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Tiger Lou
Tiger Lou: A Partial Print
Seinen Namen hat er aus einem Martial-Arts-Film mit Jet Li. Doch die Musik auf Tiger Lous drittem Album "A Partial Print" passt nur bedingt zu schnellen Bewegungen und Action aus Fernost. Der Sphären-Rock des Schweden Rasmus Kellerman würde als Soundtrack vielleicht doch besser zu schwergeistigen Literaturverfilmungen passen.
Steuerte das Debütalbum "Is My Head Still On?" vor gut vier Jahren noch optimistisch vor sich hin, so machten sich schon auf "The Loyal" (2005) die ersten Anzeichen düsterer Melancholie breit. "A Partial Print" hingegen suhlt sich im Unglück, klingt nicht melancholisch, sondern deutlich pessimistisch.
Statt auf das hinreichend kopierte Interpol'sche Rezept (Joy Division plus New Wave plus Indie) zu setzen, bedient sich die Ein-Mann-Kapelle Tiger Lou eher beim Alternative Rock und packt reichlich Emotionales in die Gesangesspur. In Zeiten der dogmatischen Ambivalenz - alles ist zum Lachen und zum Heulen - liegt Kellermans Musik erst einmal schwer im Magen, weil die Richtung zu eindeutig ist. Statt Ironie lieber Kirchenorgel ("Odessa"), statt schwedischem Pisten-Rock à la The Hives, dann doch eher Geige ("A Partial Print"), statt The-Cure-Zitat dann doch lieber düsteres Elektrogefrickel ("So Demure").
"A Partial Print" verstört nicht und Tiger Lou ist auch kein Avantgarde-Alien, aber verglichen mit der Dauer-Gute-Laune, die die schwedische Indie-Musik bestens zelebriert - schon mal Mando-Diao-Fans hassen gelernt? - wirkt Rasmus Kellermans wie ein Außenseiter. Doch die Crux an den elf Songs ist, dass der Funke des Schwermuts nicht überspringen will, sondern schnell verpufft. Vielleicht wäre das Interpol'sche Rezept dann doch besser gewesen.
Heiko Reusch
Label: Tapete
VÖ: 31.10.08
Tracklist:
01. The More You Give
02. The Less You Have To Carry
03. So Demure
04. Trust Falls
05. An Atlas Of Those Our Own
06. Odessa
07. Trails Of Spit
08. Coalitions
09. Crushed By A Crowd
10. A Partial Print
Steuerte das Debütalbum "Is My Head Still On?" vor gut vier Jahren noch optimistisch vor sich hin, so machten sich schon auf "The Loyal" (2005) die ersten Anzeichen düsterer Melancholie breit. "A Partial Print" hingegen suhlt sich im Unglück, klingt nicht melancholisch, sondern deutlich pessimistisch.
Statt auf das hinreichend kopierte Interpol'sche Rezept (Joy Division plus New Wave plus Indie) zu setzen, bedient sich die Ein-Mann-Kapelle Tiger Lou eher beim Alternative Rock und packt reichlich Emotionales in die Gesangesspur. In Zeiten der dogmatischen Ambivalenz - alles ist zum Lachen und zum Heulen - liegt Kellermans Musik erst einmal schwer im Magen, weil die Richtung zu eindeutig ist. Statt Ironie lieber Kirchenorgel ("Odessa"), statt schwedischem Pisten-Rock à la The Hives, dann doch eher Geige ("A Partial Print"), statt The-Cure-Zitat dann doch lieber düsteres Elektrogefrickel ("So Demure")."A Partial Print" verstört nicht und Tiger Lou ist auch kein Avantgarde-Alien, aber verglichen mit der Dauer-Gute-Laune, die die schwedische Indie-Musik bestens zelebriert - schon mal Mando-Diao-Fans hassen gelernt? - wirkt Rasmus Kellermans wie ein Außenseiter. Doch die Crux an den elf Songs ist, dass der Funke des Schwermuts nicht überspringen will, sondern schnell verpufft. Vielleicht wäre das Interpol'sche Rezept dann doch besser gewesen.
Heiko Reusch
Label: Tapete
VÖ: 31.10.08
Tracklist:
01. The More You Give
02. The Less You Have To Carry
03. So Demure
04. Trust Falls
05. An Atlas Of Those Our Own
06. Odessa
07. Trails Of Spit
08. Coalitions
09. Crushed By A Crowd
10. A Partial Print
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