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The Sounds
The Sounds: Something To Die For
Das sichere Ende oder nur eine experimentelle Ausnahme? In jedem Fall stirbt mit "Something To Die For" ein Teil der Sounds.

Vor ungefähr zehn Jahren brachten The Sounds mit ihrem Debüt "Living In America" neuen Schwung in die schwedische Indie-Szene und überzeugten durch raue Drums, sympathisch ranzige Gitarren und den rotzigen Charme von Powerfrontfrau Maja Ivarsson. Doch dann taten die Fünf mit ihrem 2009 erschienenem Dritt-Werk "Crossing The Rubicon" einen entscheidenden Schritt in die falsche Richtung. Fans der ersten Stunde ahnten es damals bereits und "Something To Die For" ist nun tatsächlich der Beweis: Das Quintett taucht in eine neue Sound(s)-Sphäre ein. Kaum mehr Rebellion und Rotzigkeit, dafür überladene Synthesizer und glatte Pop-Nummern im 80er Jahre-Style. So weit, so funky. Und so enttäuschend.
Die verstärkte Infusion von Elektro-Pop kündigte sich mit der ersten Singleauskopplung "Better Off Dead" an und bewirkte damit bereits ein erstes Stirnrunzeln. Ähnlich technoid eröffnet "It's So Easy" die Platte und ist vor allem eines: Äußerst befremdlich für den bewanderten Sounds-Hörer. Veschrobene Vocals bauen sich auf eine theatralische Instrumentierung mit stetig stampfendem Bass auf. Doch das war erst der Anfang. Es ist die ewige Leier, denn The Sounds wissen wie ein eingägiger Popsong zu funktionieren hat: Ein catchy Refrain und eingägige Hooks - und genau das ist das Problem der Platte. Zwischen all der Achtsamkeit auf die Arrangements geraten Songwriting und Ausgefallenheit in Vergessenheit.
The Sounds - "Something To Die For"
Wie ein ausgekauter, fader Kaugummi ziehen sich die Stücke und nur die wenigen Ausnahmen wie "Yeah Yeah Yeah" oder "The No No Song" - in dem Ivarsson mit erfrischender Frechheit anklagt: "Don't give a fuck about you / Cause I've had enough, it's not me, it is you" - sind rar gesäte Lichtblicke und motivieren zum Weiterhören. Auch "Diana" ist einer der, ansonsten nur dürftig vorhandenen Spitzen der Platte. Fast finden The Sounds dort zur ihrer Stärke der Anfangszeiten zurück: Weniger Synthie, weniger Trash, dafür unkonventionelles Gitarren-Geschrammel und ein absolut unvergessliches "Uhhhh Diana, why don't you stay with me tonight". Die wirkliche Überraschung von "Something To Die For" findet sich allerdings erst an letzter Position. Mit wunderschöner Sanftheit und einzig von einer Akustikgitarre begleitet, singt Ivarsson "Wish You Were Here" und weckt sämtliche Sehnsüchte beim Hörer. Es scheint, als wolle die Band so das, ansonsten eher unbefriedigte Ohr, versöhnlich stimmen, bevor "Something To Die For" verklingt und nur einen faden Nachgeschmack hinterlässt.
In mehr als zehn Jahren Bandgeschichte ist es verständlich, dass The Sounds versuchen, sich selbst neu zu entdecken und experimentelle Spielchen wagen. Mit den zwar wenig vorhanden Glanzstücken beweisen sie, dass sie nichts von dem verlernt haben, wofür man sie früher schätzte. Leider schlagen die Schweden aber auf ihrem vierten Langspieler einen sehr gewöhnungsbedürftigen Weg ein, der sie weit weg führt von ihren damaligen Glanzleistungen. Mit "Something To Die" sterben viele Fanherzen und auch ein Großteil der Hoffnung auf Besserung.
