Under Blackpool Lights

Alben von The White Stripes

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Es ist schon eine zweischneidige Geschichte, die uns Meg und Jack hier unter den Vorweihnachtsbaum legen. Einerseits ist es für eine so traditionsbewusste und sich jeglichen Modernismen verweigernde Band wie die White Stripes natürlich nur konsequent, wenn sie schon eine DVD veröffentlicht, dies auch nach den eigenen Regeln zu tun. Denn wer seine – freilich exzellenten – Alben auf analogem Equipment für 5.000 Dollar produziert, der verlässt sich auch gerne einmal ganz auf die Wirkung eines ultra-grobkörnig auf Super-8 Kameras gefilmten Konzertes und verzichtet auf die sonst bei Fan-Paketen dieser Art üblichen Extras. Von der edlen Verpackung im komplett schwarzen Snapcase und drei ultra-kitschigen, mit Meg in einer Schneelandschaft und Mammut-Motiven bedruckten Folien zum Sammeln für die Fans einmal abgesehen. Andererseits sieht value for money natürlich anders aus.

Zumal es mit den Konzerten der White Stripes ja ebenfalls so eine Sache ist. Klar, Jack White ist der beste – weil unorthodoxeste - junge Blues-Gitarrist, den wir haben. Ein fantastischer Sänger, Gitarrist, Keyboarder und Frontmann in Personalunion, und Meg ist einfach göttlich. Aber trotzdem, Noel Gallagher hatte Recht: Die White Stripes sollten sich einen Bassisten zulegen. Zumindest live. Denn wo es auf den Alben noch durch Oversdubs gelingt, die Abwesenheit der tiefen Töne zu kompensieren, klingt auf der Bühne vieles schlicht zu dünn. Da kann White noch so viele Verstärker hintereinander schalten. Wer sich daran nicht stört, erlebt die Band jedoch in guter Form. Ziel der DVD ist es, das Konzerterlebnis zu ersetzen - ohne störende Nebenwirkungen wie Warteschlangen und Achselschweißgeruch des Nachbarn, so steht es im Booklet. Hier erfahren wir auch, warum sich die Band entschieden hat, ausgerechnet im englischen Blackpool zu filmen: Weil britische Städte schönere Namen haben als jene in den USA. Aha, so ist das also. Mit Dolby 5.1, DTS oder PCM-Stereo.


Text: Torsten Groß

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