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The Raveonettes
The Raveonettes: Lust Lust Lust
Wären die Dinger damals nicht so verdammt rar gewesen und The Raveonettes 40 Jahre früher auf den Plan getreten, hätten sie wahrscheinlich eine bekommen. Eine dieser berühmten Bananen. Auf einem Albumcover und überreicht von Andy Warhol persönlich, inmitten seiner Silver Factory.
Denn das, was sie mit ihrer neuen Scheibe abliefern ist alles andere als gewöhnlich und hätte in der Avantgarde Ende der 60er für Aufregung gesorgt.
Sune Rose Wagner und Sharin Foo haben sich bewegt. Ein Stück weg von den Ronettes und den Everly Brothers hin zu Velvet Underground und Jesus and Mary Chain. Ihre Noten haben sie mit einem düsteren Nebel überzogen und weben in einigen Songs Noise-Teppiche, auf denen auch Suicide gerne Platz genommen hätten. In „Sad Transmission“ beispielsweise, umspielt die bittersüße Stimme von Sharin zusammen mit der bekannten Fuzz-Gitarre eine Geräusch-Wand und zwingt sie letztlich zur Harmonie.
Der erste Song „Aly, Walk With Me“ erteilt eine klare Absage an all jene, die eine Fortsetzung des Vorgängeralbums „Pretty In Black“ erwartet haben. Er beginnt mit einem schleppend eingängigen Trip-Hop Beat, der sich auch bei Massive Attack finden ließe. Darauf legt sich eine reverb-lastige Gitarre, erinnert kurz an alte Italo-Western und wechselt unerwartet in einen übersteuert-noisigen Sound. Allein schon durch diesen einen Song wird klar, „Lust Lust Lust“ ist ein mutiges Album und wahrscheinlich der Schritt, den die Band mit der Abkehr von ihrem Major Sony/BMG gehen wollte. "Lust und verbotene Triebe sind definitiv die Hauptthemen des Albums. Viele der Songs wurden dabei aus einer persönlichen Perspektive geschrieben und beschäftigen sich mit Verlangen, Rastlosigkeit und den harten Entscheidungen, die man manchmal treffen muss" so Sune.
Dennoch, die Platte ist weit davon entfernt in Schwermut zu versinken. Während sich „Expelled From Love“ düster und melancholisch zum Ende schleppt, reißen die nächsten beiden Songs „You Want The Candy“ und „Blitzed“ das Ruder herum und erinnern mit fast schon poppigem Surfsound an das sonnige Kalifornien der 60’s.
Vom provokanten Opener bis hin zum letzten Song, der einen schließlich in die Nacht entlässt, wird man langsam aber bestimmt durch das Album getragen. Die wirklich gelungene Dramaturgie erzeugt einen Spannungsbogen, der sich angenehm leise durch die 12 Songs bewegt und wirklich Seltenheitswert besitzt.
Mit Sicherheit keine einfache Platte, verlangt sie doch nach viel Aufmerksamkeit. Ist man aber bereit, ihr diese zu geben, bekommt man ein Album, das laut Frontmann Sune „perfekt ist, um eine gewaltige Anzahl an Drogen in einem Berliner Untergrund-Club zu schlucken.“
Man muss ihm Recht geben!
Text: Christian Michael
Label: Fierce Panda/Cargo Records
VÖ: 16.11.2007
Tracklist:
01. 'Aly Walk With Me
02. Hallucinations
03. Lust
04. Dead Sound
05. Black Satin
06. Blush
07. Expelled From Love
08. You Want The Candy
09. Blitzed
10. Sad Transmission
11. With My Eyes Closed
12. Beat Dies
Sune Rose Wagner und Sharin Foo haben sich bewegt. Ein Stück weg von den Ronettes und den Everly Brothers hin zu Velvet Underground und Jesus and Mary Chain. Ihre Noten haben sie mit einem düsteren Nebel überzogen und weben in einigen Songs Noise-Teppiche, auf denen auch Suicide gerne Platz genommen hätten. In „Sad Transmission“ beispielsweise, umspielt die bittersüße Stimme von Sharin zusammen mit der bekannten Fuzz-Gitarre eine Geräusch-Wand und zwingt sie letztlich zur Harmonie.
Der erste Song „Aly, Walk With Me“ erteilt eine klare Absage an all jene, die eine Fortsetzung des Vorgängeralbums „Pretty In Black“ erwartet haben. Er beginnt mit einem schleppend eingängigen Trip-Hop Beat, der sich auch bei Massive Attack finden ließe. Darauf legt sich eine reverb-lastige Gitarre, erinnert kurz an alte Italo-Western und wechselt unerwartet in einen übersteuert-noisigen Sound. Allein schon durch diesen einen Song wird klar, „Lust Lust Lust“ ist ein mutiges Album und wahrscheinlich der Schritt, den die Band mit der Abkehr von ihrem Major Sony/BMG gehen wollte. "Lust und verbotene Triebe sind definitiv die Hauptthemen des Albums. Viele der Songs wurden dabei aus einer persönlichen Perspektive geschrieben und beschäftigen sich mit Verlangen, Rastlosigkeit und den harten Entscheidungen, die man manchmal treffen muss" so Sune.
Dennoch, die Platte ist weit davon entfernt in Schwermut zu versinken. Während sich „Expelled From Love“ düster und melancholisch zum Ende schleppt, reißen die nächsten beiden Songs „You Want The Candy“ und „Blitzed“ das Ruder herum und erinnern mit fast schon poppigem Surfsound an das sonnige Kalifornien der 60’s.
Vom provokanten Opener bis hin zum letzten Song, der einen schließlich in die Nacht entlässt, wird man langsam aber bestimmt durch das Album getragen. Die wirklich gelungene Dramaturgie erzeugt einen Spannungsbogen, der sich angenehm leise durch die 12 Songs bewegt und wirklich Seltenheitswert besitzt.
Mit Sicherheit keine einfache Platte, verlangt sie doch nach viel Aufmerksamkeit. Ist man aber bereit, ihr diese zu geben, bekommt man ein Album, das laut Frontmann Sune „perfekt ist, um eine gewaltige Anzahl an Drogen in einem Berliner Untergrund-Club zu schlucken.“
Man muss ihm Recht geben!
Text: Christian Michael
Label: Fierce Panda/Cargo Records
VÖ: 16.11.2007
Tracklist:
01. 'Aly Walk With Me
02. Hallucinations
03. Lust
04. Dead Sound
05. Black Satin
06. Blush
07. Expelled From Love
08. You Want The Candy
09. Blitzed
10. Sad Transmission
11. With My Eyes Closed
12. Beat Dies
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Live bestimmt der Hammer - wie immer habens Hauptstädter, Medienheinies und Hefe-Trinker gut:
Raveonettes live on stage:
28-11-07 - Koeln, Gebaeude 9
01-12-07 - Berlin, Lido
03-12-07 - Muenchen, Atomic Café
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