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Tori Amos
Tori Amos: Abnormally Attracted to Sin
Tori Amos beweist erneut ihre Liebe zu langen Alben und vereint -für ihre 90er Jahre Karriere typische- Klavier-Songwriter-Stücke mit reich instrumentalisierten Liedern zu einem etwas überladenen Pottpourie.

Auch wenn die Diskografie der Songwriterin durch einen gewissen Hang zu großen Konzepten gezeichnet ist, spürt man davon bei Amos' neuem Werk nicht viel. Eher zusammenhangslos wirken die Wechsel zwischen großen Songwriter-Balladen und verruchten Stücken auf „Abnormally Attracted To Sin“. In der Tat bietet das Album mit seinen 17 Tracks genug Platz, sämtliche Ideen einzubetten und lässt einen klaren Fokus vermissen. Thematisch beschäftigt sich die Songwriter-Ikone mit Sünde, der Rolle der Frau in der postmodernen Gesellschaft und greift passend zum Albumtitel auch immer wieder religiöse Motive auf.
Tori Amos - Give
Der Opener „Give“ klingt durch Schlagzeug und Synthies dunkel aber vielversprechend. Amos' Stimme bewegt sich von Höhen in raue Tiefen, wirkt sinnlich und scheint damit schon zu Beginn dem Begriff „Sin“ gerecht zu werden. Ähnlich anrüchig tönen Zeilen wie “Shut Your Mouth, I´m Spinnin' It Tight Down South, I´m On Raid, Tie You Down Cause Boy I Can“ („Strong Black Vine“) oder der Song „Police Me“, in dem Frau Amos von E-Gitarren begleitet eine erotische Stimmlage einsetzt.
Andere Facetten präsentiert sie in tragenden Liedern mit Cello- und Geigen-Arrangements, bei denen sie nur zu gut im Ballkleid auf einer Theaterbühne stehen könnte („That Guy“) oder dem Titeltrack mit übereinandergelegten Vocals. Lebendig und fast countryhaft, aber auch mächtig kitschig, klingen Stücke wie „Not Dyin’ Today“ und „Fire To Your Plain“. Während die erste Single „Welcome To England“ durch ihr Ohrwurm-Potential leider in die Schublade „Durchschnitt“ sinkt, beweist Tori Amos in „Mary Jane“ mit wuchtigem Geklimper auf dem Bösendorfer, worin ihre wirkliche Stärke liegt. Auch emotionale Klaiverballaden wie „Ophelia“ und „Maybe California“ unterstreichen das.
Tori Amos - Ophelia
Das Album ist mit seinen siebzehn Tracks einfach zu beladen. Allen Songs gemein ist aber gelungenes Songwriting sowie eine Frau, die ihre Stimme beherrscht und sie in all ihren Facetten prägnant unterzubringen weiß. Neun erfolgreiche Alben und zwanzig Jahre, in denen ihre Lyrik schon die Musiklandschaft prägt, bestätigen wohl ihren richtigen Instinkt. Auch wenn „Abnormally Attracted To Sin“ sehr ausschweifend ist, beweist es Tori Amos' Talent allemal.
Jasmin Hollatz
VÖ: 15. Mai 2009
Label: Universal
Tracklist:
01. Give
02. Welcome to England
03. Strong Black Wine
04. Flavor
05. Not Dying Today
06. Maybe California
07. Curtain Call
08. Fire to Your Plain
09. Police Me
10. That Guy
11. Abnormally Attracted to Sin
12. 500 Miles
13. Mary Jane
14. Starling
15. Fast Horse
16. Ophelia
17. Lady in Blue

Auch wenn die Diskografie der Songwriterin durch einen gewissen Hang zu großen Konzepten gezeichnet ist, spürt man davon bei Amos' neuem Werk nicht viel. Eher zusammenhangslos wirken die Wechsel zwischen großen Songwriter-Balladen und verruchten Stücken auf „Abnormally Attracted To Sin“. In der Tat bietet das Album mit seinen 17 Tracks genug Platz, sämtliche Ideen einzubetten und lässt einen klaren Fokus vermissen. Thematisch beschäftigt sich die Songwriter-Ikone mit Sünde, der Rolle der Frau in der postmodernen Gesellschaft und greift passend zum Albumtitel auch immer wieder religiöse Motive auf.
Tori Amos - Give
Der Opener „Give“ klingt durch Schlagzeug und Synthies dunkel aber vielversprechend. Amos' Stimme bewegt sich von Höhen in raue Tiefen, wirkt sinnlich und scheint damit schon zu Beginn dem Begriff „Sin“ gerecht zu werden. Ähnlich anrüchig tönen Zeilen wie “Shut Your Mouth, I´m Spinnin' It Tight Down South, I´m On Raid, Tie You Down Cause Boy I Can“ („Strong Black Vine“) oder der Song „Police Me“, in dem Frau Amos von E-Gitarren begleitet eine erotische Stimmlage einsetzt.
Andere Facetten präsentiert sie in tragenden Liedern mit Cello- und Geigen-Arrangements, bei denen sie nur zu gut im Ballkleid auf einer Theaterbühne stehen könnte („That Guy“) oder dem Titeltrack mit übereinandergelegten Vocals. Lebendig und fast countryhaft, aber auch mächtig kitschig, klingen Stücke wie „Not Dyin’ Today“ und „Fire To Your Plain“. Während die erste Single „Welcome To England“ durch ihr Ohrwurm-Potential leider in die Schublade „Durchschnitt“ sinkt, beweist Tori Amos in „Mary Jane“ mit wuchtigem Geklimper auf dem Bösendorfer, worin ihre wirkliche Stärke liegt. Auch emotionale Klaiverballaden wie „Ophelia“ und „Maybe California“ unterstreichen das.
Tori Amos - Ophelia
Das Album ist mit seinen siebzehn Tracks einfach zu beladen. Allen Songs gemein ist aber gelungenes Songwriting sowie eine Frau, die ihre Stimme beherrscht und sie in all ihren Facetten prägnant unterzubringen weiß. Neun erfolgreiche Alben und zwanzig Jahre, in denen ihre Lyrik schon die Musiklandschaft prägt, bestätigen wohl ihren richtigen Instinkt. Auch wenn „Abnormally Attracted To Sin“ sehr ausschweifend ist, beweist es Tori Amos' Talent allemal.
Jasmin Hollatz
VÖ: 15. Mai 2009
Label: Universal
Tracklist:
01. Give
02. Welcome to England
03. Strong Black Wine
04. Flavor
05. Not Dying Today
06. Maybe California
07. Curtain Call
08. Fire to Your Plain
09. Police Me
10. That Guy
11. Abnormally Attracted to Sin
12. 500 Miles
13. Mary Jane
14. Starling
15. Fast Horse
16. Ophelia
17. Lady in Blue
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