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The Roots
The Roots: Undun
Consciousness HipHop reloaded, instrumental eingespielt und mit einem – nicht mehr, nicht weniger – sehr soliden Ansatz.

(Foto: Universal)
Ein Konzeptalbum also, eine vom Ende her erzählte Lebensgeschichte, die Biografie eines Kriminellen, der jederzeit die Alternative zum gewaltsamen Ableben hatte, das hier am Anfang steht. Es ist eine Geschichte, die natürlich gut zu den Roots passt, weniger jedoch in die aktuellen Zeiten, in denen "consciousness" kein Kriterium mehr zu sein scheint zwischen all dem Bling Bling und dem Business und den David Guetta-Kollabos.
The Roots - "Sleep"
Seit zwei Jahrzehnten spielen The Roots eine ganz eigene Rolle in der amerikanischen HipHop-Historie, eine "echte" Band sind sie, was immer noch erstaunlich wenig auffällig ist, weil ihre Musik trotzdem klingt, als sei sie aus Raregroove-Beats und Vocal-Samples zusammengesetzt – nur, dass hier eben niemand in obskuren Plattensammlungen wühlen, sondern einfach zum Instrument oder Mikrofon greifen muss. Es ist immer noch atemberaubend zu hören, wie diese Art des effektlosen HipHop gefangen nehmen kann. Zu hören, dass es für einen guten Track nicht viel mehr braucht als einen simplen Schlagzeugbeat, die klitzekleine Andeutung einer Melodie mit einem Piano oder einer Flöte, ein oder zwei großartige Stimmen zwischen Rap-Flow und Soul-Inbrunst und vor allem natürlich die Idee, wie das am Ende klingen muss. "Undun" ist ein typisches The Roots-Album – eines, das man blind empfehlen kann, weil hier Leute agieren, die wissen, was sie tun, ohne den Boden, auf dem sie stehen, jemals aus dem Blick zu lassen.
Es gibt einige wirklich beeindruckende Momente – Songs –, wie nahezu immer bei The Roots, ein "The Other Side" zum Beispiel, dessen Eindringlichkeit sich aus nichts anderem als einem dahinfließendem Rap und einer dagegen gesetzten Soul-Hookline speist, und die daran erinnert, dass HipHop seine ursprüngliche Faszination der Macht des gesprochenen Wortes verdankt, dem buchstäblichen Flow, bevor die Produzenten die Macht übernahmen mit all ihrer Beatbastelei und Autotune-Versessenheit.

(Foto: Universal)
Es gibt allerdings auch einen Haken, wenn man so herangeht: "Undun" hat deutliche Längen aufzuweisen, Füllstücke voller – hier eben – akustischem Geklimper, die vom sicher schwer durchzuhaltendem puristischen Grundgestus abweichen, so etwas wie Abwechslung produzieren wollen, aber nur bei Unkonzentriertheit landen. Und wer nicht besonders nah am Wasser gebaut ist, hat vielleicht auch ein grundsätzliches Problem mit dem weinerlichen Tonfall, der hier immer mal wieder durchbricht – es ist ja nun mal eine prinzipiell traurige Story, von den Roots strikt herkömmlich erzählt und nicht gegen den Strich gebürstet. Für Roots-Verhältnisse ist das eine solide, aber keine herausragende Leistung. Immer noch besser als der größte Teil an HipHop in diesem Jahr, klar, das allerdings sollte für The Roots nicht wirklich ein ernstzunehmendes Kriterium sein.
Augsburg
VÖ: 2.12.2011
Label: Def Jam / Universal
Tracklist:
1. The Un
2. Sleep
3. Make My (feat. Big K.R.I.T.)
4. One Time (feat. Phonte & Dice Raw)
5. Kool On (feat. P.O.R.N.)
6. The Other Side
7. Stomp feat. (P.O.R.N.)
8. Lighthouse
9. I Remember
10. Tip The Scale
11. Redford (For Yia Yia & Pappou)
12. Possibility
13. Will To Power
14. Finality

