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The Phantom Band
The Phantom Band: The Wants
Nach Ansicht der Band ein Soundtrack zur Apocalypse. Besser aber ein abenteuerliches Gebräu, das den Hörer in beflügelnd-mystische Klangwelten entführt.

The Phantom Band werden ihrem Namen derzeit tatsächlich gerecht: Hierzulande weitestgehend unbeachtet erfüllen sie gegenwärtig den Status einer Spartenband. Das steht konträr zu den überaus erfolgreichen Pressestimmen über ihre erste Platte "Chekmate Savage", die sich voriges Jahr im Rahmen des Soundcheck Music Awards, Kategorie "Bestes Album 2009", gegen Kritikerlieblinge wie Grizzly Bear und The XX durchsetzen konnte. Das neue Album der Schotten trägt den Namen "The Wants" und soll dem Schattendasein nun ein Ende bereiten.
Apropos Schatten: Für die musikalische Umschreibung der Phantom Band eignet sich diese Metaphorik perfekt. Obwohl das Sextett mit großer musikalischer Experimentierfreudigkeit am Werke ist, zieht sich eine düstere Grundstimmung durch die Songs. Das muss jedoch nicht gleich bedeuten, aufgrund etwaiger Trostlosigkeit in grauer Monotonie zu verfallen. Ähnlich wie ihre Landsmänner von Glasvegas verstehen sie, an den richtigen Stellen dezente Effektspielereien einzusetzen, ohne dabei überzogen pompös zu wirken oder an jener Grenze zum Kitsch zu kratzen, die ihre schottischen Kollegen zuweilen erreichen. Entsprechend bietet die Musik eine dunkelbunte Mischung irgendwo zwischen Folk, Tom Waits, Krautrock, David-Lynch-Soundtracks und Rhythm'n'Blues-Harmonien. Kategorisierung zwecklos. Man ahnt, wie wenig Wert die Phantom Band auf Genre-Konventionen legt und – das ist das Wichtigste – wie rund und stimmig das Ergebnis dennoch klingt.

Bereits die ersten Sekunden des Openers "A Glamour" geben den eingeschlagenen Weg vor. So beginnt das Album mit bedrohlich wabernden Gitarren, die von andächtigem Synthie-Geblubber unterlegt werden. Dies erzeugt eine düstere und esoterische Stimmung, die sich über die gesamten 50 Minuten der Platte ausbreitet. Dabei schreckt die Band auch nicht vor dem Gebrauch exotischer Instrumente zurück, ein Beispiel wäre das westafrikanische Balafon. Diese Elemente geben der Musik Würze, ohne sie zu überladen. Die Magie der Songs entfaltet sich nach wenigen Durchläufen und lässt Asoziationen wie von selbst aufkommen. So erweckt beispielsweise der Track "Into The Corn" das Bild einer Nacht, die langsam in den diesigen Morgen hineindämmert. Derlei metaphorische Inspirationsquellen bietet die Platte zu hauf. Der Gesang ist analog zur Musik ebenfalls düster und sonor, erinnert er teilweise sogar an Gothicbands à la Lake Of Tears. Dabei gestaltet er sich jedoch wesentlich abwechslungsreicher als bei seinen tiefschwarzen Kollegen. Die kryptischen Texte tun ihr Übriges, um die Musik mit jedem einzelnen Wort zu unterstützen.
The Phantom Band - "Throwing Bones" (Live)
Nach Meinung der BBC wird "The Wants" in diesem Jahr sämtliche britische Mitbewerber dumm dastehen lassen. Dem könnte man sich durchaus anschließen! Die Musik ist dicht und klug arrangiert. Sie verleitet den Zuhörer aufgrund ihrer Komplexität dazu, nach dem ersten Durchgang erneut auf die Play-Taste zu drücken. Nur wenigen Bands gelingt es, solch eine Symbiose von scheinbar nicht zu vereinbarenden Musikstilen herzustellen und diese ungezwungen und glaubwürdig zu vermitteln.
Danilo Rößger
VÖ: 15.10.2010
Label: Chemikal Underground
Tracklist:
01. A Glamour
02. O
03. Everybody Knows It's True
04. The None Of One
05. Mr. Natural
06. Come Away In The Dark
07. Walls
08. Into The Corn
09. Goodnight Arrow

