format angelegt und damit alles andere als divided, sondern ein klares Argument für die Kunstform Album. Ich wüsste jedenfalls nicht, wie es funktionieren sollte, sich hier einzelne Tracks runterzuladen oder gar eine Single auszukoppeln. Immer wieder werden lose Enden liegen gelassen um an anderer Stelle wieder zusammengeführt zu werden. Die einzelnen Songs sind nicht nur thematisch ähnlich angelegt – apokalyptisch-schwarzseherisches über den Zustand des Planeten Erde zumeist -, sondern auch musikalisch kaum zu trennen. „Wasted State Of Mind“ ist ein erster Höhepunkt, den man indes kaum so sehr genießen könnte, wenn die vorhergegangenen zwei Stücke nicht so überzeugend auf diesen großen Moment der melodiösen Befreiung hingearbeitet hätten.
Das Stichwort ist natürlich Ökonomie: Das Trail Of Dead überzeugend lärmen können, ist lange bekannt. Wie vorbildlich sparsam – und dadurch umso wirkungsvoller! - sie dieses Talent aber mittlerweile einsetzen, ist beachtlich. „Naked Sun“ ist ein räudiges Stück Weird-Blues mit irre kreischenden Bläsern und einer dramaturgisch vortrefflichen Dynamik im Streicher-umschmeichelten Abgang. Eins führt zum anderen, die Summe aller Teile ist gigantisch. Trail Of Dead hantieren im extrem reifen Titelsong mit Sonic Youth-Versätzen, erruptiven Ausbrüchen und Klassik-Intermezzi, wachsen im dramatischen „Gold Heart Mountain Top Queen Directory“ über sich hinaus. Der Begriff Kopfkino ist ja reichlich überstrapaziert, aber Trail Of Dead entführen uns tatsächlich eine andere Welt! Mit einem konzeptionellen Bombast-Werk. Meist sind solche Platten klebrig und aufdringlich – TOD schaffen Bombast ohne in Pathos abzugleiten. Call it Indie-Prog oder wie immer du willst, fest steht: Diese Band scheint unfähig, ein schlechtes Album zu produzieren. Da verzeiht man auch die ein oder andere Lüge.
Witzigerweise beginnt das Album wie eine Live-Show. Mit der typischen Geräuschkulisse eines Theaters oder Varietees – keine Mehrzweckhalle!. Kurz bevor das Licht aufgeht, wenn der surrende Pegel aufgekratzter Gespräche am höchsten ist. Langsam drückt sich eine Gitarre von hinten zwischen einsetzendes Klatschen und deplatzierte Geschwätzigkeit der Ignoranten. Ehe schließlich beides – Klatschen und Gitarren – endgültig alles in Beschlag nimmt. Und dann bricht der Sturm los. Mit einer vor Unheil dräuenden Wall Of Sound, an der wohl auch Phil Spector seinen Spaß gehabt hätte.
Einmal mehr ist „So Divided“ als episches Breitwand-Format angelegt und damit alles andere als divided, sondern ein klares Argument für die Kunstform Album. Ich wüsste jedenfalls nicht, wie es funktionieren sollte, sich hier einzelne Tracks runterzuladen oder gar eine Single auszukoppeln. Immer wieder werden lose Enden liegen gelassen um an anderer Stelle wieder zusammengeführt zu werden. Die einzelnen Songs sind nicht nur thematisch ähnlich angelegt – apokalyptisch-schwarzseherisches über den Zustand des Planeten Erde zumeist -, sondern auch musikalisch kaum zu trennen. „Wasted State Of Mind“ ist ein erster Höhepunkt, den man indes kaum so sehr genießen könnte, wenn die vorhergegangenen zwei Stücke nicht so überzeugend auf diesen großen Moment der melodiösen Befreiung hingearbeitet hätten.
Das Stichwort ist natürlich Ökonomie: Das Trail Of Dead überzeugend lärmen können, ist lange bekannt. Wie vorbildlich sparsam – und dadurch umso wirkungsvoller! - sie dieses Talent aber mittlerweile einsetzen, ist beachtlich. „Naked Sun“ ist ein räudiges Stück Weird-Blues mit irre kreischenden Bläsern und einer dramaturgisch vortrefflichen Dynamik im Streicher-umschmeichelten Abgang. Eins führt zum anderen, die Summe aller Teile ist gigantisch. Trail Of Dead hantieren im extrem reifen Titelsong mit Sonic Youth-Versätzen, erruptiven Ausbrüchen und Klassik-Intermezzi, wachsen im dramatischen „Gold Heart Mountain Top Queen Directory“ über sich hinaus. Der Begriff Kopfkino ist ja reichlich überstrapaziert, aber Trail Of Dead entführen uns tatsächlich eine andere Welt! Mit einem konzeptionellen Bombast-Werk. Meist sind solche Platten klebrig und aufdringlich – TOD schaffen Bombast ohne in Pathos abzugleiten. Call it Indie-Prog oder wie immer du willst, fest steht: Diese Band scheint unfähig, ein schlechtes Album zu produzieren. Da verzeiht man auch die ein oder andere Lüge.
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