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The Aim Of Design Is To Define Space
The Aim Of Design Is To Define Space: Pro & Kontra: Aimthusiasm
PRO
AIMTHUSIASM von Holger Muster
Gerade mal acht Lieder plus eine Alternativversion des ersten Stücks haben Sänger Martin „Einhorn“ Aleith, Schlagzeuger Jan Kucharski, Bassist Henrik „Jeanz“ Aleith und die Gitarristen Stephan Szulzewsky und Gregor Albrecht auf ihr drittes Album gepackt.
Eröffnet wird das Ganze von 'Mein See Hat Viele Ufer'. Wobei der See sowohl viele Ufer als auch ein paar Inseln und keinen Grund hat. Damit ist er also nicht nur 'Tausend Tränen Tief', sondern deutlich größer. Wer jetzt Blumfeld sagt, muss auch DJ Koze sagen. Zumindest, wenn er dessen Remix für das Blumfeld-Stück kennt. Denn mit 'Geboren Im Winter' folgt bei TAODISTDS ihr wohl elektronischstes Werk. Zu dem kann bestimmt auch die Brandenburger Kleinstadt Gosen gut raven, wie es die zum Teil aus diesem Ort stammende Band ja auf ihrem ersten Album prophezeit hat ('Gosen, U Can Rave II'). Das so hinzubekommen, scheint allerdings gar nicht so einfach gewesen zu sein. Geholfen haben nämlich TimTim, Damero und Sebastian Szary von Modeselektor. Doch der Aufwand hat sich definitiv gelohnt.
Ebenfalls sehr elektronisch, allerdings viel ruhiger ist 'Einsam Ist Die Leserin'. Dass Aim Of Design tatsächlich um die darin zu hörenden „Murmel“-Sounds von ihren elektronischen Musikfreunden beneidet werden, wie sie es zumindest selbst behaupten, ist dabei sogar recht glaubwürdig. Schwieriger zu verstehen ist allerdings, dass es inhaltlich um eine Studentin geht, die sich freiwillig zum Lesen in eine Nervenheilanstalt einweisen lässt. Der Text liefert jedenfalls nur spärliche Hinweise: „Frag deinen Arzt, frag frag frag ihn um Rat./ Das Buch ist offen und die Tür geschlossen.“
Deutlicher scheint dagegen die Aussage des rockenden Popsongs 'Im Osten Nichts Neues', der den sozialen Zerfall des Landes beschreibt: „Wie soll ein Jogginganzug stürzen, weht der Wind von allen Seiten?/ Alles, was die Menschen fürchten, zerfällt in tausend Teile.“ Mit 'Berliner Messe' machen Aim Of Design aber auch Mut, nicht einfach aufzugeben: „Je versucht? Je gewagt?/ Je Zweiter? Stets Zweiter?/ Nie gesucht? Nie gewagt?/ Such weiter! Sag's weiter!“
KONTRA
AIMTHUSIASM von Christian Michael
Das nicht sterben wollende Deutschpopmonster hat eine neue Platte ausgespuckt. Ihr Titel: „Aimthusiasm“.
The Aim Of Design Is To Define Space (TAODITDS) sind mit Sicherheit keine typische „The“-Band. Name und Musik klingen eher nach subversiv angehauchtem Intello-Pop für Kunststudenten als nach Röhrenjeans tragendem Indie-Irgendwas. Die kleinen Brüder von Blumfeld und Tocotronic kommen, auch wenn man es vermuten mag, nicht aus Hamburg sondern aus Berlin. Genau, dem Berlin, der selbsternannten Hauptstadt des „German-Zeitgeist“. Das hierdurch irgendetwas besser wird ist zweifelhaft und bestätigt sich auch nach ersten Höreindrücken. Ein Wohnsitz in direkter Nachbarschaft zur UDK bedeutet schließlich nicht, dass die Avantgarde schon im Mietpreis mit drin ist.
Um erneut den Vergleich mit Blumfeld zu wagen, fehlt es der Musik von TAODITDS eindeutig an musikalischer Dynamik und Vielfalt. Als würde die Stimme von Sänger Martin Aleith der eigenen Varianz entsagen und sich in ihrer selbst gewählten Lethargie wohlfühlen. Dass jene stimmliche Askese den Hörer nicht mitreißt, überrascht nicht, wirkt doch auch die musikalische Begleitung eher eintönig als enthusiastisch.
