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Babyshambles
Babyshambles: The Blinding EP
Sie haben dann natürlich doch noch mal einen Plattenvertrag gekriegt. Der Babyshambles-Deal mit der alten Tante EMI ist insofern beachtenswert, als dass Dohertys Truppe wohl die erste Band sein dürfte, die vom Indie zum Major wechselt nicht weil vorher so viele Platten verkauft wurden, sondern ausschließlich aufgrund der bekannten Omnipräsenz des Sängers und seiner Sucht/Beziehungs-Probleme in der Yellow Press. Ungeachtet selbiger war das Babyshambles-Debüt im kommerziellen Sinne nämlich alles andere als erfolgreich gewesen.
Selbst im mit täglichem Pete-Gossip allseits auf Ballhöhe gehaltenen UK gingen gerade einmal 150.000 Exemplare über den Ladentisch. Was natürlich überhaupt nichts über Qualität aussagt, an sich aber durchaus bemerkenswert ist. Weil es in gewisser Weise ja auch bedeutet, dass Dohertys größtes Kapital heute seine Drogensucht ist.
Angesichts all dieser Meldungen fragt man sich ja sowieso immer woher der Mann überhaupt noch Zeit und Disziplin nimmt, zwischendurch an Musik zu arbeiten. Dass ihm dieses trotz allem gelingt, ist natürlich schon ein Indiz für eine gewisse, wenn auch verspulte Genialität. Also einer von den Leuten, deren kreatives Tun so selbstverständlich und überlebensnotwendig ist wie für andere Leute das Atmen. Das ändert freilich nichts daran, dass Doherty sich auch auf vorliegendem Vorspiel zum für Anfang nächsten Jahres erwarteten Longplayer einmal mehr unter Wert verkauft.
Man mag ja das skizzenhafte an seiner Arbeit loben, schließlich waren auch die Platten der Libertines alles andere als durchkomponiert. Allein: Ein gewisses Korrektiv, die Fähigkeit zur Auslese der eigenen Ergüsse wünschte man dem Mann und seiner vermutlich restlos ergebenen Band schon. Wenn Doherty heute noch schöne Melodien gelingen, wie etwa in „Sedative“ - ein Titel, der einen wie Pete natürlich unbedingt zu Höchstleistungen anspornen muss! – kommen diese mit einer Zufälligkeit daher, die nicht gewünscht erscheinen, sondern vermutlich einfach nur passieren.
Genie oder auch nur besonderes Talent vermutet man ja nicht zu Unrecht immer dort, wo es gelingt, unter enormem Arbeitseinsatz Entstandenes ganz leicht aussehen zu lassen. Die gute alte Pete-Schludrigkeit und Fahrigkeit, die Dohertys Werk vom ersten Tag an begleiteten, sind jedoch wohl tatsächlich nur die Momentaufnahmen, als die sie erscheinen. Zumal sie nie durch etwas Anders ersetzt wurden. Der Mann befindet sich, dass wird auf „The Blinding“ so deutlich wie noch nie, in einer entwicklungstechnischen Endlosschleife, die das schlampige Element seiner modernen Räuberpistolen immer vorhersehbarer macht. Ausnahmslos jeder der fünf Songs auf dieser EP hätte auch auf dem letzten Album seinen Platz gefunden:
„The Blinding“ der Song ist der typische Rotz-Rocker Babyshambles’scher Provenienz, „Love You But You’re Green“ eine weitere Pete-Moritat, leider nur mit halber Melodie, „I Wish“ dann ein durchschnittlicher Reggae-Cut. Auch das hatten wir bekanntlich schon. „Beg, Steal Or Borrow“ stellt ein weiteres Mal eine dieser typisch verspulten Gitarrenmelodien gegen einen punkigen Up-Tempo-Refrain auf, ist kompositionstechnisch „Killamangiro“ in schlecht. Bleibt „Sedative“. Und die nach wie vor offene Antwort auf die alte Frage: Wird das abermals nur angedeutete kreative Potential des Peter Doherty durch seine Probleme in Schach gehalten oder überhaupt erst so weit gebracht. Ergo: Hat er schlicht nicht mehr zu bieten, als glorreiche Momente wie den Refrain jenes glorreichen Schlusspunkts? Im Fußball nennt man einen wie Doherty, der immer hinter seinen Möglichkeiten bleibt, irgendwann ein ewiges Talent. Mal sehen, was der Longplayer bringt.
