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Zola Jesus
Zola Jesus: Stridulum II
Auf "Stridulum II" fabriziert Zola Jesus düsteren Elektro-Pop, der selbst mit ihrer schönen Stimme nicht neun Stücke lang funktioniert.

Fast alle neun Songs auf "Stridulum II" bestehen aus einem einfachen Synthesizer-Soundteppich, stampfenden Drums aus der Konserve und dem zugegebenermaßen schönen, stets mit ordentlich Hall versehenen Gesang Danilovas, der dem von Florence Welsh sehr nahe kommt. Drückende Bässe jedenfalls lässt sie gleich ganz zu Hause. Besonders zur Geltung kommt das typische Zola-Soundkonstrukt im Opener "Night", wo alle drei Komponenten gut ineinandergreifen und für ein düsteres Electro-Spektakel sorgen. Vor allem die kräftige Stimme Rozas sorgt in den minimalistisch gehaltenen Kompositionen für das Salz in der Suppe.
Das Konzept "Junges Mädchen vertont Weltschmerz" erinnert ein klein wenig an das im letzten Jahr veröffentlichte Debütalbum von Soap & Skin. Dementsprechend grau, dunkel und tragisch ist die Atmosphäre auf der LP. Leider behält Zola auf dem Großteil der Platte ihre minimalistische und gleichzeitig zu Tode betrübte Attitüde bei, was dazu führt, dass sich im Laufe der Platte auch die musikalische Einöde einschleicht. Eher selten begegnet man elektrischen Spielereien wie den synthetischen Chören in "Trust Me". Stattdessen beharrt sie auf dem gewohnten Strickmuster: Von Hoffnungslosigkeit und Melancholie geprägte Texte, die untermalt sind von blassen, vernebelten Klangflächen und langsam angetrieben von digitalen, perkussiven Elementen ("Stridulum", "Tower").
Zola Jesus - Sea Talk
Gegen Ende der Platte wird die Grundstimmung etwas hoffnungsvoller, positiver, die Songs zugänglicher. Jene musikalische Zuversicht findet im Stück „Sea Talk“ ihren Höhepunkt, wo Jesus geradezu ungehemmt die Hüllen der Verletzlichkeit fallen lässt. Anstatt von düsteren und verschlossenen Klängen gibt es unbeschwerte, offenherzige Instant-Harmonien auf die Ohren. In Kombination mit den markanten Drums nähert sich die Musikern mit langsamen Schritten Kate Bush an - "Running Up That Hill" ist da gar nicht mehr so weit entfernt. Mit dem Rausschmeißer "Lightsick", einer pathosgeschwängerten Piano-Ballade, macht Zola Jesus musikalisch den Sack zu und sorgt damit doch noch für ein klein wenig Abwechslung auf dem von Synthesizer und Drumcomputer dominierten Album.
Auf "Stridulum II" fabriziert Zola Jesus düsteren Electro-Pop, der dank ihrer Stimme wie ein bemerkenswerter Hilfeschrei klingt, insgesamt jedoch mit einer gepflegten Einöde einhergeht - und das nicht nur textlich.
David Rätsch
VÖ: 20.08.2010
Label: Souterrain Transmissions/Rough Trade
Tracklist:
01. Night
02. Trust Me
03. I Cant Stand
04. Stridulum
05. Run Me Out
06. Manifest Destiny
07. Tower
08. Sea Talk
09. Lightsick

Im letzten Jahr veröffentlichte Nika Roza Danilova, alias Zola Jesus, neben ihrem Debütalbum "The Spoils" auch die EP "Stridulum", welche unter dem Namen „Stridulum II“ mit drei neuen Tracks nun als erste Release im europäischen Raum erscheint. Für das Werk ließ sich die in Wisconsin aufgewachsene, gelernte Opernsängerin neben klassischen Arien auch von No-Wave und Industrial berieseln.
Fast alle neun Songs auf "Stridulum II" bestehen aus einem einfachen Synthesizer-Soundteppich, stampfenden Drums aus der Konserve und dem zugegebenermaßen schönen, stets mit ordentlich Hall versehenen Gesang Danilovas, der dem von Florence Welsh sehr nahe kommt. Drückende Bässe jedenfalls lässt sie gleich ganz zu Hause. Besonders zur Geltung kommt das typische Zola-Soundkonstrukt im Opener "Night", wo alle drei Komponenten gut ineinandergreifen und für ein düsteres Electro-Spektakel sorgen. Vor allem die kräftige Stimme Rozas sorgt in den minimalistisch gehaltenen Kompositionen für das Salz in der Suppe.
Das Konzept "Junges Mädchen vertont Weltschmerz" erinnert ein klein wenig an das im letzten Jahr veröffentlichte Debütalbum von Soap & Skin. Dementsprechend grau, dunkel und tragisch ist die Atmosphäre auf der LP. Leider behält Zola auf dem Großteil der Platte ihre minimalistische und gleichzeitig zu Tode betrübte Attitüde bei, was dazu führt, dass sich im Laufe der Platte auch die musikalische Einöde einschleicht. Eher selten begegnet man elektrischen Spielereien wie den synthetischen Chören in "Trust Me". Stattdessen beharrt sie auf dem gewohnten Strickmuster: Von Hoffnungslosigkeit und Melancholie geprägte Texte, die untermalt sind von blassen, vernebelten Klangflächen und langsam angetrieben von digitalen, perkussiven Elementen ("Stridulum", "Tower").
Zola Jesus - Sea Talk
Gegen Ende der Platte wird die Grundstimmung etwas hoffnungsvoller, positiver, die Songs zugänglicher. Jene musikalische Zuversicht findet im Stück „Sea Talk“ ihren Höhepunkt, wo Jesus geradezu ungehemmt die Hüllen der Verletzlichkeit fallen lässt. Anstatt von düsteren und verschlossenen Klängen gibt es unbeschwerte, offenherzige Instant-Harmonien auf die Ohren. In Kombination mit den markanten Drums nähert sich die Musikern mit langsamen Schritten Kate Bush an - "Running Up That Hill" ist da gar nicht mehr so weit entfernt. Mit dem Rausschmeißer "Lightsick", einer pathosgeschwängerten Piano-Ballade, macht Zola Jesus musikalisch den Sack zu und sorgt damit doch noch für ein klein wenig Abwechslung auf dem von Synthesizer und Drumcomputer dominierten Album.
Auf "Stridulum II" fabriziert Zola Jesus düsteren Electro-Pop, der dank ihrer Stimme wie ein bemerkenswerter Hilfeschrei klingt, insgesamt jedoch mit einer gepflegten Einöde einhergeht - und das nicht nur textlich.
David Rätsch
VÖ: 20.08.2010
Label: Souterrain Transmissions/Rough Trade
Tracklist:
01. Night
02. Trust Me
03. I Cant Stand
04. Stridulum
05. Run Me Out
06. Manifest Destiny
07. Tower
08. Sea Talk
09. Lightsick
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