Yeah Yeah Yeahs: Is Is EP

Wahrscheinlich gibt es Leute, die die Yeah Yeah Yeahs genau dafür lieben, aber die hier stets immanente angestrengt avantgardistische Lärmigkeit kann auch gehörig nerven. "Tell Me What Rockers To Swallow", Namenspate der letzten DVD und bereits damals nur unter Schmerzen zu ertragen, eröffnet auch diese Interims-Platte mit fünf liegen gebliebenen Tunes. So was mag live sehr wohl "funktionieren", daheim tut es vor allem weh. Ganz ohne Angry-young-woman-Pose geht's bei den New Yorkern freilich nicht, aber man muss es ja nicht überstrapazieren und darüber das Songschreiben vergessen. Zumal Karen O, in Sachen Styling einflussreichste Figur des Neo-New-Wave (einfach in den Indie-Club ihrer Wahl gehen und die Frisurenmode 14- bis 23-jähriger Mädchen und Frauen beachten - hierfür wurde der Begriff Monokultur erfunden, hier geht die Klammer zu und der Text weiter:) ja auch ganz anders kann: In "Down Boy" schmachtet sie im grüblerisch-geheimnisvollen Siouxsie-Modus über beinahe zärtlich hingeworfene Gitarrentupfer - ein schöner Kontrapunkt zur eruptiven Gewalt des tendenziell atonalen Mittelteils (nein, wir wollen nicht Refrain sagen). Das Problem ist natürlich, dass das Spektrum dieser Band auf Grund der Instrumentierung und des offenbar furchtbar wichtigen 'Kunst'-Appeals eingegrenzt ist, und die einzige Chance zum Ausbruch aus diesem selbstgebauten "Gefängnis" die Hinwendung zu ansprechendem Songwriting ist. Das gelang auf dem letzten Album schon ganz hervorragend. Wenn die fünf Songs der "Is Is EP" im Vergleich dazu wie eine Rückentwicklung anmuten, liegt das daran, dass es sich hier ausnahmslos um Überbleibsel aus den Sessions zum nicht durchgehend geglückten Debüt handelt. Trotzdem: "Kiss, Kiss" lässt zwar Nick Zinners Gitarren quitschen und quängeln wie gewohnt, verfügt aber über eine überaus sinnliche Melodieführung, in deren Verlauf Karen O das ein oder andere Register zieht. Ganz nett, aber bisschen monoton dann das sich um ein surrendes Riff drehende, stoische "Isis". Repetition mit stimmiger Gitarrenarbeit und grimmig vorpreschenden Drums. Wer jetzt gar nicht mehr aufs ebenfalls in Bälde erscheinende dritte Album warten mag, der kann ja. Müssen tut man nicht.

Text: Torsten Groß

VÖ: 20. Juli 2007

Label: Polydor (Universal)

Trackliste:
01.: Rockers To Swallow
02.: Down Boy
03.: Kiss, Kiss
04.: Isis
05.: 10 x 10

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