Getreu dem Motto: „Kunst ist, was man nicht versteht“, gestaltet sich die Suche nach der inhaltlichen Aussage der Texte als eine bisweilen tagesfüllende Aufgabe. Der Versuch sich klar zu positionieren wirkt durch den inflationären Umgang mit sprachlichen Bildern zu gespreizt und zu hochgestochen. Möglicherweise auch, weil die Texte nicht durch ihren Umfang, sondern durch ihren vermeintlichen Tiefgang zu überzeugen versuchen, einem letztlich aber bloß als starre Textfragmente gegenüberstehen. Songtitel wie "Im Osten nichts Neues" klingen so abgedroschen, wie ein Witz den man mit 16 gemacht hat. Remarque würde sich wahrscheinlich im Grab umdrehen.
Dass diese Band polarisiert kann man verstehen. Warum sie aber in letzter Zeit das gern gehätschelte Schoßkind der Musikmedien war, ist wirklich nicht nachvollziehbar.
FACTS
VÖ: 22.02.2008
Label: Haute Area (Cargo Records)
Tracklist:
1. Mein See hat viele Ufer
2. Geboren im Winter ( Winterborn )
3. Marlon Brando Impersonator: Ahlbeck/Seebrücke
4. Im Osten nichts neues
5. Einsam ist die Leserin
6. Berliner Messe
7. Ich bin Soweit
8. Nach Falsch kommt richtig
9. Mein See hat viele Ufer (Charlton Heston Version)
also hIrO: dass sich eine rezension nicht mit jeder vorherrschenden meinung deckt ist doch wohl klar und sollte auch nicht ihr ziel sein. weiterhin besteht keinerlei interesse an einer gleichschaltung von meinungen. motor ist doch keine maschine, bei der alle das gleiche denken müssen und abweichler konsequent sanktioniert werden. hab doch nix dagegen, dass du das album toll findest, jedoch solltest du jene kritik nicht als angriff gegen dich respektive dein musikalisches selbstbild sehen. es ist EINE meinung. hab aber auch dich gern hIrO! ein hoch auf den meinungspluralismus. schöne neue welt wir kommen. prost
blub..
...ich verstehe nicht wie man das album am letzten wochenende vorstellt (motor.berlin) und dann so "niedermacht"
.... wenn man schon den songtexter zur hand kann man ihn doch vielleicht zu seinen texten befragen ?..
blumfeld als vergleich geht ja wohl garnicht -.- und die kleinen brüder ?
ja die texte sind "schwer" :) aber sigur rós versteht auch keiner .. bzw. die scherben waren früher auch anders..
ok keine vergleiche mehr ..
eigene meinung bilden am 28.03. im magnet..
*wieso kann man artikel nur positiv bewerten ?
Ha! Genauso ticken sie Jungs, hab ichs mir doch gedacht! Dauemn hoch sach ich da mal! Schöne Geschichte da auf Hobnox...
auch nicht zu vergessen ...
ANSCHAUN !!!
http://99stories.hobnox.com/index.html?episode=210
depeche mode..
hallo,
wer mehr über die band und das album wissen möchte, kann sie live in der ubahn im interview bei undertube.tv erleben. schaut doch mal rein :)
Hallo,
es muss wohl auch gesagt werden, dass wir nicht mit der "Pro&Kontra"-Idee an die Besprechung der Platte gegangen sind.
Jeder für sich hat sich Gedanken dazu gemacht, wobei meine Einschätzung halt deutlich positiver ausfiel. Aber der Ausgangspunkt war eben auch nicht, hier mein "Album des Jahres" auszurufen. Das wird es nämlich wahrscheinlich nicht. Oder doch? Zeigt sich wohl erst am Ende des Jahres! ;-)
hi knorpelboy,
ich mag dich. danke!
.. also ich fand das PRO ja nicht wirklich PRO, dafür das KONTRA ganz schön KONTRa. hab mir die platte dennoch gekauft und find' sie auch echt geil! ... aber vielleicht ja nur weil ich Abitur hab - "Kunst ist was man nicht versteht..." schreibt da der Rezensent, Musiktexte sind wirklich schön, wenn sie versch. Assoziationen zulassen, so!






Stimmt, statt Blumfeld sollten andere Vergleiche heran gezogen werden: The Aim sind die Quersumme aus Die Ärzte, Westbam, Fettes Brot und Die Toten Hosen. Ich hoffe, in dieser Schublade sind sie leichter zu finden! ;-)
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