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Plan B (UK)
Plan B (UK): Who Needs Action When You Got Words
Grime, Garage, Jungle - Innovationen im HipHop kommen fast nur noch aus dem UK. Zum Teil wegen der eigenen musikalischen Herangehensweise, vor allem aber, weil die Protagonisten in der Darstellung ihrer Lebensverhältnisse authentischer wirken als realitätsenthobene Pseudo-Bronx-Golkettenträger mit einem Haufen leichtbekleideter Bitches im Hintergrund und dem ewigen Mantra von der eigenen Potenz auf den Lippen (authentischer als die deutsche Hauptschul-Variante von Gangster-Rap natürlich sowieso). Nun haben wir hier Plan B., einen äußerst interessanten jungen Mann, um den auf der Insel gerade eine Menge Wind gemacht wird. Der 22-Jährige aus dem Nordlondoner Halbghetto Forest Gate produziert seine Tunes selbst und kennt wenig Berührungs- oder sonstige Ängste. Untermalt werden die - auf reichlich drastische, aber nicht verherrlichende Weise -, einen tristen Lebensalltag aus Drogen/Kindes-Missbrauch und allgemeiner Perspektivlosigkeit schildernden Cuts zumeist von sparsam eingesetzten Beats und einem konventionellen Instrumentarium aus Akustik-Gitarren (von B selbst gespielt), Bass und Schlagzeug.
Hauptinspirationsquellen für Bs Style dürften zwar Mike Skinner und Eminem gewesen sein - Uncut nennt ihn bereits "Londons Antwort auf Eminem und Cobain" -, der Junge kennt sich aber auch in anderen Umfeldern aus. Er mag die Arctic Monkeys und Bloc Party, zitiert munter Radiohead, die Chili Pepers und sogar Eric Clapton, und stellt auf dem Albumcover reichlich drastisch die Selbstmordszene Cobains nach. Wichtiger als Provokation und das enorme Sanges- und Raptalent Plan Bs ist indes folgendes: Der Mann hat eine Stimme im Wortsinn, also etwas zu sagen. Und verfügt über ausreichendes literarisches Talent, dieses in Form packender Geschichten an den Mann zu bringen. Auch wenn B noch nicht ganz auf Albumlänge überzeugt, da sich vieles wiederholt: Man wird ihn im Auge behalten müssen.
Text: Torsten Groß
Text: Torsten Groß
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