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The Domino State
The Domino State: Uneasy Lies The Crown

Liebhaber des britischen Indie-Rocks mit Shoegaze-Einschlag werden in diesem Jahr wohl kaum an den fünf Londoner Herren von The Domino State und ihrem Debüt "Uneasy Lies The Crown" vorbei kommen, ohne sich nicht mindestens zu einer Hörprobe hinreißen zu lassen. Mit einer Mischung aus 90er-Jahre-Shoegaze, Post-Punk und New Wave bekamen Genre-Freunde bereits mit den Singles "What's the Question?" und "Firefly" eine Vorahnung vom nun kommenden Erst-Werk. Auf "Uneasy Lies The Crown" bekam das Quintett Unterstützung von Produzent Joe Adams, der zuvor schon mit Größen wie Depeche Mode und Grinderman zusammenarbeitete. In zwölf Songs dokumentieren The Domino State nun also das Schaffen ihres jungen Bandbestehens, dessen Existenzberechtigung außer Frage steht. Zwar braucht die Platte zunächst Zeit, um sich zu entfalten, überzeugt aber schließlich durch einen reifen und weitreichenden Sound und schafft es über den Status der x-ten Post-Punk-Gedächtnisplatte hinaus. Wer die Liebe für das Genre jedoch nicht teilt, dürfte auch von "Uneasy Lies The Crown" wenig berührt werden.
The Domino State - "We Must Not Shut Ourselves Away"
Das 60-sekündige "Intro" stimmt leise und gemächlich auf das Bevorstehende ein und steigert die Spannung bis "We Must Not Shut Ourselves Away" als emotionaler Kickstart den Hörer begrüßt. Als einer der stärksten Songs der Platte beginnt eine rhythmisch rasende Gitarre, zu der sich schnell Bass, Schlagzeug und weitere Gitarren gesellen, um zu einem eingängigen Groove aufzubauen. Getragen wird das Stück dabei von Matt Foderers starker Stimme, wenn er in den zwar einfachen, dennoch wirkungsvollen Lyrics fragt: "I see myself in the whites of your eyes/ who’s this man I’ve become?". Im melancholischen "The Oubliette" dagegen usurpiert die Band ruhige Melodien während Foderer mit den Worten "It's my fault, I'm sure" die Schuld auf sich nimmt und verzweifelt bittet: "Face your fears now, once more".
Zwar ist keiner der Songs auf "Uneasy Lies The Crown" anstrengend oder unangenehm, dennoch führt die harmonische Aneinanderreihung der Songs vor allem im Mittelfeld der Platte zu einer Beliebigkeit, die erst mit "For Now" wieder an Kraft gewinnt. Mit treibenden Drums treffen The Domino State hier die richtige Balance zwischen geschmeidigem Gesang und elektischer Gitarre. Mit dem unschuldigen Songtitel "A Pillow Song" erreicht der Langspieler ein weiteres Highlight, das durch die rohe Intensität und Dynamik den längst vermissten Facetten-Reichtum der Band zum Vorschein bringt. Der depressive Ton in Foderers Stimme präsentiert sich unpathetisch und impliziert gemeinsam mit der gegenläufigen Bassline eine imposante Spannung, bei der dem Hörer düstere Gedanken eingeimpft werden. Im abschließenden "Safe Now" manifestiert die Band dann noch einmal alle charakterischen Stärken der Platte, angefangen bei den geschichteten Gitarren und schiebende Schlagzeug-Beats bis zum glatten Gesang Foderers, der zum hymnischen Höhepunkt treibt, schließlich verhallt und vom Bonustrack "My Design" aufgefangen wird, der das Album dann sanft beendet.
Die zwölf Songs sind eine angenehme Fahrt auf Post-Punk-Schienen, die durch einzelne Geniestreiche an Charakterstärke und Eigenständigkeit gewinnen. Zwar fehlen hier und da Stimmengewalt und Abwechslung, doch ist "Uneasy Lies The Crown" in seiner Gesamtheit kein schlechtes Erstes, sondern ein durch und durch solides Debüt.
Christine Pötzsch
VÖ: 20. Mai 2011
Label: Brilljant (Indigo)
Tracklist:
01. Intro
02. We Must Not Shut Ourselves Away
03. This Oubliette
04. You Are The Winter
05. Pompeii
06. Big Six Wheel
07. What's The Question?
08. For Now
09. A Pillow Song
10. Firefly
11. Reverie
12. Safe Now
13. My Design

