The Wombats Proudly Present: This Modern Glitch

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Indie-Rock meets Dance meets Funk meets Techno meint: The Wombats proudly present belangslose Pophymnen.

Dem Klischee zufolge wird gesagt, dass das zweite Album eines der schwierigsten sei, vor allem wenn ein erfolgreiches erstes vorausging. Schließlich ist die Erwartungshaltung gestiegen und diese zu erfüllen, ist sicherlich kein leichtes Spiel. Auch The Wombats tun sich mit ihrem Zweitling "...This Modern Glitch" sichtlich schwer und scheinen so das Klischee zu erfüllen. Vier Jahre ließ der Nachfolger des 2007er "A Guide To Love, Loss and Desperation" auf sich warten, was die Erwartungshaltung nicht gerade minimierte. Mit einer wahren Synthie-Flut und Disco-Funk besingt das Trio aus Liverpool selbstironisch jugendlich-wichtige Themen wie Mädchen, schnelle Autos und Antidepressiva. Und sicher ist: Unter den zehn Songs findet sich garantiert der eine oder andere Kracher für die postpupertäre Indie-Disco. Allerdings wird die poppige Radiofreundlichkeit spätestens nach einem Hördurchlauf latent lästig.

The Wombats - "Tokyo (Vampires & Wolves)"

Überhand nehmen auf dem neuesten Werk der Herren eindeutig synthie-überladene Popsongs wie "Last Night I Dreamt" oder "Walking Disaster". Auch in "Techno Fan" ist der Name Programm und outet den Song als elektronisch beladene Tanznummer. Rockiger dagegen kommt etwa "Girls & Fast Cars" ums Eck, das trotz vorherrschender Stromgitarren dennoch nicht auf die klimpernden Keyboard-Effekte verzichtet. Als absoluter Partykracher entpuppt sich die erste Single "Tokyo (Vampire & Wolves)". Beim eingängigen Refrain möchte man am liebsten mit Sänger Matthew Murphy anstoßen, einen Kurzen hinterkippen und anschließend die Worte "If you love me let me go back to the bar in Tokyo" ins Mikrofon zu gröhlen. Auch die meisterliche Britpop-Ballade "Anti-D" ist eine überraschende Ausnahme der Platte. Mit klassischen Streichern beginnt der Song, bevor Murphy mit gefühlvoller Stimme einstimmt und fordert: "Please allow me to be your anti-depressant". Nach 40 Minuten verklingt die Platte mit dem absolut albernen "Schumacher The Champagne" und lässt keinen Zweifel mehr, dass zumindest Indiekids die Platte lieben werden.
Irgendwie könnte man jedem der zehn Songs etwas abgewinnen, zumindest was die Tanz-Tauglichkeit betrifft. Allerdings bekommt man schnell das Gefühl, als wollten sich die Wombats hinter den Tonnen Synthesizern verstecken, um die Aufmerksamkeit gar nicht erst auf die Qualität der Songs zu lenken. Das ist schade. Und anstrengend. Und hinterlässt ein unbefriedigtes Ohr.

Christine Pötzsch


VÖ: 29. April 2011

Label: Warner

Tracklist:

01. Our Perfect Disease
02. Tokyo (Vampires & Wolves)
03. Jump Into The Fog
04. Anti-D
05. Last Night I Dreamt ...
06. Techno Fan
07. 1996
08. Walking Disasters
09. Girls/Fast Cars
10. Schumacher The Champagne



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