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Alben von The Dead Weather

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Der umtriebige Jack White hat eine neue Supergroup. Der düstere Name der Band trügt nicht: Ihr Debüt ist ein Ausflug in die dunkelsten Gefilde des Blues, wo ein Pony names Lucifer wohnt.

Jack White gönnt sich keine Pause. Mit Alicia Keys macht er einen James-Bond-Song, für Loretta Lynn produziert er ein Grammy-prämiertes Album. Und für Coca Cola verfasst er einen Jingle. Dazu berät er künftig den Bürgermeister von Nashville in Musikfragen. Nun fand er auch noch Zeit, die nächste Band ins Leben zu rufen. Und die hat es in sich: Wenn die Raconteurs ein Bier unter Freunden waren, sind The Dead Weather eine einsam ausgetrunkene Flasche Schnaps.
Mit Alison Mosshart (The Kills), dem Gitarristen Dean Fertita (Queens of the Stone Age) und Raconteurs-Bassist Jack Lawrence hat White als Schlagzeuger und Gelegenheitssänger ein bedrohliches, fiebriges Album eingespielt. Auf langsame, unterschwellig aggressive Passagen, in denen Mosshart sich durch die Songs krächzt, folgen scheppernde, übersteuerte Ausbrüche. White verfolgt seine Leidenschaft für den Blues mit dieser Band radikaler als je zuvor, und er hat offensichtlich inspirierende Mitstreiter gefunden. The Dead Weather nutzen die ganze stilistische Freiheit eines solchen Nebenprojekts, finden aber trotzdem immer wieder den Blues.

The Dead Weather - Hang You From the Heavens


Beim grandiosen "I Cut Like A Buffalo" trifft eine bombastische Hammond-Orgel auf Sprechgesang, das langsam-überspannte "Rocking Horse" erinnert an The Gun Club, ebenfalls leidenschaftliche Verehrer des Blues. "Treat Me Like Your Mother" lässt hingegen an den Crossover-Riff-Rock von Rage Against The Machine denken. Mit sicherer Hand fügen The Dead Weather solche unterschiedlichen Referenzen zu einem stimmigen, beunruhigenden Ganzen, in detailverliebt unfertigem Sound.

Es passt, dass sie auf dem Debüt auch "New Pony" spielen, einen der düstersten Bob-Dylan-Songs. Der rätselhafte Blues handelt irgendwie von einem lahmenden Pferdchen namens Lucifer, das erschossen werden muss. Vor allem aber geht es um die hoffnungslose Erwartung eines baldigen Untergangs: "How Much Longer?", antwortet der Chor, wenn Mosshart die Verse skandiert. Das steht für die Stimmung des ganzen Albums: Lange geht es nicht mehr weiter, und es wird nicht gut enden.

Arne Lieb

VÖ: 10.07.09

Label: Sony

Tracklist:
1. 60 Feet Tall
2. Hang You from the Heavens
3. I Cut Like a Buffalo
4. So Far from Your Weapon
5. Treat Me Like Your Mother
6. Rocking Horse
7. New Pony
8. Bone House
9. 3 Birds
10. No Hassle Night
11. Will There Be Enough Water?
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