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William Fitzsimmons
William Fitzsimmons: Gold In The Shadow
Mit Sicherheit Balsam fürs Ohr; ob auch für die Seele, muss individuell entschieden werden. In William Fitzsimmons´ neuem Werk liegt das Gold nur scheinbar im Schatten verborgen.

Der Pittsburgher Singer/Songwriter William Fitzsimmons beehrt uns nun also mit seinem fünften Langspieler und zweiten regulären Studioalbum „Gold In The Shadow“. Er scheint gewachsen zu sein; sowohl strukturell als auch textlich hat sich einiges getan im Vergleich zum 2009er „The Sparrow And The Crow“.
Er äußerte im Vorfeld, das neue Werk sei ein kathartisches und somit auch auch tröstliches Album geworden. In diesem Zusammenhang sollte man wohl stets im Hinterkopf behalten, wer es denn ist, der derartiges kundtut. Melancholisch ist „Gold In The Shadow“ selbstverständlich noch immer, jedoch tatsächlich weniger resignativ als die Vorgänger. Wie Fitzsimmons auch immer gerne offen bekennt, sind seine Stücke stark autobiographisch ausgeprägt. Seine Arbeit als Psychotherapeut hat sich offenbar bezahlt gemacht: Von Befangenheit über Gefühle zu sprechen, kann in den zehn Songs wahrhaftig wieder einmal keine Rede sein. Davon abgesehen, war es ja auch stets seine Stärke Lieder zu schreiben, die – obschon durchgehend wehmütig – nie wie ein Suhlen in Selbstmitleid wirkten.
Es hat den Anschein, als wären seine Tracks – sehr viel konkreter als bei manch anderem Künstler ähnlicher Couleur – momentane Befindlichkeitsausdrücke. Da aber dieses emotionale Sendungsbedürfnis wie auch seine intimen Selbstdiagnosen – im Song „Psychasthenia“ heißt es gar „Cut me open, please“ – einen recht breiten empathischen Spielraum bieten, verhaspelt sich das Album glücklicherweise nur sehr selten in überbordender Sentimentalität.
William Fitzsimmons - "The Tide Pulls From The Moon"
Das Duett mit Leigh Nash, von Sixpence Non The Richer, „Let You Break“ ist einer dieser raren, etwas grenzwertig geratenen Fälle, an denen man auch am besten vernehmen kann, dass Fitzsimmons – bei allem standhaften Beharren auf seinem klassischen Songwriter-Habitus – den Blick zeitweise doch in Richtung des cleaneren Pops gewandt hat. Verkopft klingt das Album bei all diesen Erwägungen jedoch nie, eher beherzt.
Die wie stets etwas verhuschte Stimme des Songwriters geleitet den Hörer mehr als wohlbehalten vom ungewohnt lebhaften "The Tide Pulls From The Moon" am Anfang der Platte bis zu deren schon gewohnterem balladesken Ende mit "What Hold". Es sind einige synthetische Elemente, vornehmlich gedämpfte elektronische Beats, zum Instrumentarium und eigentlich sehr organischen Sound dazugestoßen. Manchmal fühlt man sich gar an die frühen Eels erinnert; dies vor allem in dem sehr starken - jedwedem Skeptizismus zum Trotz auch fröhlichsten - Track "The Winter From Her Leaving".
Alle Mutmaßungen über den Gemütszustand des Herrn außen vorgelassen, ist "Gold In The Shadow" vor allem eines: Ein schönes Album. Um jedoch zu erfahren, ob es die vom Songschreiber intendierte wohltuende Wirkung auf die Seele ausübt, muss schon jeder Hörer in sich selber hineinhorchen.
Stephan Sauer
Mehr über Fitzsimmons erfahrt ihr in der motor.de-Story!