Angesichts all dieser Meldungen fragt man sich ja sowieso immer woher der Mann überhaupt noch Zeit und Disziplin nimmt, zwischendurch an Musik zu arbeiten. Dass ihm dieses trotz allem gelingt, ist natürlich schon ein Indiz für eine gewisse, wenn auch verspulte Genialität. Also einer von den Leuten, deren kreatives Tun so selbstverständlich und überlebensnotwendig ist wie für andere Leute das Atmen. Das ändert freilich nichts daran, dass Doherty sich auch auf vorliegendem Vorspiel zum für Anfang nächsten Jahres erwarteten Longplayer einmal mehr unter Wert verkauft.
Man mag ja das skizzenhafte an seiner Arbeit loben, schließlich waren auch die Platten der Libertines alles andere als durchkomponiert. Allein: Ein gewisses Korrektiv, die Fähigkeit zur Auslese der eigenen Ergüsse wünschte man dem Mann und seiner vermutlich restlos ergebenen Band schon. Wenn Doherty heute noch schöne Melodien gelingen, wie etwa in „Sedative“ - ein Titel, der einen wie Pete natürlich unbedingt zu Höchstleistungen anspornen muss! – kommen diese mit einer Zufälligkeit daher, die nicht gewünscht erscheinen, sondern vermutlich einfach nur passieren.
Genie oder auch nur besonderes Talent vermutet man ja nicht zu Unrecht immer dort, wo es gelingt, unter enormem Arbeitseinsatz Entstandenes ganz leicht aussehen zu lassen. Die gute alte Pete-Schludrigkeit und Fahrigkeit, die Dohertys Werk vom ersten Tag an begleiteten, sind jedoch wohl tatsächlich nur die Momentaufnahmen, als die sie erscheinen. Zumal sie nie durch etwas Anders ersetzt wurden. Der Mann befindet sich, dass wird auf „The Blinding“ so deutlich wie noch nie, in einer entwicklungstechnischen Endlosschleife, die das schlampige Element seiner modernen Räuberpistolen immer vorhersehbarer macht. Ausnahmslos jeder der fünf Songs auf dieser EP hätte auch auf dem letzten Album seinen Platz gefunden:
„The Blinding“ der Song ist der typische Rotz-Rocker Babyshambles’scher Provenienz, „Love You But You’re Green“ eine weitere Pete-Moritat, leider nur mit halber Melodie, „I Wish“ dann ein durchschnittlicher Reggae-Cut. Auch das hatten wir bekanntlich schon. „Beg, Steal Or Borrow“ stellt ein weiteres Mal eine dieser typisch verspulten Gitarrenmelodien gegen einen punkigen Up-Tempo-Refrain auf, ist kompositionstechnisch „Killamangiro“ in schlecht. Bleibt „Sedative“. Und die nach wie vor offene Antwort auf die alte Frage: Wird das abermals nur angedeutete kreative Potential des Peter Doherty durch seine Probleme in Schach gehalten oder überhaupt erst so weit gebracht. Ergo: Hat er schlicht nicht mehr zu bieten, als glorreiche Momente wie den Refrain jenes glorreichen Schlusspunkts? Im Fußball nennt man einen wie Doherty, der immer hinter seinen Möglichkeiten bleibt, irgendwann ein ewiges Talent. Mal sehen, was der Longplayer bringt.
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