The Misery Index: Notes From The Plague Years

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Labelwechsel, gefeuertes Management, private Katastrophen - die letzten Jahre im Leben von Boysetsfire haben zweifellos Spuren hinterlassen. Auch musikalisch: Klang das letzte Werk "Tomorrow Come Today" noch ungewohnt glatt und clean, besinnt sich das Quintett aus Newark, New Jersey, nun wieder auf die alten Stärken, schreit sich die Wut aus dem Leibe und wirkt deutlich spontaner, roher, authentischer.

An der Eingängigkeit hat sich allerdings wenig geändert: Sowohl die Hardcore-Brecher als auch die gemäßigten, rockigeren Stücke haben viel Pop-Appeal, Songs wie "Requiem" absolute Hymnen-Qualität. Und ein paar Überraschungen gibt es obendrein; etwa ein unerwarteter Bläser-Einsatz beim tollen "Deja Coup". Kurzum: Nach längerer Abstinenz hat die Hardcore-Szene eine ihrer wichtigsten Bands zurück - und zwar genau in der Form und Verfassung, wie es viele wohl gar nicht mehr für möglich gehalten hätten.

Text: Tito Wiesner

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