Christine Pötzsch
VÖ: 01. April 2011
Label: SideOneDummy Records
Tracklist:
01. It’s So Easy
02. Dance With The Devil
03. The No No Song
04. Better Off Dead
05. Diana
06. Something To Die For
07. Yeah Yeah Yeah
08. Won’t Let Them Tear Us Apart
09. The Best Of Me
10. Wish You Were Here

Vor ungefähr zehn Jahren brachten The Sounds mit ihrem Debüt "Living In America" neuen Schwung in die schwedische Indie-Szene und überzeugten durch raue Drums, sympathisch ranzige Gitarren und den rotzigen Charme von Powerfrontfrau Maja Ivarsson. Doch dann taten die Fünf mit ihrem 2009 erschienenem Dritt-Werk "Crossing The Rubicon" einen entscheidenden Schritt in die falsche Richtung. Fans der ersten Stunde ahnten es damals bereits und "Something To Die For" ist nun tatsächlich der Beweis: Das Quintett taucht in eine neue Sound(s)-Sphäre ein. Kaum mehr Rebellion und Rotzigkeit, dafür überladene Synthesizer und glatte Pop-Nummern im 80er Jahre-Style. So weit, so funky. Und so enttäuschend.
Die verstärkte Infusion von Elektro-Pop kündigte sich mit der ersten Singleauskopplung "Better Off Dead" an und bewirkte damit bereits ein erstes Stirnrunzeln. Ähnlich technoid eröffnet "It's So Easy" die Platte und ist vor allem eines: Äußerst befremdlich für den bewanderten Sounds-Hörer. Veschrobene Vocals bauen sich auf eine theatralische Instrumentierung mit stetig stampfendem Bass auf. Doch das war erst der Anfang. Es ist die ewige Leier, denn The Sounds wissen wie ein eingägiger Popsong zu funktionieren hat: Ein catchy Refrain und eingägige Hooks - und genau das ist das Problem der Platte. Zwischen all der Achtsamkeit auf die Arrangements geraten Songwriting und Ausgefallenheit in Vergessenheit.
The Sounds - "Something To Die For"
Wie ein ausgekauter, fader Kaugummi ziehen sich die Stücke und nur die wenigen Ausnahmen wie "Yeah Yeah Yeah" oder "The No No Song" - in dem Ivarsson mit erfrischender Frechheit anklagt: "Don't give a fuck about you / Cause I've had enough, it's not me, it is you" - sind rar gesäte Lichtblicke und motivieren zum Weiterhören. Auch "Diana" ist einer der, ansonsten nur dürftig vorhandenen Spitzen der Platte. Fast finden The Sounds dort zur ihrer Stärke der Anfangszeiten zurück: Weniger Synthie, weniger Trash, dafür unkonventionelles Gitarren-Geschrammel und ein absolut unvergessliches "Uhhhh Diana, why don't you stay with me tonight". Die wirkliche Überraschung von "Something To Die For" findet sich allerdings erst an letzter Position. Mit wunderschöner Sanftheit und einzig von einer Akustikgitarre begleitet, singt Ivarsson "Wish You Were Here" und weckt sämtliche Sehnsüchte beim Hörer. Es scheint, als wolle die Band so das, ansonsten eher unbefriedigte Ohr, versöhnlich stimmen, bevor "Something To Die For" verklingt und nur einen faden Nachgeschmack hinterlässt.
In mehr als zehn Jahren Bandgeschichte ist es verständlich, dass The Sounds versuchen, sich selbst neu zu entdecken und experimentelle Spielchen wagen. Mit den zwar wenig vorhanden Glanzstücken beweisen sie, dass sie nichts von dem verlernt haben, wofür man sie früher schätzte. Leider schlagen die Schweden aber auf ihrem vierten Langspieler einen sehr gewöhnungsbedürftigen Weg ein, der sie weit weg führt von ihren damaligen Glanzleistungen. Mit "Something To Die" sterben viele Fanherzen und auch ein Großteil der Hoffnung auf Besserung.
Christine Pötzsch
VÖ: 01. April 2011
Label: SideOneDummy Records
Tracklist:
01. It’s So Easy
02. Dance With The Devil
03. The No No Song
04. Better Off Dead
05. Diana
06. Something To Die For
07. Yeah Yeah Yeah
08. Won’t Let Them Tear Us Apart
09. The Best Of Me
10. Wish You Were Here
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