Everything Is Boring And Everyone Is A Fucking Liar

Alben von Spank Rock

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Langer Titel, kurzer Sinn! Was da gerade als Electro-Rap in den Mainstream gepumpt wird, langweilt Spank Rock. Also zeigt er nun wieder, wie so etwas seiner Meinung nach klingen müsste: deutlich abgefahrener!

Wenn einer froh ist, dass Rapper Naeem Juwan alias Spank Rock endlich ein zweites Album fertig hat, dann ist es Hennesey Youngman. Zumindest erklärt der in einem Skit, dass ihn ja immer alle angehauen hätten, wann denn sein Kumpel mal wieder von sich hören lassen würde. Eine abtörnende Frage, die auch sein Sexualleben negativ beeinflusst hat. Aber jetzt wird ja alles wieder gut. Mit "Ta Da" eröffnet Spank Rock allerdings erst einmal überraschend minimalistisch über schleppende Beats und Claps, bevor zum Refrain das Tempo angezogen wird und Gitarren-Sounds für mehr Action sorgen. Klingt ein bisschen, als ob "Drop It Like It's Hot" mit "99 Problems" gemixt würden.

"Nasty" geht danach aber mit den Gästen Big Freedia aus New Orleans direkt über zum hyperaktiven Booty/Bass/Bounce-Sound. Natürlich geht's dem Titel entsprechend um "dreckigen" Party-Spaß. Schon beim Debütalbum "YoYoYoYoYo" stellte Gast-Rapperin Amanda Blank in ihren Lyrics klar, dass hier die Schmuddelkinder der Rap-Generation am Werk sind: "Hey yo, it’s me and Spank Rock / We always poppin’ it hot / He gets the ladies in line, I got you ridin’ my jock / I keep it dirty, not like Fergie /  Ain’t the Black Eyed Peas / This shit ain’t happy / I'm a trashy, boastful bitch MC / My rhymes are painful and fresh / My pussy’s tastin’ the best."

Spank Rock – "#1 Hit"


"YoYoYoYoYo", das 2006 über das englische Label Ninja Tune zusammen mit Produzent Alex "XXXchange" Epton veröffentlicht wurde, galt für viele Hörer als wichtiger Meilenstein für Electro-Rap. Ein Jahr später zeigte dann die EP "Bangers & Cash" mit Produzent Benny Blanco, welche Referenzen der junge MC aus Baltimore in seinem Entwurf von zeitgemäßen HipHop auch abfeiert, unter anderem die 2 Life Crew und N.W.A. Beim Stück "B-O-O-T-A-Y" gab es damals auch Santigold zu hören. Eine Zusammenarbeit, die über die Jahre bei mehreren weiteren Tracks vertieft wurde – unter anderem für den "Step Up 3D"-Soundtrack. Neuestes Baby dieser Traum-Kombination ist nun auf "Everything Is Boring..." der wirklich gelungene "Car Song". Während Santigold sexy den Refrain ins Mikro haucht, erklärt Spank Rock ganz hiphop-konform, dass er der Größte ist und die (weibliche) Konkurrenz ein- bzw. bei ihm auspacken kann: "You aint no star / we don’t really care who you are / Just two tits and a bra / just two lips on my balls.“

Spank Rock – "DFT DADT"


Offizieller Vorbote des Albums ist aber der "#1 Hit", bei dem Boys Noize und Mark Ronson für die rollenden Beats gesorgt haben. Im Refrain klingt das Ganze dann aber, als ob David Guetta durch den Kakao gezogen werden soll. Dafür geht das funky angelegte "Baby" mehr in Richtung von Prince, während "Birfday" mit der verzerrten Comic-Stimme an die Detroit Grand Pubahs erinnert. 
Alles in allem muss der Hörer schon den Humor von Spank Rock teilen, um voll auf seine Kosten zu kommen. Wobei der Künstler anscheinend auch gut über sich selber lachen kann. Aber dann macht "Everything Is Boring..." auch wirklich Spaß.

Holger Muster


VÖ: 30.09.2011

Label: Boysnoize Records

Tracklist:
01. Ta Da
02. Nasty (Feat. Big Freeida)
03. Car Song (Feat. Santigold)
04. Birfday
05. The Dance
06. #1 Hit
07. Turn It Off
08. Hennesey Youngman Skit
09. Race Riot
10. Baby
11. Hot Potato



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