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The 2 Bears
The 2 Bears: Be Strong
Vier Fäuste für ein housiges Hallelujah: The 2 Bears haben ihre musikalischen Sozialisationen in einen Topf geworfen und servieren treffsicheren Elektro-Pop mit einer dezenten Prise Soul.

(Foto: Southern Fried Records)
Es war eine einfache Idee, welche Frank Warren Knuckles Jr. Ende der 70er-Jahre hatte. Obwohl die Hochphase der Disco-Musik zu diesem Zeitpunkt schon vorbei war und der Rock wieder den Mainstream beherrschte, hielt er ihr die Treue und spielte deren Klassiker regelmäßig im Chicagoer Club Warehouse. Die Tanzfläche war wieder Territorium des Undergrounds und DJ Frankie Knuckles kam irgendwann auf die Idee, den organischen Soul-Sound mit der damals aufkommenden kühlen Elektronik aus Europa zu kombinieren. Diana Ross traf quasi auf Kraftwerk. Knuckles' revolutionäre Mix-Technik gilt heute als Geburtsstunde der House Music, welche sich erst im Laufe der 80er Jahre in unzählige Unterarten aufspaltete, um letztendlich den Rock kurzzeitig wieder aus dem Mainstream zu verbannen. Die klassische Dance-Musik aus Chicago und New York inspiriert neben ihrem Detroiter Techno-Bruder auch heute noch viele Musiker – Joe Goddard (Hot Chip) und sein langjähriger Freund Raf Rundell sind nur zwei davon.
The 2 Bears - "Work"
Seit Jahren verbindet die beiden Produzenten eine innige Freundschaft, welche einst in den Underground-Clubs von London begann, als man gemeinsam Platten auflegte, Partys feierte und sich gegenseitig die Liebe zu klassisch amerikanischer Elektronik eingestand. Dass Goddard und Rundell irgendwann begannen als The 2 Bears eigene Tracks zu produzieren, lag auf der Hand. Die Namensassoziation ebenfalls, immerhin teile man – laut eigener Aussage – anatomische Gemeinsamkeiten mit den pelzigen Waldbewohnern. Nach verschiedenen Singles und Remixen für bekannte Künstler wie Metronomy und Death Cab For Cutie fanden die beleibten Musiker nun endlich die Zeit für den ersten Langspieler. Gerade für Goddard, der neben seiner Hauptband auch als Solo-Künstler in Erscheinung tritt, eine nicht selbstverständliche Steigerung seines ohnehin schon immensen Arbeitspensums. So etwas klappt nur, wenn die Liebe zur Musik einigermaßen großzügig ausgeprägt ist und diese Einstellung merkt man "Be Strong" jede Minute an. Es ist ein kurzweiliges, schwung- und auch humorvolles Debütalbum geworden, das sich vor der Vergangenheit verbeugt und die Gegenwart in Form einer ausladenden, harmonischen House-Party feiert.
So liefert das Werk von allem etwas: der leicht psychedelische Opener "The Birds & The Bees" schwebt auf Synthie-Posaunen davon, während der anschließende Titeltrack gleich in die Vollen geht und die Tanzfläche entert. Der prägnante Wechselgesang zwischen den beiden Bären erfährt hier seine Premiere – Goddards gefühlvolle Stimme trifft auf Rundells heruntergepitchtes Organ, das gerade durch diesen Effekt jede Menge Coolness, Witz und Sex-Appeal ausstrahlt. Das Stück "Be Strong" wirft dann auch gleich all die musikalischen Vorbilder – vom Wu-Tang Clan bis zu den Beach Boys – in die Runde und mündet nahtlos in "Bear Hug": "So if you're leaving with a bear tonight / For some lovin' in the pale moonlight / Well you know everything's gonna be alright." Wer kann den beiden dieses Angebot schon abschlagen?
The 2 Bears - "Bear Hug"
Auch wenn Tracks wie "Warm & Easy" oder "Time In Mind" mit dezentem Country-Anstrich etwas melancholischer ausfallen, zelebriert die gesammte Platte eher einen optimistischen und grundsympathischen Hedonismus mit viel Soul, in welchem das Genre einst seinen Ursprung hatte. Das Duo atmet den Geist der späten 80er und frühen 90er – reduziert, basslastig und stets poppig. "Be Strong" ist ein extrem eingängiges, kurzweiliges und treffsicher produziertes Album, das sich und seine Protagonisten erfreulicherweise nicht allzu ernst nimmt und primär darauf aus ist, gute Laune zu verbreiten – egal, woher man stammt und welcher Subkultur man sich zugehörig fühlt. Knuckles' Erbe scheint tatsächlich ganz gut von den beiden Bärenbrüdern verwaltet zu werden.
