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Wire
Wire: Red Barked Tree
Überraschend zartfühlig aber im Kern unnachgiebig: Das neue Album der Post-Punk-Heroen ist … nun ja … wie ein Wire-Album sein sollte.

Man wünschte sich, jede verehrenswerte Band aus früheren Tagen würde derart würdevoll altern. Würde diesen schmalen Grat zwischen Unverkennbarkeit und Unabhängigkeit vom eigenen Großerbe so souverän und permanent unpeinlich beschreiten, wie das Wire tun. Natürlich ist es müßig, das Neuwerk des – inzwischen – Trios mit dem bahnbrechenden Post-Punk-Effekt von vor über dreißig Jahren ins Verhältnis zu setzen. Was Wire aber beweisen, ist, dass Musik an sich kein Verfallsdatum hat, da mögen Legionen von Bands den Grundansatz von Punk zu Grunde gerichtet haben – nämlich, dass Popmusik aggressiv und schön gleichzeitig sein kann. Auch im Jahr 2011 kann ein Album wie „Red Barked Tree“ aufzeigen, wie man Songs hinbekommt, die im Wesen unnachgiebig sind, trotzig, stolz – und gleichzeitig feinsinnig sensibel, verletzlich.

Ungewohnt melancholisch, fast schon zart muten die neuen Songs an. Sie verströmen eine tief sitzende Gelassenheit, nichts wirkt gehetzt, auch wenn es zwei-, dreimal ordentlich im Tempo anzieht. Es ist die große Kunst von Wire, dass trotzdem keinerlei Unverbindlichkeit aufkommt, dass Melancholie nie in Weinerlichkeit ausartet, dass sich Altersweisheit offenbart, statt Altersstarrsinn. Hinreißend unspektakulär agieren Wire seit Jahren, sind einfach nur präsent, machen Musik, die Substanz hat und die sich mit so ziemlich allem messen kann, was die Gitarren-Adepten der jüngsten Generation in die Waagschale werfen. Ein offensichtlicher Hit ist dafür unnötig.

Stattdessen genießt man einfach die geradezu freundliche Atmosphäre des Openers „Please Take“, dem Sturm-und-Drang-Anflug von „Two Minutes“ oder den stoisch-poetischen Schlusssong „Red Barked Trees", eine Hymne der Unprätentiösität, die einfach ewig weiterlaufen könnte. So, wie Wire selbst.
Augsburg
VÖ: 14.01.2011
Label: Pink Flag / Cargo Records
Trackliste:
01. Please Take
02. Now Was
03. Adapt
04. Two Minutes
05. Clay
06. Bad Worn Thing
07. Moreover
08. A Flat Ten
09. Smash
10. Down To This
11. Red Barked Trees

Man wünschte sich, jede verehrenswerte Band aus früheren Tagen würde derart würdevoll altern. Würde diesen schmalen Grat zwischen Unverkennbarkeit und Unabhängigkeit vom eigenen Großerbe so souverän und permanent unpeinlich beschreiten, wie das Wire tun. Natürlich ist es müßig, das Neuwerk des – inzwischen – Trios mit dem bahnbrechenden Post-Punk-Effekt von vor über dreißig Jahren ins Verhältnis zu setzen. Was Wire aber beweisen, ist, dass Musik an sich kein Verfallsdatum hat, da mögen Legionen von Bands den Grundansatz von Punk zu Grunde gerichtet haben – nämlich, dass Popmusik aggressiv und schön gleichzeitig sein kann. Auch im Jahr 2011 kann ein Album wie „Red Barked Tree“ aufzeigen, wie man Songs hinbekommt, die im Wesen unnachgiebig sind, trotzig, stolz – und gleichzeitig feinsinnig sensibel, verletzlich.

Ungewohnt melancholisch, fast schon zart muten die neuen Songs an. Sie verströmen eine tief sitzende Gelassenheit, nichts wirkt gehetzt, auch wenn es zwei-, dreimal ordentlich im Tempo anzieht. Es ist die große Kunst von Wire, dass trotzdem keinerlei Unverbindlichkeit aufkommt, dass Melancholie nie in Weinerlichkeit ausartet, dass sich Altersweisheit offenbart, statt Altersstarrsinn. Hinreißend unspektakulär agieren Wire seit Jahren, sind einfach nur präsent, machen Musik, die Substanz hat und die sich mit so ziemlich allem messen kann, was die Gitarren-Adepten der jüngsten Generation in die Waagschale werfen. Ein offensichtlicher Hit ist dafür unnötig.

Stattdessen genießt man einfach die geradezu freundliche Atmosphäre des Openers „Please Take“, dem Sturm-und-Drang-Anflug von „Two Minutes“ oder den stoisch-poetischen Schlusssong „Red Barked Trees", eine Hymne der Unprätentiösität, die einfach ewig weiterlaufen könnte. So, wie Wire selbst.
Augsburg
VÖ: 14.01.2011
Label: Pink Flag / Cargo Records
Trackliste:
01. Please Take
02. Now Was
03. Adapt
04. Two Minutes
05. Clay
06. Bad Worn Thing
07. Moreover
08. A Flat Ten
09. Smash
10. Down To This
11. Red Barked Trees
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