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Telekinesis
Telekinesis: 12 Desperate Straight Lines
Zwölf Songs vermeintlich guter Laune - Telekinesis verarbeitet seine private Liebestalfahrt auf typische Powerpop-Art.

Noch vor einigen Jahren hätte Schlagzeuger Michael Benjamin Lerner nicht geglaubt, dass er einmal eigene Songs schreiben und diese auf einer Platte bündeln würde. Damals machte er die Rechnung ohne Death Cab For Cutie-Gitarrist Chris Walla. Nachdem dieser im Netz auf ein paar Telekinesis-Songs aufmerksam wurde, unterbreitete er Lerner das Angebot, mit ihm eine Platte aufzunehmen. Wieder zeigte sich der Indierocker skeptisch. Doch die Zweifel waren schnell verflogen und so begannen die gemeinsamen Arbeitem am Debüt. Nach dem soliden Erstlingswerk war es nur eine Frage der Zeit, bis die Beiden für einen Nachfolger erneut die analoge Aufnahmetechnik anschmeißen würden. Knapp zwei Jahre sind seit der Veröffentlichung von "Telekinesis!" vergangen. Mit "12 Desperate Straight Lines" kehrt Telekinesis wieder: Fluffig leichter und gitarrenlastiger Power-Pop in zwölf Songs, auf denen Lerner den Trennungsprozess von seiner Freundin verarbeitet.
Telekinesis - "Akward Kisser"
Den vermeintlich fröhlichen Reigen des neuen Albums beginnen Akustikgitarre und eine hohe Gesangspassage des charismatischen Songwriters. Ein knarzender Basslauf, ein antreibendes Schlagzeug und das Einsetzen zahlreicher Synthi-Spielereien machen den Opener "You Turn Clear In The Sun" zu einem typischen "Gute Laune"-Song. Diese Prozedur wiederholt sich auf der Platte vielfach. Einzig der Wechsel aus Akustik- und Fuzzgitarre macht den Unterschied. Alles wie gewohnt bei Telekinesis könnte man denken, doch ganz so leicht ist es nicht. Denn es sind die vereinzelten Ausflüchte in Songs wie "Please Ask For Help", mit dem Telekinesis ein absoluter The Cure-Revival-Song gelingt. Sie zeigen, dass der 23-Jährige in den letzten Jahren gereift ist. Vor allem der für seine Gitarre verwendetete Effekt im genannten Track wirkt so stilecht, dass man Lerner schon fast des Diebstahls verdächtigen möchte.
Eine weitere Ausnahme stellt das klaviergetränkte "Pattern" dar - ein Song bei dem noch am ehesten die inhaltliche Stimmung von "12 Desperate Straight Lines" zu spüren ist. Im Großen und Ganzen bleibt es aber beim Telekinesis typischen Power-Pop. Tracks wie "I Can Not Love You" mit seinem sehr eingänglichen Bassriff oder das beschwingte "Dirty Thing" wissen das zu bestätigen. Dabei erinnert Lerners Sound auch an die amerikanische Spaßfraktion Weezer, ganz besonders deutlich in dem mit einer Fuzzgitarrenwand beginnenden "50 Ways". Der Wand folgt eine minimalistische Strophe, bevor Lerner im Refrain wieder seine Saiten maltretiert. Alles in klassisch-einfachem Schemata 'Strophe, Refrain, Strophe' aufgebaut.
Es sind die einfach gehaltenen Strukturen, die Telekinesis auszeichnen. Denn Michael Benjamin Lerner zerbricht sich nicht den Kopf über große, epische Werke. Viel mehr setzt er auf das Schlichte und das scheint auch gut so. Denn mit "12 Desperate Straight Lines" legt er ein Album ab, das man sich getrost und ohne Gewissensbisse in den Plattenschrank schieben darf. Es knarzt, es reibt, es lädt zum Tanzen ein. Guter klassischer Indierock eben. Mehr aber auch nicht.