(Foto: Universal)
Ein Konzeptalbum also, eine vom Ende her erzählte Lebensgeschichte, die Biografie eines Kriminellen, der jederzeit die Alternative zum gewaltsamen Ableben hatte, das hier am Anfang steht. Es ist eine Geschichte, die natürlich gut zu den Roots passt, weniger jedoch in die aktuellen Zeiten, in denen "consciousness" kein Kriterium mehr zu sein scheint zwischen all dem Bling Bling und dem Business und den David Guetta-Kollabos.
The Roots - "Sleep"
Seit zwei Jahrzehnten spielen The Roots eine ganz eigene Rolle in der amerikanischen HipHop-Historie, eine "echte" Band sind sie, was immer noch erstaunlich wenig auffällig ist, weil ihre Musik trotzdem klingt, als sei sie aus Raregroove-Beats und Vocal-Samples zusammengesetzt – nur, dass hier eben niemand in obskuren Plattensammlungen wühlen, sondern einfach zum Instrument oder Mikrofon greifen muss. Es ist immer noch atemberaubend zu hören, wie diese Art des effektlosen HipHop gefangen nehmen kann. Zu hören, dass es für einen guten Track nicht viel mehr braucht als einen simplen Schlagzeugbeat, die klitzekleine Andeutung einer Melodie mit einem Piano oder einer Flöte, ein oder zwei großartige Stimmen zwischen Rap-Flow und Soul-Inbrunst und vor allem natürlich die Idee, wie das am Ende klingen muss. "Undun" ist ein typisches The Roots-Album – eines, das man blind empfehlen kann, weil hier Leute agieren, die wissen, was sie tun, ohne den Boden, auf dem sie stehen, jemals aus dem Blick zu lassen.
Es gibt einige wirklich beeindruckende Momente – Songs –, wie nahezu immer bei The Roots, ein "The Other Side" zum Beispiel, dessen Eindringlichkeit sich aus nichts anderem als einem dahinfließendem Rap und einer dagegen gesetzten Soul-Hookline speist, und die daran erinnert, dass HipHop seine ursprüngliche Faszination der Macht des gesprochenen Wortes verdankt, dem buchstäblichen Flow, bevor die Produzenten die Macht übernahmen mit all ihrer Beatbastelei und Autotune-Versessenheit.

(Foto: Universal)
Es gibt allerdings auch einen Haken, wenn man so herangeht: "Undun" hat deutliche Längen aufzuweisen, Füllstücke voller – hier eben – akustischem Geklimper, die vom sicher schwer durchzuhaltendem puristischen Grundgestus abweichen, so etwas wie Abwechslung produzieren wollen, aber nur bei Unkonzentriertheit landen. Und wer nicht besonders nah am Wasser gebaut ist, hat vielleicht auch ein grundsätzliches Problem mit dem weinerlichen Tonfall, der hier immer mal wieder durchbricht – es ist ja nun mal eine prinzipiell traurige Story, von den Roots strikt herkömmlich erzählt und nicht gegen den Strich gebürstet. Für Roots-Verhältnisse ist das eine solide, aber keine herausragende Leistung. Immer noch besser als der größte Teil an HipHop in diesem Jahr, klar, das allerdings sollte für The Roots nicht wirklich ein ernstzunehmendes Kriterium sein.
Augsburg
VÖ: 2.12.2011
Label: Def Jam / Universal
Tracklist:
1. The Un
2. Sleep
3. Make My (feat. Big K.R.I.T.)
4. One Time (feat. Phonte & Dice Raw)
5. Kool On (feat. P.O.R.N.)
6. The Other Side
7. Stomp feat. (P.O.R.N.)
8. Lighthouse
9. I Remember
10. Tip The Scale
11. Redford (For Yia Yia & Pappou)
12. Possibility
13. Will To Power
14. Finality
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