Norman Fleischer
VÖ: 27.04.12
Label: Southern Fried Records / Alive
Tracklist:
01. The Birds & The Bees
02. Be Strong
03. Bear Hug
04. Work
05. Warm & Easy
06. Take A Look Around
07. Ghosts & Zombies
08. Time In Mind
09. Increase Your Faith
10. Heart Of The Congos
11. Get Together
12. Church

(Foto: Southern Fried Records)
Es war eine einfache Idee, welche Frank Warren Knuckles Jr. Ende der 70er-Jahre hatte. Obwohl die Hochphase der Disco-Musik zu diesem Zeitpunkt schon vorbei war und der Rock wieder den Mainstream beherrschte, hielt er ihr die Treue und spielte deren Klassiker regelmäßig im Chicagoer Club Warehouse. Die Tanzfläche war wieder Territorium des Undergrounds und DJ Frankie Knuckles kam irgendwann auf die Idee, den organischen Soul-Sound mit der damals aufkommenden kühlen Elektronik aus Europa zu kombinieren. Diana Ross traf quasi auf Kraftwerk. Knuckles' revolutionäre Mix-Technik gilt heute als Geburtsstunde der House Music, welche sich erst im Laufe der 80er Jahre in unzählige Unterarten aufspaltete, um letztendlich den Rock kurzzeitig wieder aus dem Mainstream zu verbannen. Die klassische Dance-Musik aus Chicago und New York inspiriert neben ihrem Detroiter Techno-Bruder auch heute noch viele Musiker – Joe Goddard (Hot Chip) und sein langjähriger Freund Raf Rundell sind nur zwei davon.
The 2 Bears - "Work"
Seit Jahren verbindet die beiden Produzenten eine innige Freundschaft, welche einst in den Underground-Clubs von London begann, als man gemeinsam Platten auflegte, Partys feierte und sich gegenseitig die Liebe zu klassisch amerikanischer Elektronik eingestand. Dass Goddard und Rundell irgendwann begannen als The 2 Bears eigene Tracks zu produzieren, lag auf der Hand. Die Namensassoziation ebenfalls, immerhin teile man – laut eigener Aussage – anatomische Gemeinsamkeiten mit den pelzigen Waldbewohnern. Nach verschiedenen Singles und Remixen für bekannte Künstler wie Metronomy und Death Cab For Cutie fanden die beleibten Musiker nun endlich die Zeit für den ersten Langspieler. Gerade für Goddard, der neben seiner Hauptband auch als Solo-Künstler in Erscheinung tritt, eine nicht selbstverständliche Steigerung seines ohnehin schon immensen Arbeitspensums. So etwas klappt nur, wenn die Liebe zur Musik einigermaßen großzügig ausgeprägt ist und diese Einstellung merkt man "Be Strong" jede Minute an. Es ist ein kurzweiliges, schwung- und auch humorvolles Debütalbum geworden, das sich vor der Vergangenheit verbeugt und die Gegenwart in Form einer ausladenden, harmonischen House-Party feiert.
So liefert das Werk von allem etwas: der leicht psychedelische Opener "The Birds & The Bees" schwebt auf Synthie-Posaunen davon, während der anschließende Titeltrack gleich in die Vollen geht und die Tanzfläche entert. Der prägnante Wechselgesang zwischen den beiden Bären erfährt hier seine Premiere – Goddards gefühlvolle Stimme trifft auf Rundells heruntergepitchtes Organ, das gerade durch diesen Effekt jede Menge Coolness, Witz und Sex-Appeal ausstrahlt. Das Stück "Be Strong" wirft dann auch gleich all die musikalischen Vorbilder – vom Wu-Tang Clan bis zu den Beach Boys – in die Runde und mündet nahtlos in "Bear Hug": "So if you're leaving with a bear tonight / For some lovin' in the pale moonlight / Well you know everything's gonna be alright." Wer kann den beiden dieses Angebot schon abschlagen?
The 2 Bears - "Bear Hug"
Auch wenn Tracks wie "Warm & Easy" oder "Time In Mind" mit dezentem Country-Anstrich etwas melancholischer ausfallen, zelebriert die gesammte Platte eher einen optimistischen und grundsympathischen Hedonismus mit viel Soul, in welchem das Genre einst seinen Ursprung hatte. Das Duo atmet den Geist der späten 80er und frühen 90er – reduziert, basslastig und stets poppig. "Be Strong" ist ein extrem eingängiges, kurzweiliges und treffsicher produziertes Album, das sich und seine Protagonisten erfreulicherweise nicht allzu ernst nimmt und primär darauf aus ist, gute Laune zu verbreiten – egal, woher man stammt und welcher Subkultur man sich zugehörig fühlt. Knuckles' Erbe scheint tatsächlich ganz gut von den beiden Bärenbrüdern verwaltet zu werden.
Norman Fleischer
VÖ: 27.04.12
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Tracklist:
01. The Birds & The Bees
02. Be Strong
03. Bear Hug
04. Work
05. Warm & Easy
06. Take A Look Around
07. Ghosts & Zombies
08. Time In Mind
09. Increase Your Faith
10. Heart Of The Congos
11. Get Together
12. Church
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