VÖ: 25.03.2011
Label: Grönland (rough trade)
Tracklist:
01. The Tide Pulls From The Moon
02. Beautiful Girl
03. The Winter From Her Leaving
04. Fade And The Return
05. Psychasthenia
06. Bird Of Winter Prey
07. Let You Break (feat. Leigh Nash)
08. Wounded Heart
09. Tied To Me
10. What Hold

Der Pittsburgher Singer/Songwriter William Fitzsimmons beehrt uns nun also mit seinem fünften Langspieler und zweiten regulären Studioalbum „Gold In The Shadow“. Er scheint gewachsen zu sein; sowohl strukturell als auch textlich hat sich einiges getan im Vergleich zum 2009er „The Sparrow And The Crow“.
Er äußerte im Vorfeld, das neue Werk sei ein kathartisches und somit auch auch tröstliches Album geworden. In diesem Zusammenhang sollte man wohl stets im Hinterkopf behalten, wer es denn ist, der derartiges kundtut. Melancholisch ist „Gold In The Shadow“ selbstverständlich noch immer, jedoch tatsächlich weniger resignativ als die Vorgänger. Wie Fitzsimmons auch immer gerne offen bekennt, sind seine Stücke stark autobiographisch ausgeprägt. Seine Arbeit als Psychotherapeut hat sich offenbar bezahlt gemacht: Von Befangenheit über Gefühle zu sprechen, kann in den zehn Songs wahrhaftig wieder einmal keine Rede sein. Davon abgesehen, war es ja auch stets seine Stärke Lieder zu schreiben, die – obschon durchgehend wehmütig – nie wie ein Suhlen in Selbstmitleid wirkten.
Es hat den Anschein, als wären seine Tracks – sehr viel konkreter als bei manch anderem Künstler ähnlicher Couleur – momentane Befindlichkeitsausdrücke. Da aber dieses emotionale Sendungsbedürfnis wie auch seine intimen Selbstdiagnosen – im Song „Psychasthenia“ heißt es gar „Cut me open, please“ – einen recht breiten empathischen Spielraum bieten, verhaspelt sich das Album glücklicherweise nur sehr selten in überbordender Sentimentalität.
William Fitzsimmons - "The Tide Pulls From The Moon"
Das Duett mit Leigh Nash, von Sixpence Non The Richer, „Let You Break“ ist einer dieser raren, etwas grenzwertig geratenen Fälle, an denen man auch am besten vernehmen kann, dass Fitzsimmons – bei allem standhaften Beharren auf seinem klassischen Songwriter-Habitus – den Blick zeitweise doch in Richtung des cleaneren Pops gewandt hat. Verkopft klingt das Album bei all diesen Erwägungen jedoch nie, eher beherzt.
Die wie stets etwas verhuschte Stimme des Songwriters geleitet den Hörer mehr als wohlbehalten vom ungewohnt lebhaften "The Tide Pulls From The Moon" am Anfang der Platte bis zu deren schon gewohnterem balladesken Ende mit "What Hold". Es sind einige synthetische Elemente, vornehmlich gedämpfte elektronische Beats, zum Instrumentarium und eigentlich sehr organischen Sound dazugestoßen. Manchmal fühlt man sich gar an die frühen Eels erinnert; dies vor allem in dem sehr starken - jedwedem Skeptizismus zum Trotz auch fröhlichsten - Track "The Winter From Her Leaving".
Alle Mutmaßungen über den Gemütszustand des Herrn außen vorgelassen, ist "Gold In The Shadow" vor allem eines: Ein schönes Album. Um jedoch zu erfahren, ob es die vom Songschreiber intendierte wohltuende Wirkung auf die Seele ausübt, muss schon jeder Hörer in sich selber hineinhorchen.
Stephan Sauer
Mehr über Fitzsimmons erfahrt ihr in der motor.de-Story!
VÖ: 25.03.2011
Label: Grönland (rough trade)
Tracklist:
01. The Tide Pulls From The Moon
02. Beautiful Girl
03. The Winter From Her Leaving
04. Fade And The Return
05. Psychasthenia
06. Bird Of Winter Prey
07. Let You Break (feat. Leigh Nash)
08. Wounded Heart
09. Tied To Me
10. What Hold
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The person of undoubtedly huge talent.
Fine album.
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