The Music From Drawing Restraint 9

Alben von Björk

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Selbst heißeste Verehrer - und davon hat das isländische Musik-Genie zu Recht viele - mussten zuletzt feststellen, dass Björk es schafft, immer noch ein bisschen schräger und sperriger zu werden. Die Vokaleskapaden auf dem vergangenen Studioalbum "Medulla" hinterließen jedenfalls für jeden begeisterten Fan mindestens einen leicht irritierten.

Im Falle von "The Music From Drawing Restraint 9" dürfte das Verhältnis sogar locker bei 1:3 liegen. Die CD ist der von Björk produzierte und geschriebene Soundtrack zu einem Film, den ihr Lebensgefährte Matthew Barney anlässlich seiner neuen Ausstellung in Japan gedreht hat. Björk spielt natürlich mit in diesem Film und es geht, so liest man, um Walfang und allerlei andere japanische Traditionen und am Schluss verwandeln sich Björk und Barney selbst in Wale.

Nicht minder bizarr daher auch die Musik. Der Gesang von Will Oldham eröffnet, gelegentlich ist auch Björks Stimme zu hören, die dieses Mal aber alles andere als im Vordergrund steht. Mit Pop hat das nichts zu tun, greifbare Melodien - bei Björk ja ohnehin oft Mangelware - gibt's nicht.

Stattdessen arbeitet sich Björk an Geräuschen und Klängen, bevorzugt aus japanischen Traditionen, ab. Leicht zugänglich ist etwas anderes, und da man den zugehörigen Film nicht kennt, steht man auch nach mehrmaligem Hören oft etwas hilflos - und gelegentlich auch genervt - da. Die Björk-typische Poesie entfaltet sich aber dennoch - und warum soll Musik nicht auch mal schwierig sein?

Text: Patrick Heidmann

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