The Phantom Band werden ihrem Namen derzeit tatsächlich gerecht: Hierzulande weitestgehend unbeachtet erfüllen sie gegenwärtig den Status einer Spartenband. Das steht konträr zu den überaus erfolgreichen Pressestimmen über ihre erste Platte "Chekmate Savage", die sich voriges Jahr im Rahmen des Soundcheck Music Awards, Kategorie "Bestes Album 2009", gegen Kritikerlieblinge wie Grizzly Bear und The XX durchsetzen konnte. Das neue Album der Schotten trägt den Namen "The Wants" und soll dem Schattendasein nun ein Ende bereiten.
Apropos Schatten: Für die musikalische Umschreibung der Phantom Band eignet sich diese Metaphorik perfekt. Obwohl das Sextett mit großer musikalischer Experimentierfreudigkeit am Werke ist, zieht sich eine düstere Grundstimmung durch die Songs. Das muss jedoch nicht gleich bedeuten, aufgrund etwaiger Trostlosigkeit in grauer Monotonie zu verfallen. Ähnlich wie ihre Landsmänner von Glasvegas verstehen sie, an den richtigen Stellen dezente Effektspielereien einzusetzen, ohne dabei überzogen pompös zu wirken oder an jener Grenze zum Kitsch zu kratzen, die ihre schottischen Kollegen zuweilen erreichen. Entsprechend bietet die Musik eine dunkelbunte Mischung irgendwo zwischen Folk, Tom Waits, Krautrock, David-Lynch-Soundtracks und Rhythm'n'Blues-Harmonien. Kategorisierung zwecklos. Man ahnt, wie wenig Wert die Phantom Band auf Genre-Konventionen legt und – das ist das Wichtigste – wie rund und stimmig das Ergebnis dennoch klingt.

Bereits die ersten Sekunden des Openers "A Glamour" geben den eingeschlagenen Weg vor. So beginnt das Album mit bedrohlich wabernden Gitarren, die von andächtigem Synthie-Geblubber unterlegt werden. Dies erzeugt eine düstere und esoterische Stimmung, die sich über die gesamten 50 Minuten der Platte ausbreitet. Dabei schreckt die Band auch nicht vor dem Gebrauch exotischer Instrumente zurück, ein Beispiel wäre das westafrikanische Balafon. Diese Elemente geben der Musik Würze, ohne sie zu überladen. Die Magie der Songs entfaltet sich nach wenigen Durchläufen und lässt Asoziationen wie von selbst aufkommen. So erweckt beispielsweise der Track "Into The Corn" das Bild einer Nacht, die langsam in den diesigen Morgen hineindämmert. Derlei metaphorische Inspirationsquellen bietet die Platte zu hauf. Der Gesang ist analog zur Musik ebenfalls düster und sonor, erinnert er teilweise sogar an Gothicbands à la Lake Of Tears. Dabei gestaltet er sich jedoch wesentlich abwechslungsreicher als bei seinen tiefschwarzen Kollegen. Die kryptischen Texte tun ihr Übriges, um die Musik mit jedem einzelnen Wort zu unterstützen.
The Phantom Band - "Throwing Bones" (Live)
Nach Meinung der BBC wird "The Wants" in diesem Jahr sämtliche britische Mitbewerber dumm dastehen lassen. Dem könnte man sich durchaus anschließen! Die Musik ist dicht und klug arrangiert. Sie verleitet den Zuhörer aufgrund ihrer Komplexität dazu, nach dem ersten Durchgang erneut auf die Play-Taste zu drücken. Nur wenigen Bands gelingt es, solch eine Symbiose von scheinbar nicht zu vereinbarenden Musikstilen herzustellen und diese ungezwungen und glaubwürdig zu vermitteln.
Danilo Rößger
VÖ: 15.10.2010
Label: Chemikal Underground
Tracklist:
01. A Glamour
02. O
03. Everybody Knows It's True
04. The None Of One
05. Mr. Natural
06. Come Away In The Dark
07. Walls
08. Into The Corn
09. Goodnight Arrow
Links
danilo.roessger
vor 601d 14h
jo, richtig guter schottenrock.
lydia.meyer
vor 601d 16h
schotten im schatten. klingt äußerst interessant.





Große Platte! Erstaunlich dass sie kaum beachtet wurde...
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