Legendary Weapons

Alben von Wu-Tang Clan

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Samples aus Kung-Fu-Filmen, Reime über alles, was "echte" Hip-Hopper interessiert, plus erdige Beats und Sounds voller Soul: Nichts Neues beim Wu-Tang Clan und damit so gut wie lange nicht mehr.

2007 erschien unter dem Titel "8 Diagrams" das bisher letzte offizielle Album vom Wu-Tang Clan. Danach gingen die acht Original-Mitglieder RZA, GZA, Masta Killa, Method Man, Raekwon, Ghostface Killah, U-God und Inspectah Deck wieder eigene Wege und nahmen Solo-, Kollabo- und andere Sachen auf. Das zwei Jahre später veröffentlichte "Chamber Music" galt zum Beispiel nicht als reguläres Album, weil es musikalisch nicht so recht ins Wu-Universum passte und unter anderem das "Clan" im Namen fehlte.

Zwar wird nun auch "Legendary Weapons" nur unter Wu-Tang veröffentlicht, aber für die Fans liefert es endlich wieder all das, was den Clan in seinen Anfangstagen ausgemacht hat. Eröffnet wird das neue Werk gleich bei "Start The Show" mit einem Film-Zitat, das zu klingenden Schwertern klarstellt: der Clan ist nicht tot zu kriegen.

Wu-Tang Clan – "Diesel Fluid"

In den Lyrics dazu wird alles in den Topf geworfen, was geht: Während Raekwon sowohl sein Gangsta-Image pflegt als auch Bush für den Irak-Krieg kritisiert, preist RZA den Islam als friedlichen Lebensstil und fragt sich, wie es um die Demokratie in Amerika bestellt ist. Wobei wie immer undurchsichtig bleibt, was das soll. Letztendlich geht es aber wohl einfach darum, die Leute zum Durchdrehen zu animieren.

Eine ähnlich wilde Mixtur liefern Method Man, Cappadonna und Trife Diesel bei der Single "Diesel Fluid" ab. Erst erklärt Meth, dass er ordentlich Gras am Start hat und am liebsten "Die Schlümpfe" guckt, dann meckert er, dass es keine Gerechtigkeit im System gibt. Im Clip dazu werden einfach ein paar Skater gezeigt. Da im Video die Originalgeräusche ebenfalls zu hören sind, ist der Song zum Teil schlecht zu verstehen. Aber auch hier geht es eben eher darum, ein Lebensgefühl zu transportieren als eine konkrete Aussage zu treffen. Und das gelingt dem Clan hier bestens. Hip Hop don't stop!

Auch die restlichen Songs bedienen dahingehend die Erwartungshaltung ohne Wenn und Aber. Über eher düstere Instrumentals werden Lyrics gelegt, die meist die eigenen Fähigkeiten im Umgang mit Geld, Waffen, Gegnern und Frauen feiern. Bei "Legendary Weapons" geht es auf 14 Tracks eben einfach um harten, ehrlichen Rap aus New York. Da ist kein Platz für Electro- oder Pop-Elemente. Auch bei der Auswahl der Gast-MCs wird nicht experimentiert, wie zum Beispiel Namen wie AZ oder Sean Price von Heltah Skeltah zeigen. Alles Veteranen aus den Neunzigern, die für grundsolide Arbeit am Mic stehen. Da fällt es auch kaum auf, dass GZA und Masta Killa diesmal nicht dabei sind, während Ghostface gleich bei vier Stücken mitwirkt. Ob es der Clan jemals wieder schaffen wird, gemeinsam ein "richtiges" Album aufzunehmen, steht in den Sternen. Aber mit "Legendary Weapons" wird zumindest die Hoffnung darauf erfolgreich geschürt.

Holger Muster


: 05.08.11

Label: E1 Music

Tracklist:

01. Start The Show
02. Laced Cheeba
03. Diesel Fluid
04. The Black Diamonds
05. Played By The Game
06. Legendary Weapons
07. Never Feel The Pain
08. Drunk Tongue
09. The Business
10. 225 Rounds
11. Meteor Hammer
12. Live Throuh Death
13. Only The Rugged Survive
14. Outro



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