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The bianca Story
The bianca Story: Coming Home
Mit dem Hang zum Everybody's Darling: The bianca Story könnten es mit ihrem zweiten Album "Coming Home" allen recht machen und doch scheint den tapfereren Schweizern die Welt nicht genug.

Natürlich sollte diese Kritik nicht mit einem Mario Barth-Zitat beginnen, aber irgendwie liegt der Retortenkomiker richtig, wenn er behauptet, man(n) habe es daheim nur selten leicht. Übersetzt bedeutet das für The biancas Story nämlich: Obwohl die Schweiz eigentlich stolz wie Oskar auf ihren derzeitigen Exportschlager sein dürfte, betitelte die Neue Züricher Zeitung das zweite Album der Landsleute in einem Nebensatz als "Massenprodukt". Wobei dies nicht negativ zu verstehen sei, so das renommierte Tageblatt weiter, die Band versuche halt bewusst den größtmöglichen Nenner beim Publikum zu treffen, verhebe sich am Plan aber schon hin und wieder ein wenig. Mag sein und doch muss der Formation um Frontgespann Elia Rediger und Gesangskollegin Anna Waibel attestiert werden, dass sie ihre Hausaufgaben brav gemacht haben.
Weil "Coming Home" die Gnade besitzt, sich nicht nur an kommerzieller Rock-Stilistik zu orientieren, sondern zugleich global klingen will – lustiger Weise treten eben erwähnten Rediger und Waibel im Zuge dessen wie das Arcade Fire-Ehepaar Win Butler und Régine Chassagne auf: Er als musikalischer Kopf, sie als die alles ergänzende Muse direkt daneben. Etwas hochtrabend diesen Vergleich anzubringen, aber musikalisch trennt beide Acts von ihrer Herangehensweise nicht viel: Songs, so eingängig, dass sie reif für die Charts wirken, Arrangements mit Raffinement und feinsinnigen Brechungen sowie der wunderbare Gesang lassen durchaus Parallelen zu. Wave Rack sagen die einen dazu, "New Wave Rock'n'Roll" ergänzen The bianca Story die Rezeption selbst.
Depeche Mode circa Anfang der 1990er werden dafür zitiert, die mittleren Talking Heads und nun ja, irgendwie auch David Bowie während seiner sinisteren "Station To Station"-Phase. Aber halten wir den Ball flach: Genauso darf kritisiert werden, dass manche Stücke zu sehr in die eigene, stets hymnische Geste verliebt sind, nicht ganz punktuell ihr Ziel finden und vielleicht doch ein wenig schwerer wiegen, als eine Band beim zweiten Werk in der Lage ist zu stemmen. Textlich sind The bianca Story demgegenüber mit viel Fortüne ausgestattet: Vermengen sinnbildliche Reflexionen übers "Nach-Hause-kommen" mit dunklen Gedankengängen, liefern Hoffnung, wo der Schatten sich breit macht und fühlen sich melancholisch gestimmt am wohlsten.
Aufgenommen in den Londoner Abbey Road Studies, lässt sich abschließend nur hoffen, dass The bianca Story nicht den Boden unter den Füßen verlieren: Ihr himmlischer Pop ist eine wunderbare Sache, nur höher schweben als auf "Coming Home" sollte er besser nicht – sonst muss bald wieder Mario Barth als Zitatgeber herhalten und wer will das schon.
Marcus Willfroth
Alles Weitere über The bianca Story findet ihr ab Mitte Februar in ihrem persönlichen Tourblog. »Hier entlang zu den Erlebnissen der Band.
VÖ: 27.01.12
Label: Rent A Record Company/Rough Trade
Tracklist:
1. Afraid Of The World
2. Coming Home
3. Lazy Boy
4. Dancing People Are Never Wrong
5. Bird Rocket
6. Lion Is Awake Now
7. Friends Bar
8. Not the Sun
9. Brand New Vision
10. Eclat
11. High & Low

Natürlich sollte diese Kritik nicht mit einem Mario Barth-Zitat beginnen, aber irgendwie liegt der Retortenkomiker richtig, wenn er behauptet, man(n) habe es daheim nur selten leicht. Übersetzt bedeutet das für The biancas Story nämlich: Obwohl die Schweiz eigentlich stolz wie Oskar auf ihren derzeitigen Exportschlager sein dürfte, betitelte die Neue Züricher Zeitung das zweite Album der Landsleute in einem Nebensatz als "Massenprodukt". Wobei dies nicht negativ zu verstehen sei, so das renommierte Tageblatt weiter, die Band versuche halt bewusst den größtmöglichen Nenner beim Publikum zu treffen, verhebe sich am Plan aber schon hin und wieder ein wenig. Mag sein und doch muss der Formation um Frontgespann Elia Rediger und Gesangskollegin Anna Waibel attestiert werden, dass sie ihre Hausaufgaben brav gemacht haben.
Weil "Coming Home" die Gnade besitzt, sich nicht nur an kommerzieller Rock-Stilistik zu orientieren, sondern zugleich global klingen will – lustiger Weise treten eben erwähnten Rediger und Waibel im Zuge dessen wie das Arcade Fire-Ehepaar Win Butler und Régine Chassagne auf: Er als musikalischer Kopf, sie als die alles ergänzende Muse direkt daneben. Etwas hochtrabend diesen Vergleich anzubringen, aber musikalisch trennt beide Acts von ihrer Herangehensweise nicht viel: Songs, so eingängig, dass sie reif für die Charts wirken, Arrangements mit Raffinement und feinsinnigen Brechungen sowie der wunderbare Gesang lassen durchaus Parallelen zu. Wave Rack sagen die einen dazu, "New Wave Rock'n'Roll" ergänzen The bianca Story die Rezeption selbst.
Depeche Mode circa Anfang der 1990er werden dafür zitiert, die mittleren Talking Heads und nun ja, irgendwie auch David Bowie während seiner sinisteren "Station To Station"-Phase. Aber halten wir den Ball flach: Genauso darf kritisiert werden, dass manche Stücke zu sehr in die eigene, stets hymnische Geste verliebt sind, nicht ganz punktuell ihr Ziel finden und vielleicht doch ein wenig schwerer wiegen, als eine Band beim zweiten Werk in der Lage ist zu stemmen. Textlich sind The bianca Story demgegenüber mit viel Fortüne ausgestattet: Vermengen sinnbildliche Reflexionen übers "Nach-Hause-kommen" mit dunklen Gedankengängen, liefern Hoffnung, wo der Schatten sich breit macht und fühlen sich melancholisch gestimmt am wohlsten.
Aufgenommen in den Londoner Abbey Road Studies, lässt sich abschließend nur hoffen, dass The bianca Story nicht den Boden unter den Füßen verlieren: Ihr himmlischer Pop ist eine wunderbare Sache, nur höher schweben als auf "Coming Home" sollte er besser nicht – sonst muss bald wieder Mario Barth als Zitatgeber herhalten und wer will das schon.
Marcus Willfroth
Alles Weitere über The bianca Story findet ihr ab Mitte Februar in ihrem persönlichen Tourblog. »Hier entlang zu den Erlebnissen der Band.
VÖ: 27.01.12
Label: Rent A Record Company/Rough Trade
Tracklist:
1. Afraid Of The World
2. Coming Home
3. Lazy Boy
4. Dancing People Are Never Wrong
5. Bird Rocket
6. Lion Is Awake Now
7. Friends Bar
8. Not the Sun
9. Brand New Vision
10. Eclat
11. High & Low
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