Max Wege
VÖ: 11.02.2011
Label: Morr Music
Tracklist:
01. You Turn Clear In The Sun
02. Please Ask For Help
03. 50 Ways
04. I Cannot Love You
05. Dirty Thing (Album Version)
06. Car Crash
07. Palm Of Your Hand
08. I Got You
09. Fever Chill
10. Country Lane
11. Patterns
12. Gotta Get It Right Now

Noch vor einigen Jahren hätte Schlagzeuger Michael Benjamin Lerner nicht geglaubt, dass er einmal eigene Songs schreiben und diese auf einer Platte bündeln würde. Damals machte er die Rechnung ohne Death Cab For Cutie-Gitarrist Chris Walla. Nachdem dieser im Netz auf ein paar Telekinesis-Songs aufmerksam wurde, unterbreitete er Lerner das Angebot, mit ihm eine Platte aufzunehmen. Wieder zeigte sich der Indierocker skeptisch. Doch die Zweifel waren schnell verflogen und so begannen die gemeinsamen Arbeitem am Debüt. Nach dem soliden Erstlingswerk war es nur eine Frage der Zeit, bis die Beiden für einen Nachfolger erneut die analoge Aufnahmetechnik anschmeißen würden. Knapp zwei Jahre sind seit der Veröffentlichung von "Telekinesis!" vergangen. Mit "12 Desperate Straight Lines" kehrt Telekinesis wieder: Fluffig leichter und gitarrenlastiger Power-Pop in zwölf Songs, auf denen Lerner den Trennungsprozess von seiner Freundin verarbeitet.
Telekinesis - "Akward Kisser"
Den vermeintlich fröhlichen Reigen des neuen Albums beginnen Akustikgitarre und eine hohe Gesangspassage des charismatischen Songwriters. Ein knarzender Basslauf, ein antreibendes Schlagzeug und das Einsetzen zahlreicher Synthi-Spielereien machen den Opener "You Turn Clear In The Sun" zu einem typischen "Gute Laune"-Song. Diese Prozedur wiederholt sich auf der Platte vielfach. Einzig der Wechsel aus Akustik- und Fuzzgitarre macht den Unterschied. Alles wie gewohnt bei Telekinesis könnte man denken, doch ganz so leicht ist es nicht. Denn es sind die vereinzelten Ausflüchte in Songs wie "Please Ask For Help", mit dem Telekinesis ein absoluter The Cure-Revival-Song gelingt. Sie zeigen, dass der 23-Jährige in den letzten Jahren gereift ist. Vor allem der für seine Gitarre verwendetete Effekt im genannten Track wirkt so stilecht, dass man Lerner schon fast des Diebstahls verdächtigen möchte.
Eine weitere Ausnahme stellt das klaviergetränkte "Pattern" dar - ein Song bei dem noch am ehesten die inhaltliche Stimmung von "12 Desperate Straight Lines" zu spüren ist. Im Großen und Ganzen bleibt es aber beim Telekinesis typischen Power-Pop. Tracks wie "I Can Not Love You" mit seinem sehr eingänglichen Bassriff oder das beschwingte "Dirty Thing" wissen das zu bestätigen. Dabei erinnert Lerners Sound auch an die amerikanische Spaßfraktion Weezer, ganz besonders deutlich in dem mit einer Fuzzgitarrenwand beginnenden "50 Ways". Der Wand folgt eine minimalistische Strophe, bevor Lerner im Refrain wieder seine Saiten maltretiert. Alles in klassisch-einfachem Schemata 'Strophe, Refrain, Strophe' aufgebaut.
Es sind die einfach gehaltenen Strukturen, die Telekinesis auszeichnen. Denn Michael Benjamin Lerner zerbricht sich nicht den Kopf über große, epische Werke. Viel mehr setzt er auf das Schlichte und das scheint auch gut so. Denn mit "12 Desperate Straight Lines" legt er ein Album ab, das man sich getrost und ohne Gewissensbisse in den Plattenschrank schieben darf. Es knarzt, es reibt, es lädt zum Tanzen ein. Guter klassischer Indierock eben. Mehr aber auch nicht.
Max Wege
VÖ: 11.02.2011
Label: Morr Music
Tracklist:
01. You Turn Clear In The Sun
02. Please Ask For Help
03. 50 Ways
04. I Cannot Love You
05. Dirty Thing (Album Version)
06. Car Crash
07. Palm Of Your Hand
08. I Got You
09. Fever Chill
10. Country Lane
11. Patterns
12. Gotta Get It Right Now
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